Rentier-Einmaleins im Tierpark Sababurg

(FOTO: Finntastic) Im Lapplandlager des Tierparks Sababurg können Skandinavienfans Rentiere während des Rentierführerscheins hautnah erleben.
(FOTO: Finntastic) Im Lapplandlager des Tierparks Sababurg können Skandinavienfans Rentiere während des Rentierführerscheins hautnah erleben.

(Werbung)* Sie haben nordische Namen, wie Biejjie, Sirkka, Aaeva, Nulippa (Nuppa), Neele, Ylla, Tyra, Sölvie und Jäppe, eine knuffige Schnauze, treue Augen und fühlen sich im Björkträsk, einem lichten Birkenwäldchen im nordhessischen Reinhardswald, wo die Vegetation fast wie in ihrer Heimat Lappland ist, wie zu Hause. Die Rede ist von acht zahmen Rentieren. Sie gehören Uwe und Brigitte Kunze von RENRAJD vualka, die seit 12 Jahren das Lapplandlager (Björkträsk) im Tierpark Sababurg führen. Der Rentierführerschein ist Teil ihres vielfältigen Natur- und Erlebnisangebotes zum Thema Samikultur und Rentiere, für das die zwei 2017 sogar mit dem Premiumzertifikat für überdurchschnittliche Umweltbildung durch den deutschen Wildgehege Verband in Bielefeld ausgezeichnet wurden. 

 Jeder, der sich für Rentiere und die Samen, das Urvolk Nordeuropas, interessiert, ist im Lapplandlager Herzlich Willkommen. Allerdings nehmen Uwe und Brigitte zum Rentierführerschein immer nur eine kleine Gruppe auf, damit möglichst jedes Gastpaar auch ein Rentier führen kann. Eine vorherige Anmeldung ist deshalb sinnvoll. Astrid und ich sind schon ganz gespannt, denn RENRAJD-Uwe hat uns eingeladen seine achtköpfige Rentierherde kennenzulernen.

Begrüßung an der Elchlodge

Elchlodge
(FOTO: Heike Friedrich) Die gigantische Elch-Lodge der „Nordischen Welt“ des Tierparks Sababurg

Es ist ein wunderschöner Frühlingstag. Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel und für März ist es erstaunlich warm. Astrid und ich machen uns vom Eingang des Tierparks auf zur Elchlodge. Diese liegt ungefähr 20 Minuten zu Fuß vom Besucherzentrum entfernt, am Elchgehege. Dort treffen wir auf RENRAJD-Uwe und ein paar weitere begeisterte Nordlichter, die sich an diesem Tag im Tierpark für den Rentierführerschein eingefunden haben. Uwe trägt eine coole Sonnenbrille und begrüßt uns herzlichst mit einem gut gelaunten „Buerie Biejjie“. Das heißt auf Samisch soviel wie Guten Tag, seid Willkommen!

Rentierflüsterer RENRAJD-Uwe
(FOTO: Finntastic) RENRAJD-Uwe ist Rentierexperte und hat selbst Verwandschaft in Sápmi.

Auch die Tierpfleger Laurence und Danilo Rösch vom Augsburger Zoo sind mit dabei. Sie sind extra aus dem Süden Deutschlands angereist, um mehr über die zauberhaften Hirsche des Nordens und ihre Haltung zu erfahren. „Der Augsburger Zoo überlegt gerade, Rentiere anzuschaffen. Als wir erfahren haben, dass der Tierpark Sababurg Rentiere hält und Uwe so etwas wie ein Rentierflüsterer ist, haben wir uns für die Veranstaltung angemeldet. Wir können so ganz viel über die Rentierhaltung lernen und uns noch dazu mit einem waschechten Rentierexperten austauschen“, freut sich Danilo.

Bevor es ins Rentiergehege geht, erfahren wir von Uwe, dass die Rentiere seiner Herde zu der Gattung der Tundrarentiere (Lateinisch: Rangifer tarandus tarandus) gehören und das Rentiere die einzigen Hirschart  sind, bei denen Weibchen und Männchen ein Geweih tragen. „Unserer Nuppa wächst hingegen nie ein Geweih. Für die Samen sind geweihlose Rentiere heilig.“, erzählt uns Uwe auf dem Weg zum Rentiergehege, wo wir schon von zahlreichen neugierigen Augenpaaren am Eingang beobachtet werden.

Neugieriges Rentier
(FOTO: Finntastic) Die Rentiere beäugen uns neugierig, als wir am Rentiergehege ankommen.

Die Samen und die Rentierzucht

Rentierfütterung
(FOTO: Finntastic) Für die Rentiere ist Rentierflechte eine echte Delikatesse.

 

(VIDEO: Finntastic/RENRAJDvualka) Astrids Eimer mit Rentierflechte ist ruck zuck leer.

Natürlich hat Uwe Rentierflechte dabei: „Die mögen sie neben Heu, Moos, Pilzen, Birkenblättern und Löwenzahn besonders gerne. Sie ist ein wichtiger Teil der Rentiernahrung, denn sie hilft dabei, ein bestimmtes Darmbakterium aktiv zu halten. So bleiben sie gesund“, verrät Uwe. Auch, dass er das moosartige Gewächs direkt aus Sápmi bezieht, so heißt das Land der Samen. Es erstreckt sich von Schweden über Norwegen und Finnland bis hin zur Kola-Halbinsel in Russland und wird oft auch einfach Lappland genannt.

Rentierflechte
(FOTO: Finntatic) Die Rentierflechte wächst nur in den unberührten Urwäldern Lapplands, ist aber ein wichtiger Bestandteil des Rentierfutters.

„Die Rentierflechte steht übrigens unter Naturschutz. Nur die Samen haben das Recht sie zu pflücken, doch auch sie benötigen dazu einen Pflückschein“, erzählt Uwe, dessen Verwandtschaft in Nordschweden eine Herde von 7.500 freilebenden Rentieren besitzt und zum Stamm der Fjell-Samen gehört. Sie lebt in einem kleinen Rentierdorf mit rund 18 Einwohnern in der Gemeinde Alme-Gasjien-Johke. Ein Teil der Einwohner zieht das ganze Jahr über mit der Herde und folgt ihnen auf ihren Zugrouten von den Sommer- zu den Winterweiden. „Rentiere sind für rund zehn Prozent der samischen Ureinwohner noch heute das Fundament ihrer Existenz.“

Rentierzählung
(FOTO: RENRAJD vualka) Zur großen Zählung ist richtig Action im kleinen Rentierdorf: Dann werden die Rentiere einer Herde gezählt und bewertet sowie die Tiere für die Schlachtung ausgewählt.

Einmal im Jahr wird die Rentierherde für die große Zählung zusammengetrieben. Mit dem Rentierlasso fangen die Samen auch die Kälbchen ein. Diese erhalten spezielle Ohrmarkierungen, die mit dem Puukko, dem Rentiermesser, in die Ohren geritzt werden, und kennzeichnen, wem das Rentier gehört. Natürlich werden auch Rentiere für die Schlachtung ausgewählt. Diese Aufgabe übernimmt Uwes Sohn Reto, der Klassifizierer im Rentierdorf ist. Auch Uwe und Brigitte sind fast jedes Jahr zur Rentierzählung vor Ort, um der Verwandtschaft zu helfen. „Es werden immer nur so viele Rentiere geschlachtet, wie wirklich nötig und dabei wird auch alles vom Rentier verwertet, also nicht nur das Fleisch, sondern auch das Fell oder die Geweihe“, erzählt Uwe. Denn die Samen leben seit Urzeiten im Einklang mit der Natur und da darf nichts verschwendet werden.

 

Im Björkträsk – Auf den Spuren der Samen

„In Nordschweden haben wir auch unsere Werkstatt, wo wir viele unserer Lapplandprodukte, wie Rentiermesser aus Rentierhorn, Rentierfelle und weitere Rentierprodukte selbst anfertigen“, erzählt Uwe und führt unsere kleine Karawane aus Rentieren und Menschen über hölzerne Stege ins Björkträsk, den Birkensumpf. „Falls ein Rentier stehen bleibt, einfach ein wenig anschieben“, lacht er, als die Rentiere plötzlich stoppen, weil das Leitrentier am Anfang gerade ein saftiges Pflänzlein entdeckt hat und nun genüsslich daran kaut. Für Außenstehende müssen wir ein wirklich lustiges Bild abgeben.

Rentierkarawane
(FOTO: Finntastic) Über Stock und Stein geht es ins Lapplandlager.

Dann geht es weiter und als wir die hölzernen Stege überquert haben, gelangen wir auf eine kleine Lichtung mitten im Birkenwäldchen, wo wir von Uwes Frau Brigitte schon erwartet und herzlich begrüßt werden. Hier im Björkträsk stehen drei Lavvus, so werden die samischen Nomadenzelte genannt. Außerdem gibt es eine Feuerstelle mit einem alten Eisenofen, den Uwe und Brigitte von einer alten Samin geerbt haben sowie eine robuste Sitzgarnitur aus Tisch und Holzbänken mit Rentierfällen. Im Hintergrund weht die samische Flagge im lauen Frühlingswind.

Lapplandlager
(FOTO: Finntastic) Im Lapplandlager von RENRAJDvualka fühlen wir uns tatsächlich, als wären wir in Sápmi.

Auf einem Tisch haben Uwe und Brigitte einige ihrer Lapplandprodukte aufgebaut. Dort können wir die filigran gearbeiteten Rentiermesser mit Griffen aus Rentierhorn, hölzerne Kaffeebecher mit Elchköpfen und weitere fein geschnitzte Gegenstände bestaunen. Auf einem hölzernen Gestänge hängen auch Teile der samischen Tracht, Rentierhalfter und zahlreiche Felle. Wir erfahren, dass es sich bei den Fellen  um Elch-, Luchs-, Vielfraß- und Rentierfelle handelt. Erstaunlich wie unterschiedlich, sie sich anfühlen. Während das Fell vom Luchs und die Rentierfelle eher weich sind, fühlt sich das Fell des Elchs oder des Vielfraßes richtig borstig an. Neben der Akia, dem bootsförmigen Schlitten, den die Samen seit Jahrtausenden zum Transport nutzen, liegt auch ein imposantes Rentiergeweih.

 

Uwe erzählt uns, dass das Geweih der Rentierbullen bis zu 14 Kilo schwer werden kann. „Die Burschen sind daher im Herbst richtig froh, wenn sie es abwerfen können.“ Weibchen behalten hingegen das Geweih den ganzen Winter über und werfen es erst im Frühjahr ab, so können sie sich und den Nachwuchs bei der Futtersuche in den kargen Winterzeiten gegenüber den Männchen verteidigen. Wie schwer 14 Kilo tatsächlich sind, demonstriert uns Uwe, indem er sich das abgeworfene Geweih eines Rentierbullen schnappt und hoch über seinen Kopf hält. Wir sind alle sehr beeindruckt, denn es sieht wirklich richtig mächtig aus!

Rentiergeweih
(FOTO: Finntastic) Uwe zeigt uns das gigantische Geweih eines Rentierbullen.

Der Tierpark Sababurg und die Geschichte der Wilden Lappenfrau

Zwischendurch erzählt uns Uwe auch ein wenig über die Geschichte des Tierparks und wie dieser mit der Kultur der Samen verbunden ist. Früher gehörte das Parkgelände am Fuße der Sababurg dem Landgrafen Wilhelm IV von Hessen-Kassel. Er liebte die Jagd, aber auch die wilden Tiere und ein Rudel Rentiere sollte die Krönung seiner Sammlung werden. Vom damaligen Herzog Karl von Schweden kaufte er deshalb ein Rudel Rentiere. Damit diese die lange Reise in den Reinhardswald überlebten, wurde eine junge Samin gegen den Willen ihres Volkes dazu auserkoren, die Herde zu begleiten und am Ende entführt, weil sie sich weigerte und nicht von ihrem Volk getrennt sein wollte

Mit dem Schiff soll die junge Frau mit den Rentieren in Bremen angekommen und dann über die Weser nach Nordhessen gelangt sein. Vermutlich überlebten die Rentiere gezeichnet durch die Strapazen der langen Reise von Lappland nach Hofgeismar nicht lange im Reinhardswald und verendeten schon kurz nach der Ankunft. Die junge Samin hat sich Erzählungen nach daraufhin das Leben genommen. Alleine, ohne Rentiere und getrennt von ihrem Volk und der samischen Kultur, sah sie darin den einzigen Ausweg um ihrer Traurigkeit und Sehnsucht nach Sápmi zu entfliehen. Sie soll unter der Lappeneiche begraben sein, wo jetzt ihr Denkmal steht.

Zu Besuch am Denkmal der Wilden Lappenfrau
(FOTO: Finntastic) Zu Besuch am Denkmal der „Wilden Lappenfrau“ vom Tierpark Sababurg mit Elchmaskottchen Janni-Oskari und Mika-Waltari

Um die Seele der Samin wieder nach Hause zu schicken, reisten im Jahr 2003 extra Vertreter des Volkes der Rentierleute aus Mihte in Schwedisch-Lappland, der Präsident des finnischen Samiparlaments und Nina Afanasjeva, die Präsientin der russischen Kolasami-Vereinigung aus Murmansk an. Nina gab der namenlosen Stammesgenossin den Namen „Suvi-Sárá-Ainá- Ann“. Der Name symbolisiert die vier Staaten über die Sápmi (Lappland) verteilt liegt. „Bis heute ist das Denkmal der Wilden Lappenfrau Anlaufpunkt für Mitglieder des Volkes der Sami auf der Durchreise durch Deutschland“, erzählt uns Uwe und verrät auch, dass die jetzigen Rentiere keine Nachfahren des einstigen Rudels sind. Erst beim dritten Versuch und mit seiner Hilfe wurden die Hirsche aus dem Norden hier im Tierpark heimisch.

Gedenktafel Wilde Lappenfrau
(FOTO: Finntastic) Die vier Namen „Suvi, Sárá,  Ainá und Ann“ stehen für die vier Staaten Schweden, Finnland, Norwegen und Russland, über die sich Sápmi, das Gebiet der Samen erstreckt.

Und dass sich die Tiere hier wohl fühlen, zeigt auch die Tatsache, dass es in diesem Jahr wohl wieder Nachwuchs geben wird, nachdem Rentierbulle Jäppe im letzten Jahr zur Herde dazukam. „Wir vermuten, dass unsre Tyra ein Kälbchen erwartet“, freut sich Uwe. Auch die Samen halten neben den wildlebenden Tieren zahme Rentiere (Tamrenar), die sie als Tragtiere zum Ziehen von Schlitten und zum Tragen von Proviant nutzen. Nach dieser alten Methode trainierte auch Uwe seine Rentiere für den stressfreien Kontakt mit Menschen. Und gestresst scheint die Herde trotz fremden Besuch nicht zu sein. Entspannt grasen sie zwischen den Birken, einige spazieren neugierig um uns herum. „Die wissen, dass es gleich losgeht“, lacht Uwe „sie lieben den Ausflug durch den Park, da gibt es nämlich noch viel mehr Delikatessen, als hier im Birkensumpf.“

Auf Tour mit den Rentieren durch den Reinhardswald

Rentier-Einmal-Eins
(FOTO: Finntastic) Vor der Tour durch den Tierpark, bekommen wir von Uwe und Brigitte Unterricht im Umgang mit Rentieren.

Doch bevor es mit den Rentieren auf Tour geht gehört zunächst ein kleines Rentier-Einmaleins dazu. „Rentiere sind Fluchttiere“, erfahren wir von Uwe. „Ihr müsst deshalb genau wissen, wie ihr mit ihnen umgehen müsst.“ Das Aufspannen eines Regenschirms oder Hundegebell hätte die Tiere in der Vergangenheit schon einmal ziemlich erschreckt. „Wenn Gefahr droht können sie nämlich schnell bis zu 60 Stundenkilometer schnell werden“. Und natürlich weiht Uwe uns auch in die Sprache der Rentiere ein: „Mit „Bua“ könnt ihr sie locken und mit „Väntä“ ausbremsen. Ihr solltet auf unserer Tour grundsätzlich immer das Verhalten der Tiere im Auge behalten. So könnt ihr im Notfall das Seil etwas kürzer nehmen und ihnen Schutz hinter euch gewähren. Dann beruhigen sie sich schnell.“

 

Nach der ausführlichen Einweisung dürfen wir den Rentieren das Geschirr anlegen und los geht es auf Entdeckungstour durch den Tierpark. Schnell merken wir, wie die Entspanntheit der Tiere auch auf uns übergeht und tatsächlich fangen wir an, die Welt durch Rentieraugen zu sehen. Immer wieder müssen wir anhalten, denn Rentiere können schmackhaftem Moos und zarten Pflänzchen nicht widerstehen. Flink und geschickt wandern ihre felligen Schnauzen über den Boden. „Da bekommt Fast-Food eine ganz andere Bedeutung“, lacht Astrid, die gerade Rentier „Ylla“ am Halfter führt, das sich zu Beginn ein wenig ängstlich umschaute, jetzt aber schon ganz entspannt an einem der alten bemoosten Stämme der vielen hohen Eichen, die die Alleen des Tierparks säumen, kaut.

 

„Rentiere haben nur unten Zähnchen, oben hingegen nur eine Art Lederkauleiste, mit dem sie das Moos von den Stämmen und vom Boden schnappen“, verrät Uwe. Er erklärt uns auch, dass frisches Gras im Frühling für Rentiere gefährlich ist und Äpfel für sie zwar eine Delikatesse darstellen, aber äußerst schlecht für die Zähne sind und damit nicht zum regulären Speiseplan gehören. Das erklärt wohl auch, warum Nuppa, das Rentier ohne Geweih, so genüsslich an meiner Tasche knabbert. Wenn Rentiere Flechten und andere Moose bis zu zwei Meter unter dem Schnee erschnüffeln können, dann ganz sicher auch einen Apfel in meiner Tasche!

Während der Tour erfahren wir noch viel mehr über die sanften Hirsche und auch das Uwe einmal zur See gefahren ist und Funker auf einem Containerschiff war, in Italien Bildhauerei studiert hat und bereits bei den Gwichin-Indianern im Yukon Territorium in Kanada zu Besuch war. Natürlich verrät  uns Uwe, der immer einen Joke auf Lager hat, auch, wie er und Brigitte sich kennen gelernt haben. „Brigitte ist Bergsteigerin, ich fand sie in einer Hängematte in einer Gletscherspalte“ spaßt er „nein im Ernst, sie ist einfach schnee- und kälteresistent, das hat mir gefallen und da habe ich sie einfach mitgenommen.“

Geschichten über die Sami am Lagerfeuer

Feuerstelle
(Finntastic) Die Feuerstelle wird bei den Samen nur zum Kochen genutzt, danach brennt sie herunter und es wird im Winter schnell kalt im Zelt.

Nach einer erlebnisreichen Rentiertour durch den Tierpark erreichten wir geerdet und tiefentspannt wieder den urigen Birkensumpf. Zwischen den hellen Stämmen der Birken fällt die warme Nachmittagssonne auf den grünen Waldboden. Und auch wenn es noch nicht dunkel ist, geht es gemeinsam ins Lavvu, das Nomadenzelt der Samen, wo uns bereits ein loderndes Feuer begrüßt, um das wir uns versammeln. Denn Uwe kennt viele Geschichten über die Sami. Geschichten, die diese sich seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitererzählen.

Doch bevor er uns in die mystische Welt der Samen entführt, erfahren wir auch ganz viel über die Kultur der Urbevölkerung Lapplands. Zum Beispiel, dass die Samen früher sesshaft waren und Rentiere jagten, wenn die Herde auf ihrem Weg von den Sommer- zu den Winterweiden vorbeizogen. Vor zirka 1.000 Jahren zähmten sie dann die ersten Tiere und folgten ihnen später nomadisierend auf ihren jährlichen Zugrouten. „Rund sieben bis acht Personen vom Kleinkind bis zur Oma leben während dieser Zeit gemeinsam im Zelt, auch im tiefsten Winter, bei Minusgraden weit unter dem Gefrierpunkt“, erzählt Uwe.

Im Lavvu
(FOTO: Finntastic) Als das Feuer heruntergebrannt ist, merken wir schnell den Temperaturunterschied.

Die Feuerstelle wird nur zum Kochen angeheizt und ist Frauensache. Ebenso das Backen von samischem Brot, eine Art Fladenbrot, dass aus Teig und Rentierboullion hergestellt wird. Wenn das Feuer nach dem Essen heruntergebrannt ist, zieht sich jeder schnell in seinen warmen, mit Rentierfell ausgepolstert Schlafsack, zurück. Früher nutzten die Samen vor allem zahme Rentiere als Zugtiere für Zelt und Proviant. Im Winter diente die Akia eine Art bootsförmiger Schlitten, den die Samen aus Holz ganz ohne jegliche Schrauben und Nägel bauten, zum Befördern von Zelt und Proviant. „Draußen vor dem  Lavvu könnt ihr euch die Akia später auch noch einmal genauer anschauen“, verrät uns Uwe.

Heute dienen natürlich Motorschlitten zum Transport und moderne GPS-Technologie hilft, die Herde zu orten. Auch die Samen müssen eben mit der Zeit gehen. Nach diesem spannenden Ausflug in die Welt der Samen überreicht Uwe jedem einzelnen von uns feierlich die bereits sehnlichst erwartete Urkunde, den Rentierführerschein. „Ein wirklich tolles Erlebnis“, bestätigt auch Tina Ulm, Naturparkführerin aus dem Vogelsberg „Ich habe mich bei Uwe im Björkträsk wirklich rentierwohl gefühlt und komme bestimmt noch einmal wieder.“

 

Und natürlich lohnt sich im Anschluss auch ein Besuch des Tierparks Sababurg, der noch weitere nordische Tiere wie Elche, Wölfe, Vielfraße, Greifvögel sowie weitere spannende Wildtiere zu bieten hat und ganz sicher einen Abenteuerausflug der Extraklasse für Jung und Alt in die Welt der Wildtiere darstellt.


Kontaktdaten

Uwer und Brigitte
(FOTO: RENRAJD vualka) RENRAJD-Uwe mit seiner Frau Brigitte

RENRAJD vualka
Lapplandlager (Björkträsk)
RENRAJD-Uwe und Brigitte Kunze-Pos
https://renrajd.com

Tierpark Sababurg
Sababurg 1
34369 Hofgeismar
www.tierpark-sababurg.de


Nächster öffentlich-buchbarer Rentierführerschein:

Nach der Rentiersommerpause am 29. September sowie am 24. November 2018 (Um Anmeldung wird gebeten!). Der Terminplan für die nächste Winter-Rentiersaison 2018/2019 steht ab Oktober 2018. Termine für private Buchungen werden mit dem Kunden individuell abgestimmt.


Öffentliche Veranstaltungen Mai/Juni 2018

26.05.2018: Tundrabrot im Rentierwald
23.06.2018: Schwedischer Midsommar im Lapplandlager


Weitere Beiträge von mir über das Björkträsk und die Kultur der Samen


Weitere Pressestimmen


Rentiermoos-Quiz

Rentierführerschein
(FOTO: Finntastic) Mika- Waltari und Janne-Oskari gratulieren zum Rentierführerschein. Diese Auszeichnung erhält man im Anschluss an die Rentiertour im Tierpark Sababrug von RENRAJDvualka .

Ihr wollt auch mit den Rentieren auf Tour durch den Tierpark Sababurg ziehen und so eine tolle Urkunde bekommen? Dann schaut bei einem der öffentlichen Rentiertouren vorbei oder macht mit beim finntastischen Rentiermoos-Quiz und gewinnt mit etwas Glück einen Gutschein für zwei Personen für eine Rentiertour am 24. November 2018 durch den Reinhardswald.

So könnt ihr gewinnen:

Beantwortet einfach drei von sechs Gewinnspielfragen richtig , schickt sie an info@finntastic.de und ihr nehmt automatisch an der Verlosung teil. (Bitte KEINE Postadresse mitschicken! Diese wird erst im Gewinnfall abgefragt!)

Gewinspielfragen:

  1. Um welche Gattung handelt es sich bei den Rentieren von Uwe und Brigitte?
  2. Warum ist die Rentierflechte so wichtig für die Rentiere?
  3. Wie schwer kann ein Geweih eines ausgewachsenen Rentierbullen werden?
  4. Rentiere sind Fluchttiere. Wie schnell können sie bei Gefahr davon laufen?
  5. Wie heißen die samischen Nomadenzelte und wieviel Personen finden in ihnen Platz?
  6. Wie transportierten die Samen im Winter früher Zelt und Proviant?

* Dieser Blogpost ist eine Kooperation mit Uwe und Brigitte Kunze von RENRAJD vualka, die mir den Gutschein für eine Rentiertour für zwei Personen (Rentierführerschein) für die Verlosung gesponsort haben. Alle Informationen dazu und was sich hinter dem Begriff Werbung verbirgt, erfährst Du unter Media Kit und Kooperationen.


Teilnahmebedingungen, Gewinnspielrichtlinien und Datenschutz

Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist zu den im Folgenden aufgeführten Teilnahmebedingungen und Gewinnspielrichtlinien möglich. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erkennt der Teilnehmer diese ausdrücklich an. Es gilt ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Sollten einzelne Teilnahmebedingungen und/oder Gewinnspielrichtlinien ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Richtlinien hiervon unberührt.

Teilnahmeberechtigung

Teilnahmeberechtigt ist jede volljährige Person ab 18 Jahren mit Hauptwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland, einem anderen Land der Europäischen Union sowie der folgenden Länder: Fürstentum Lichtenstein, Norwegen, Island, Großbritannien und der Schweiz.

Die Teilnahme am Gewinnspiel ist für alle Teilnehmer  kostenlos und ausschließlich online über diesen Gewinnspiel-Post auf www.finntastic.de möglich.  Den Teilnehmern entstehen keine Zusatzkosten (auch nicht für den Postversand).

Jede Person darf nur einmal am Gewinnspiel teilnehmen. Die mehrfache Teilnahme z.B. mit unterschiedlichen Namens-Profilen bzw. E-Mail-Adressen ist nicht zulässig und führt bei Bekanntwerden automatisch zum Ausschluss vom Gewinnspiel.

Gewinn

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müssen die Teilnehmer drei der sechs Quizfragen des „Finntastischen Rentiermoos-Quiz“ richtig beantworten und ihre Lösungen an info@finntastic.de geschickt haben (Bitte KEINE Postadresse mitschicken! Diese wird erst im Gewinnfall abgefragt!). Unter allen Teilnehmern wird ein Gutschein für zwei Personen für eine Rentiertour am 24. November 2018 (Öffentlicher Rentierführerschein) von RENRAJD vualka durch den Tierpark Sababurg verlost.

Sachgewinne werden nicht bar ausgezahlt und sind vom Umtausch ausgeschlossen. Gewinne können nicht auf Dritte übertragen werden. Auf den Gewinn gibt es keinen Gewähr- oder Garantieanspruch. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewinnspielablauf

Das Gewinnspiel läuft vom 03.05.2018 bis 03.06.2018 ausschließlich auf www.finntastic.de. Teilnahmeschluss ist der 03. Juni 2018  um 23:59 Uhr. Danach eingesschickte Lösungen zählen nicht mehr für die Verlosung.

Die Ermittlung der Teilnahmeberechtigung sowie die Preisauslosung findet am 03.06.2018 statt. Unter allen Teilnehmern, die drei von sechs Quizfragen richtigen beantwortet haben, entscheidet das Los unter Gewährleistung des Zufallsprinzips. Der Gewinner wird noch am selben Abend via Email benachrichtigt. Das Angeben einer funktionstüchtigen Emailadresse beim Abgeben des Kommentars ist daher zwingend erforderlich.

Im Gewinnfall benötigt Finntastic für das Versenden des Gewinns später den richtigen Vor- und Nachnamen und die Anschrift des Gewinners.  Sollte sich der Gewinner nicht innerhalb von sieben Tagen nach der Benachrichtigung per E-Mail zurückmelden, verfällt der Anspruch auf den Gewinn und es wird ein neuer Gewinner ausgelost.

Der Gewinner erklärt sich damit einverstanden, dass im Falle eines Gewinns sein richtiger Vor- und Nachname im Gewinnspielpost auf www.finntastic.de sowie auf den Social Media Kanälen von Finntastic (facebook, Instagram, Twitter, Pinterest)  veröffentlicht wird.

Ausschluss von Teilnehmern

Finntastic behält sich vor Teilnehmer/-innen von der Teilnahme auszuschließen und zu löschen, wenn diese die Aufgabe verfehlen oder gegen die Teilnahmebedingungen bzw. Gewinnspielrichtlinien verstoßen. Teilnehmer/innen, die die Verlosung manipulieren (z.B. durch die Teilnahme mittels mehrerer Emailadressen bzw. Namensprofile) können bei Bekanntwerden von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen werden. Beim Bekanntwerden einer Manipulation können Gewinne sogar nachträglich aberkannt sowie bereits ausgelieferte Gewinne zurückgefordert werden. Der Missbrauch von fremden Namen führt grundsätzlich zum Ausschluss vom Gewinnspiel.

Abbruch/Aussetzen des Gewinnspiels

Finntastic behält sich vor, bei Kenntnis von Manipulationen oder wenn eine ordnungsgemäße Durchführung des Gewinnspiels nicht mehr sichergestellt ist, das Gewinnspiel abzubrechen bzw. zu unterbrechen. Dies gilt insbesondere beim Ausfall von Hard- oder Software, Programmfehlern oder nicht autorisierten Eingriffen von Dritten (z.B. Computerviren) oder wenn rechtliche Probleme vorliegen.

Datenschutz

Soweit im Rahmen der Aktion personenbezogene Daten von Teilnehmern erfasst werden (z.B. Vorname, Nachname, Anschrift, Emailadresse), werden diese von Finntastic ausschließlich zum Zwecke der Durchführung des Gewinnspiels erhoben, verarbeitet und genutzt. Außer an RENRAJDvualka zwecks Gewinnversand des Gutscheins für die Rentiertour werden keine Daten an Dritte weitergegeben.

Der Gewinner erklärt sich damit einverstanden, dass im Falle eines Gewinns sein richtiger Vor- und Nachname dauerhaft auf www.finntastic.de sowie auf den Social Media Kanälen von Finntastic (facebook, Instagram, Twitter, Pinterest) veröffentlicht werden.

Eine Teilnahme am Gewinnspiel führt nicht zum Bestellen des Finntastic Newsletters. Wer den Newsletter abonnieren möchte, muss dies separat über das Newsletter-Formular auf www.finntastic.de machen.

Disclaimer

Das Gewinnspiel ist eine private Verlosung und wird ausschließich von der Seitenbetreiberin von www.finntastic.de veranstaltet. Der Gutschein für eine Rentiertour wurde von RENRAJDvualka zur Verfügung gestellt. Das Gewinnspiel steht sonst in keiner Verbindung zu anderen Unternehmen oder Personen und auch nicht zu Social Media Kanälen wie facebook oder Instagram.

Empfängerin der von den Teilnehmern bereitgestellten Daten und Informationen und damit Ansprechpartner und Verantwortliche ist einzig und allein die Seitenbetreiberin von www.finntastic.de. Sämtliche Fragen, Kommentare oder Beschwerden zum Gewinnspiel sind deshalb an info@finntastic.de zu richten.

Haftungsausschluss

Die Veranstalterin des Gewinnspiels, d.h. die Seitenbetreiberin von www.finntastic.de haftet nicht für mittelbare oder unmittelbare Schäden, die sich aus der Teilnahme an der Aktion oder der Nichterreichbarkeit des Internet-Servers ergeben, es sei denn, diese sind auf grob fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln zurückzuführen, welches von der Veranstalterin zu vertreten ist. Der Rechtsweg ist somit ausgeschlossen.

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