Mein Suomi

Warum ausgerechnet Finnland?

Die finnische Lebensart und Kultur, die besonderen Charaktereigenschaften der Bewohner Finnlands, die Schönheit der Natur, der Architektur, des Designs, der Musik und der Sprache, faszinieren mich am „Land der Tausend Seen“. Dies ist meine Liebeserklärung an das schönste Land im hohen Norden mit dem  finnischen Namen „Suomi“.

Der weiße Dom von Helsinki mit seinen drei Kuppeln ist das Wahrzeichen von Helsinki
Der weiße Dom ist das Wahrzeichen der finnischen Hauptstadt Helsinki

Die finnische Gastfreundschaft

Auch wenn so mancher Reiseführer das Gegenteil behauptet, die Finnen sind sehr gastfreundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen gegenüber Fremden und Touristen. So kommt es auf der Suche nach dem Hotel schon einmal vor, dass ein technikbegeisterter Finne sein Smartphone zückt und Dir sogar die Koffer bis vor den Hoteleingang trägt. Natürlich sind die Finnen zu Beginn etwas zurückhaltend, doch wenn Sie merken, dass Du das Herz am rechten Fleck trägst, tauen sie schnell auf und Du kannst Dir sicher sein, einen Freund fürs Leben gefunden zu haben. Schneller geht es oft, wenn Du ein paar finnische Wörter im Repertoire hast. Die Finnen mögen es, wenn Du Dich für ihre Sprache und Kultur interessiert und wenn Du  dann noch ein kurzes Gespräch mit ihnen  in ihrer Landessprache führen kannst, hast Du erst recht einen Stein im Brett.

Die lustigen Finnen und der finnische Tango

Jeglichen Klischees zum Trotz sind die Finnen ein lustiges und geselliges Völkchen, das gerne ausgiebig feiern geht – allerdings nur bis zum allnächtlichen „Valomerkki“ – denn dann wird mit einem kurzen Ein- und Ausschalten des Oberlichtes in allen Kneipen und Discotheken signalisiert, dass es Zeit ist, sich auf den Heimweg zu machen. Vorschriften nehmen die Finnen nämlich ganz genau – doch dazu später mehr. Die Party wird dann meist einfach in gemütlicher Runde zu Hause in den eigenen vier Wänden bis in die frühen Morgenstunden fortgesetzt.

Gefeiert wird vor allem ausgiebig in den Sommermonaten – dann wird überall die Tradition des Tangotanzens zelebriert. Es gibt sogar richtige Wettbewerbe, bei denen die TangosängerInnen um die beste melancholischste Tango-Athmosphäre wetteifern.

Vappu und Juhannus – Tradition muss sein

Finnland hat außerdem zahlreiche gesetzliche Feiertage: gefeiert wird zum Beispiel ausgiebig an „Vappu“, am ersten Mai, dem Fest des Frühlings, der Studenten und der Arbeiter. An diesem Tag wimmelt es überall in den Parks und Grünflächen in den Städten und am Meer nur so von Menschen. Viele junge Leute tragen an diesem Tag die traditionelle weiße Studentenmütze (Ylioppilaslakki) und verbringen den Tag gerne in geselliger Runde und mit viel guter Laune bei einem reichhaltigen Picknick.

Juhannus, das finnische Mitsommerfest, ist neben Weihnachten der wichtigste Feiertag in Finnland. Die Finnen feiern die Sommersonnenwende jedes Jahr ausgiebig an dem Wochenende zwischen dem 20. und 26. Juni. Nicht nur auf der Museumsinsel Seurasaari in Helsinki sondern überall in Finnland brennen in den weißen Nächte vielerorts die traditionellen, riesigen Strohfeuer. Diese Tradition liegt sehr lange zurück, soll Glück bringen und böse Geister vertreiben. Natürlich dürfen auch hier leckere Speisen und ein paar alkoholhaltige Getränke wie Finlandia-Vodka, Salmiaklikör (Salmiakki) oder Lakritzschnaps (Lakkritzi) nicht fehlen – oder „Oluta“, das finnische Bier.

Dies gibt es in unterschiedlichen Stärken und ist nur in den staatlichen Alkoshops bis 21 Uhr erhältlich. Im Supermarkt, wird die Suche nach alkoholhaltigen Getränken mit mehr als 3 Prozent Alkoholanteil mit 100-prozentiger Sicherheit erfolglos verlaufen. Das einzige, was Du zuhauf im Regal der Supermärkte findest, ist finnischer Cider (ciideri). Ihn gibt es neben der trockenen Variante in zahlreichen süßen und fruchtigen Geschmacksrichtungen wie Pfirsich, Birne, Himbeere, Erdbeere, Blaubeere oder sogar mit Vanillegeschmack. Bei so einer Geschmacksexplosion da kann ich nur sagen „Kippis“ – Prost!

Finnland: Die stressfreie Zone

Wer einmal eine Zeit lang in Finnland verbracht hat, wird feststellen, dass die Finnen viel entspannter sind, als wir Deutschen. So lautet ein bekanntes finnisches Sprichwort: “Suomessa ei ole kiire“, was übersetzt so viel heißt, wie in Finnland gibt es keine Eile. Gemeint ist kurz gesagt, dass in Finnland die Uhren einfach ein wenig langsamer ticken. Dass es in Finnland kaum gestresste Menschen, dafür geduldige Kunden gibt, davon kannst Du Dich beispielsweise beim Gang in die Apotheke oder zur Post überzeugen. Geduldig wird nach dem Ziehen einer Wartenummer ohne Murren gewartet, gewartet und nochmals gewartet, bis man an der Reihe ist.

Vordrängler mögen die Finnen daher überhaupt nicht. Solltest Du dies auch nur wagen, kannst Du Dir sicher sein, dass Du am Ende doch wieder ganz hinten in der Schlange anstehst. Auch die Atmosphäre beim Einkaufen oder Shoppen habe ich viel entspannter in Erinnerung, als es bei uns in Deutschland der Fall ist und auch die VerkäuferIinnen sind dort viel freundlicher und hilfsbereiter.

Finnland – Ein Eldorado der unberührten Natur

„Rauha“ (Ruhe) findest Du in Finnland sofort, wenn Du Dich auf einen Drahtesel (pyörä oder fillari (ugs.)) schwingst oder Dich aus den Ballungszentren mit Bus oder Bahn ein wenig mehr in die Peripherie der Städte begibst. Denn mehr als Zweidrittel der Fläche Finnlands ist mit Wäldern und Seen bedeckt. Die unberührte Natur lädt aber nicht nur zum Relaxen oder Entspannen, sondern vor allem zum Spazierengehen oder Wandern ein.

Die beste Jahreszeit zum Wandern ist im September zur Zeit des finnischen Indian Summers, der „Ruska- aika“. Zu dieser Jahreszeit färben sich überall in Finnland die Blätter der Bäume kunterbunt. Das faszinierende, farbenfrohe Schauspiel lässt sich besonders im hohen Norden Finnlands, in Lappland bestaunen und lädt zu einem ausgiebigen Verweilen in der freien Natur ein. Da in Finnland das „Jedermansrecht“ (Jokamiehenoikeus) gilt, darfst Du auch in den Nationalparks zu dieser Zeit nach Belieben Moosbeeren, Moltebeeren und Pilze sammeln. Natürlich nur, wenn Du Dich wie die Finnen mit den unterschiedlichen Pflanzen und Pilzen auch gut auskennst. Sonst solltest Du der Gesundheit zuliebe lieber darauf verzichten und Dir ein schönes Picknick mitbringen.

Blick auf die Stadt Tampere, im Hintergrund sieht man grüne Wälder und blaue Seen, rechts ragt der Aussichtsturm über die StadtNäsinneula
Die Stadt Tampere in Südewestfinnland, umgeben von Wäldern und unberührter Natur

Die Naturverbundenheit der Finnen und das Mökki

Eine besonders schöne Tradition der Finnen ist das Mökki, das kleine finnische Sommerhäuschen. Fast jeder Finne beziehungsweise jede finnische Familie ist im Besitz so eines kleinen, roten Holzhäuschens mit weißen Fensterrahmen. Mökkis stehen eigentlich immer an einem See, denn die Finnen lieben es zu angeln und Boot zu fahren und ihre Sommerferien (die zumeist fast 2 Monate lang sind!) in der freien Natur zu verbringen. Diese Nähe zur Natur ist auch eine Eigenschaft der Finnen, die mich besonders fasziniert!

Dann wird aus Herzenslust geangelt und gegrillt, im See geschwommen, in die Sauna gegangen, in gemütlicher Runde, vor allem abends im Schein eines lodernden Feuers geklüngelt, oder einfach relaxt und ein gutes Buch gelesen. Hier sei anzumerken, dass die Finnen eine ausgeprägte Allgemeinbildung haben. Sie sind echte Leseratten und können alle zudem perfekt Englisch. Dies zeigt sich auch daran, dass auch in die abgelegensten Orte in Finnland mehrmals im Jahr eine rollende Bibliothek kommt, damit sich Jung und Alt mit neuem Lesestoff und aktuellen Bestsellern ausstatten können. Außerdem kann jeder Finne umsonst die staatliche Bibliothek nach Herzenslust nach interessanten Schmökern durchforsten und an dort vorhandenen Computerterminals im Internet surfen.

Das Café Regatte sieht aus wie ein finnisches Sommerhäuschen
Das Café Regatta in der Nähe des Sibelius Monuments in Helsinki erinnert durch seine Farbgestaltung an ein finnisches Sommerhäuschen

Technologie und Fortschritt – kein Fremdwort in Finnland

So viel zum Thema, die Finnen leben hinter dem Mond! Weit gefehlt: in fast allen großen Parks und auf öffentlichen Plätzen kannst Du Dich mit Deinem Laptop oder Smartphone umsonst in das öffentliche W-Lan einloggen! Zu erwähnen sei hier auch: Nokia. Ich glaube jeder weiß sofort auf welches Produkt ich anspiele – und ich denke hier nicht an Gummistiefel, obwohl diese zu Beginn das Kerngeschäft dieses Weltkonzerns ausmachten.

Ja genau richtig geraten: Ich spreche vom Handy (finnisch: Kännykkä)! In Finnland gibt es wie überall mittlerweile mehr Händyverträge als Festnetzanschlüsse. Zu erwähnen sei hier der Wahrheit halber, dass Nokia seine Mobilfunksparte im April 2014 an Microsoft verkaufte. Hauptgeschäftsfeld von Nokia sind seitdem Ausrüstungen für Telekommunikationsnetze sowie weitere Internet-Dienstleistungen.

Somit kann Finnland auch weiterhin in Puncto IT-und Kommunikationstechnologien im internationalen Wettbewerb mithalten. Berühmt ist Finnland außerdem für sein allseitsbekanntes Computerspiel „Angry Birds“. Ein lustiges Animationspiel, das von der finnischen Rovio Entertainment Ltd. entwickelt wurde und mittlerweile nicht nur für den Laptop, sondern auch als App für alle SmartPhones und Tablets erhältlich ist.

Angry Birds, im Hintergrund der weiße Dom von Helsinki
Angry Birds, im Hintergrund: der weiße Dom von Helsinki

Von Sauna und Eisschwimmen

Der Höhepunkt eines finnischen Tages, natürlich nicht nur an einem Sommertag, ist der Gang in die Sauna. Die Finnen gehen das ganze Jahr über in die Sauna. Diese Tradition zeigt sich auch daran, dass zumeist jede Wohnung und jedes Mökki eine kleine Sauna hat oder zumindest jedes Wohnhaus mit einer Sauna im Souterrain ausgestattet ist, die jeder Hausbewohner an bestimmten Wochentagen ganz für sich zur Verfügung hat. Die seit 2009 jährlich stattfindenden finnischen Sauna-Weltmeisterschaften in der südfinnischen Stadt Heinola fanden im Jahr 2010 leider ihr jähes Ende, nachdem ein Teilnehmer es vermutlich übertrieben hat und in der Sauna sein Leben ließ.

Dies soll natürlich nicht heißen, dass der Saunagang eine gefährliche Angelegenheit darstellt. Im Gegenteil, das Saunieren entspannt enorm, ist gesund für Herz und Kreislauf und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte. Wer gesund ist und keine Herz- oder Kreislaufprobleme hat, der kann seinen Saunabesuch getrost genießen. Anzumerken sei hier noch in puncto Saunatradition, dass man in Finnland getrennt nach Geschlechtern sauniert.

In Finnland gibt es eine Menge Saunazubehör in speziellen Sauna-Shops zu kaufen wie unterschiedliche Aufgüsse, Duschgels oder Seifen. Die traditionellste Sauna-Utensilie wächst allerdings direkt vor der eigenen Haustür: die Birke. In Finnland ist es Tradition, sich bei einem Saunabesuch gegenseitig mit Birkenbüscheln leicht auf den Rücken zu schlagen. Das soll die Blutzirkulation anregen. Zudem enthalten die Birkenblätter ätherische Öle, die sich duftend auf der Haut und in der Sauna entfalten. Wie eingangs erwähnt lieben die Finnen Bier. Tradition ist es daher auch, Bier einfach auf den Saunaofen zu gießen und als Aufguß zu nutzen. So entfaltet sich ein angenehmer Geruch nach frischgebackenen Brot in der finnischen Sauna.

Das Eisschwimmen im Winter nach der Sauna ist jedoch vermutlich auch für einen Finnen eine echte Überwindung. Doch die Finnen sind hartgesotten und von Natur aus mit einer gewissen Robustheit bzw. Durchsetzungsstärke ausgestattet, dem so genannten „Sisu“. Das gefällt mir sehr und ich denke wir Deutschen können uns davon ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Ist ihnen aber auch nicht zu verdenken, dass diese Eigenschaft dort oben im hohen Norden besonders nützlich erscheint. Schließlich ist es dort über ein halbes Jahr kalt und dunkel und ohne „Sisu“ wären die Finnen im eisigen Norden, vor allem in Lappland, mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, haushoch verloren.

Finnisches Design – praktisch aber nicht langweilig

Vermutlich wird die dunkle Winterzeit und die Kargheit der Landschaft im Winter, die im ganz hohen Norden von September bis April vorherrscht, der Grund sein, warum die Finnen besonders Wert auf schöne bunte und farbenfrohe Muster von Möbeln, Geschirr aber auch von Schmuck und anderen Dingen des täglichen Bedarfs legen und weshalb einem beispielsweise in den Geschäften von Finlayson oder Marimekko oder bei Stockmann qietschbunte Stoffe oder Kleidung in allen Farben und Formen förmlich anspringen. Denn so lässt sich zumindest künstlich ein wenig der Sommer und eine fast südländische Leichtigkeit in die eigene Wohnung holen.

Das finnische Design und die Architektur kennzeichnen sich ansonsten vor allem durch einen äußerst funktionellen und praktischen Stil. Ein gutes Beispiel hierfür ist die vom finnischen Designer und Architekten entworfene Aaalto Vase oder das Finlandia Talo, ein großes Kongress- und Konzerthaus an der Töölöö-Buch im Zentrum von Helsinki. Die Bauten im so genannten Funktionalismus sind zwar im Vergleich zu den neoklassizistischen Bauten wie beispielsweise dem weißen Dom am Senatsplatz oder der Universität im Zentrum von Helsinki, die der deutsche Architekt Carl-Ludwig Engel entworfen hat, eher schlicht gehalten. Ich finde, das schlichte Design stellt zu dem eben erwähnten teils auffälligen und kunterbunten Innendesign einen recht schönen Kontrast dar.

Auch die Bauten im Jugendstil beispielsweise zu finden im Helsinkier Stadtteil Katajanokka, einer Halbinsel in der Nähe des Kauppatoris (Marktplatzes), sind erwähnenswert. Hier zeigt sich die Verbindung zur altfinnischen Literatur, dem „Kalevala“. Es wurde im 19. Jahrhundert vom finnischen Schriftsteller Elias Lönnrot aus mündlich, überlieferten Erzählungen der finnischen Mythologie zusammengetragen und gilt als Finnlands Nationalepos.

Blick vom Senatsplatz aus auf das Gebäuder der Universität Helsinki
Blick vom Senatsplatz aus auf das Universitätsgebäude der Universität Helsinki, das der deutsche Architekt Carl-Ludwig Engel entworfen hat.

Der sympathische Nationalstolz der Finnen

Die Finnen hegen ein ausgeprägtes Nationalbewusstsein im positiven Sinne. Während sonst überall auf der Welt Stiefel geputzt vor die Tür gestellt werden und man gespannt auf die Ankunft des Nikolaus wartet, zelebrieren die Finnen lieber ihre seit 1917 bestehende Unabhängigkeit. An diesen Tagen gesellen sich die Finnen vielerorts zu Fackelumzügen zusammen oder stellen eine Kerze ins Fenster. Zudem wird an Nationalfeiertagen, wie dem Unabhängigkeitsta überall in ganz Finnland die Landesflagge gehisst. Geflaggt wird aber nicht nur an Nationalfeiertagen, sondern auch an weiteren Feiertage wie Vappu oder Midsommer oder zu Ehren von finnischen Komponisten, Schriftstellern oder Politikern. Die Finnen haben also nicht nur eine enge Bindung zur Natur, sondern auch zu ihrer Kultur und Geschichte.

Zu erwähnen sei auch, dass die Finnen sehr musikalisch sind. Vermutlich ist das der Grund, weshalb die Finnen alle gerne Karaoke singen. Übrigens auch ein sehr lustiger Zeitvertreib, den Du Dir bei einem Finnlandbesuch nicht entgehen lassen solltest und der ein weiterer Beweis dafür ist, dass Du mit den Finnen eine Menge Spaß haben kannst. In der Karaokebar kannst Du Dich auch live davon überzeugen, wie harmonisch die Finnische Sprache gesungen klingt. Auffällig ist sicherlich auch, dass viele gute Rock-Bands aus Finnland kommen. Und wem ein rockiger Sound und spritzige Gitarrenklänge nicht schräg genug sind, der sollte unbedingt einmal an einer Luftgitarrenweltmeisterschaft in Oulu oder dem Gummistiefelweitwurf teilnehmen, die einmal im Jahr stattfinden.

Die Finnen haben einen sympathischen Nationalstolz. An wichtigen Tagen im Jahr wird überall im Land die finnische Flagge gehisst.
An Nationalfeiertagen und an anderen wichtigen Tagen im Jahr wird an allen Häusern und öffentlichen Gebäuden die finnische Flagge gehisst.

Finnischlernen: eine spannende Herausforderung

An der finnischen Sprache gefällt mir besonders, dass sie genauso lebendig und vielseitig ist, wie die Lebensart, das farbenfrohe Design oder das bunte Treiben in den Ballungszentren der finnischen Städte. Manch einer wird allerdings beim Anblick der Wörter lääkäri (Arzt), jäätelöä (Eis) oder hämähäki (Spinne) vom Gebrauch der Vokale förmlich erschlagen. Diese sind aber die Ursache, weshalb die finnische Sprache so angenehm weich und harmonisch klingt und nicht so hart wie die Deutsche.

Außerdem sei hier angemerkt, dass der allseits bekannte Mythos, dass die Finnische Sprache eine der schwierigsten der Welt sei, nur zum Teil zutrifft. Die finnische Sprache ist zwar komplex, hat aber eine sehr regelmäßige Grammatik. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich auch hier die Regel, dennoch folgt auch die Anwendung der 16 Fälle einer genauen Logik. Bei einer Passion für die Sprache wird sich diese jedoch schnell erschließen. Auch wird es nicht schwierig sein, sich die seltsam klingenden Wörter zu merken. Gerade das macht das Finnisch Lernen zu einer besonderen Herausforderung!

Finnische Leckereien und Kuriositäten

Der kulinarische Genuss trifft nicht nur auf die italienische, sondern auch auf die finnische Küche zu. Auch sie hat allerlei Leckereien aber natürlich auch Kuriositäten zu bieten! Neben leckeren, frisch gebackenen Korvapustis (Zimtschnecken) oder schmackhaftem Pulla (finnisches Hefegebäck), gibt es selbstverständlich Fisch aller Art, aber auch zahlreiche geschmackvolle Aufläufe wie „perunalaatiko“ (Kartoffelauflauf) oder „maksaalaatiko“ (Leberauflauf). Letzteres könnte für einen Nichtfinnen vielleicht eher abstoßend wirken, schmeckt aber mit Preiselbeeren versehen wirklich gut.

Ebenso gewöhnungsbedürftig ist, dass es in Finnland etliche Lebensmittel mit Lakritz- oder Salmiakgeschmack gibt. Diese Tradition macht auch vor Eis nicht halt. Dennoch würde ich mir nie wieder ein Fazer-Lakritzeis kaufen….;) Dafür schmeckt die finnische Fazer-Schokolade beispielsweise die Sorte „Geisha“ oder „Salmiakki“ himmlisch. Der zumeist in Lappland gegessene Käse, der allerdings nicht nur weiß und zäh wie Kaugummi aussieht, sondern auch noch so schmeckt, ist nicht unbedingt ein Gaumenschmaus. Doch mit leckerer Moltebeermarmelade ist auch er genieß- und durchaus essbar.

Knusprige Zergmaränen kann man auf dem Helsinkier Wochenmarkt probieren - Lecker!
Knusprig gebratene Zwergmaränen (Muikut) gibts auf dem Finnischen Wochenmarkt in Helsinki direkt am Hafen

Die Moltebeere – Finnlands Nationalfrucht

Die überall vor allem im Norden Finnlands wachsende, wolkenförmige Moltebeere (engl. Cloudsberry), die an eine Himbeere erinnert, wäre sie nicht quietsch orange, gedeiht auch vereinzelt bei uns in Norddeutschland prächtig. Sie steht bei uns allerdings unter Naturschutz. Also bitte nur in Finnland/Lappland pflücken und sammeln! 😉 Natürlich kann man in Finnland auch Rentier- oder Elchfleisch essen. Dies gehört allerdings nicht zum alltäglichen Speiseplan eines Finnen, sondern wird eher zu gehobenen Anlässen oder in der reichen Oberschicht verspeist.

Toll finde ich auch, dass die Finnen einen engen Bezug zu gesunder Ernährung und zu regionalen Produkten hegen. Der Kauf von Produkten aus der Region ist selbstverständlich nicht ganzjährig möglich, aber im Sommer locken überall die bunten Wochenmärkte mit frischem, finnischen Obst und Gemüse aus ökölogischem Anbau. Aber auch im Winter gibt es in den finnischen Markthallen Obst und Gemüse sowie allerlei andere Leckereien zu kaufen.

Die Moltebeere (finnisch: lakka oder hilla) gedeiht am besten auf morastigem Untergrund

Wer die Abwechslung liebt,

genügend Widerstandsfähigkeit und Durchsetzungsstärke besitzt und sich vor keiner Herausforderung scheut, der sollte Finnland, seine Bewohner und die finnische Sprache und Kultur kennenlernen. Und wer einmal das „Land der tausend Seen“, wie das Land im Volksmund auch genannt wird, bereist und wie ich dort eine Zeit lang gelebt hat, der wird verstehen, warum mein Herz für dieses außergewöhnliche Land schlägt und sich dies auch niemals ändern wird.

Ich hoffe, ich habe Eure Neugier für Finnland geweckt!

Schaut Euch gerne auf meiner Website

und meinem Blog um.

Viel Spaß!

FINNTASTIC

Mein Herz schlägt für Finnland!
Mein Herz schlägt für Finnland!