Näkkälä – Ein Film über die samische Kultur und eine ganz besondere Freundschaft

(Filmplakat: RamseierFilm) Näkkälä ist nicht nur ein Film über die samische Kultur, sondern auch die Erzählung einer Freundschaft zwischen den Kulturen.
(Filmplakat: RamseierFilm) Näkkälä ist nicht nur ein Film über die samische Kultur, sondern auch die Erzählung einer Freundschaft zwischen den Kulturen.

Der Film „Näkkälä“ des Schweizer Regisseurs Peter Ramseier gibt nicht nur einen spannenden und authentischen Einblick in die samische Kultur, sondern berichtet auch über eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen zwei völlig unterschiedlichen Kulturen. Im Interview erzählt uns der Filmemacher und Nordlandfan mehr über seinen Film, seine Entstehung und den Dreh vor Ort in der Samensiedlung Näkkälä in Finnisch-Lappland. Außerdem verrät er uns, mehr über das Filmporträt „Daheim in Näkkälä“ und warum gerade diese Filmbiografie über den Schweizer Schriftsteller und Lapplandliebhaber Hans Ulrich Schwaar zu den bewegendsten Filmprojekten seiner Karriere zählt.

Inhaltsverzeichnis


Filmdreh in Sápmi – Regisseur Peter Ramseier erzählt vom Filmdreh in Finnisch-Lappland

Peter Ramseier mit Kamera
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Peter Ramseier am Set zum Filmdreh in Näkkälä/Finnisch-Lappland.


Finntastic:

Grüezi Peter, schön Dich kennenzulernen. Du bist Regisseur und hast bereits einige Dokumentarfilme gedreht. Was gefällt Dir an dieser Art des Filmgenres?

Peter Ramseier:
Für mich ist es spannend unterschiedliche Menschen und ihre Kultur, ihren Alltag und ihre Lebensphilosophie kennenzulernen und diese für ein breites Publikum erlebbar zu machen. Durch meine Arbeit habe ich so schon viele verschiedene Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt kennengelernt. All diese Begegnungen waren für mich sehr bereichernd, da ich daraus jedes Mal auch viel für mein eigenes Leben mitgenommen habe. Der Dokumentarfilm ist für mich deshalb eine ganz wunderbare Form des Films.

Finntastic:
„Näkkälä“ war damals Dein erster eigner Dokumentarfilm. Worum geht es im Film?

Peter Ramseier:
Mein Film „Näkkälä“ gibt einen Einblick in das Leben, die Kultur und Traditionen des indigenen Volkes der Samen in Finnisch-Lappland. Er ist aber auch die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zwischen dem samischen Rentierzüchter Iisakki-Matias Syväjärvi, der in der Samensiedlung Näkkälä in Nordfinnland lebt und die größte Herde der Gegend besitzt, und seinem Gast und guten Freund, dem Schweizer Lehrer, Schriftsteller und Lapplandliebhaber Hans Ulrich Schwaar. Dieser verbrachte rund 20 Jahre seines Lebens jedes Jahr mehrere Monate in der Samensiedlung in Finnisch-Lappland und unterstützte dort seinen Freund Iisakki-Matias bei der Hausarbeit und in der Rentierzucht und schrieb in der übrigen Zeit seine Beobachtungen und Erfahrungen über die samische Kultur in diversen Büchern nieder.

Hans Ulrich Schwaar
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Hans Ulrich Schwaar war nicht nur ein bekennender Lappland-Fan sondern auch ein Reisender zwischen den Kulturen. Über 20 Jahre verbrachte er jeden Sommer in der Samensiedlung Näkkälä bei seinem guten Freund, dem Rentierhirten Iisakki-Matias.


Finntastic:

Das klingt spannend, wie entstand die Idee zum Film?

Peter Ramseier:
Bei einem gemeinsamen Dreh einer kurzen Videosequenz über die Samen in Schwedisch-Lappland für eine Reisereportage kamen mein schwedischer Tonoperateur Roland Arngrip und ich auf die Idee, einen eigenen Dokumentarfilm über die Kultur der Samen zu machen und zwar fernab touristischer Klischees. Roland erzählte mir, dass es noch einige traditionelle Samensiedlungen in Schweden gäbe, wo die Menschen noch immer nach Jahrhunderte alten Traditionen in völligem Einklang mit der Natur leben.

Bei der Recherche über die Samen bin ich auf den pensionierten Lehrer und Schweizer Hans Ulrich Schwaar aufmerksam geworden, der damals bereits acht Bücher über die samische Kultur geschrieben hatte. Zunächst dachte ich, Schwaar wäre einfach ein guter Informant, der mir bei meiner Recherche nach einem samischen Protagonisten und einer Samensiedlung helfen kann. Doch als mir Hans Ulrich Schwaar bei unserem ersten Treffen so viel Spannendes über die Samen und seine eigene Verbindung zu Sápmi erzählte, war mir klar: Das ist die Geschichte für den Film!

Ich habe dann Hans Ulrich Schwaar gefragt, ob er Teil meines Films sein möchte. Er stimmte zu, aber nur unter der Bedingung, dass nicht er, sondern die samische Kultur im Zentrum des Films stehen müsse und wir zunächst seinen Gastgeber und Freund Iisakki-Matias und das Samendorf Näkkälä mit seinen 40 Einwohnern überzeugen müssten. Er schlug mir vor, ihn dafür bei seinem nächsten Aufenthalt in Näkkälä besuchen zu kommen, um Iisakki-Matias und die Dorfbewohner kennenzulernen. Und so bin ich im November 2003 mit einer kleinen Kameraausrüstung nach Finnisch-Lappland gereist.

Sapmi - Näkkälä
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Blick auf die Samensiedlung in Näkkälä.


Finntastic:

Und wie war der erste Kontakt zu den Menschen vor Ort?

Peter Ramseier:
Das war recht lustig, denn von Rentierzüchter Iisakki-Matias fehlte bei meiner Ankunft zunächst mehrere Tage jede Spur, obwohl Hans Ulrich Schwaar ihn über meinen Besuch informiert hatte. Am dritten Tag tauchte Iisakki-Matias endlich auf. Die Begrüßung war kurz und mein Gastgeschenk, eine Flasche Cognac, nahm er zunächst wortlos an. Nach dem Abendessen, es gab Rentiergeschnetzeltes mit Kartoffelstampf, taute er urplötzlich auf und wollte alles über mein Filmprojekt wissen und lud mich schließlich sogar ein, ihn am nächsten Tag mit der Kamera zu den Rentieren zu begleiten. Das war natürlich eine echte Herausforderung für mich und mein kleines Kameraequipment, denn es war Winter und draußen herrschten extreme Minusgrade. Aber zumindest war das erste Eis gebrochen. (lacht)

Finntastic:
Erzähl uns mehr über Deine erste Begegnung mit den Rentieren. Das war sicher ziemlich beeindruckend.

Peter Ramseier:
Iisakki-Matias machte für mich am nächsten Morgen einen Schlitten parat und hängte ihn an sein Schneemobil. So konnte ich ihn während der Fahrt zu den Rentieren filmen. Doch die Wetterbedingungen waren anfangs überhaupt nicht ideal. Es war sehr nebelig und damit extrem schwierig die Herde ausfindig zu machen. Doch etwas später waren wir dann plötzlich von rund 1000 Rentieren in freier Wildbahn umgeben! Wirklich unbeschreiblich schön! Iisakki-Matias hielt dann sogar extra langsam an und machte den Motor aus, so dass ich hautnah einen Kampf zwischen zwei Rentierbullen mit der Kamera einfangen konnte. Ich würde sagen, er hatte von Anfang an eine Art Gefühl für den Film und die verschiedenen Szenen. Ich durfte ihn tatsächlich den ganzen Tag mit der Kamera begleiten und ihn abends sogar dabei filmen, wie er im Räucherzelt Rentierfleisch räucherte. Doch ein eindeutiges “Ja” für den eigentlichen Filmdreh hatte Iisakki-Matias mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht signalisiert.

Kampf der Giganten
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Diese beeindruckende Szene von zwei kämpfenden Rentierbullen konnte Peter Ramseier bei seinem ersten Besuch in Finnisch-Lappland mit der Kamera festhalten.


Finntastic:

Und wie hast Du Iisakki-Matias schließlich von Deiner Filmidee überzeugt?

Peter Ramseier:
Am Ende meines Aufenthaltes in Näkkälä schlug mir Isakki-Matias zunächst vor, dass ich ihm die Szenen einmal zusammenschneiden und ihm beim nächsten Besuch vorspielen solle. Also bin ich ein halbes Jahr später noch einmal nach Näkkälä gereist, um ihm mein Filmmaterial zu zeigen. Als er sich die viertelstündige Fassung des gesichteten Filmmaterials anschaute und sich auf dem Bildschirm erblickte, schmunzelte er und gab mir schließlich sein Okay für den Dreh. Er wies mich aber auch daraufhin, dass wir beim Dreh und den unterschiedlichen Ereignissen immer im Vorfeld das Einverständnis der anderen Dorfbewohner einholen müssten, weil nicht jeder der Dorfbewohner gefilmt werden möchte.

Finntastic:
Wie hast Du Dich auf den Filmdreh vorbereitet?

Peter Ramseier:
Aus den Büchern und Erzählungen von Hans Ulrich Schwaar wusste ich bereits sehr viel über die Kultur der Samen. Aus all diesen Informationen habe ich mein erstes Drehbuch geschrieben. Wichtig war mir, im Film alle acht samischen Jahreszeiten abzubilden. Denn die Samen teilen ihr Jahr nach den Wanderrouten der Rentiere ein. Mit dem Drehbuch hatte ich somit einen ersten roten Faden. Ich wusste genau, welche Szenen ich vor Ort drehen wollte. Für den Dreh waren wir insgesamt fünfmal in Näkkälä, was ungefähr einem gesamten Zeithorizont von drei Monaten entspricht. Natürlich habe ich alles im Vorfeld mit Rentierzüchter iIsakki-Matias abgesprochen. Von ihm und den Dorfbewohnern kamen in diesem Zusammenhang auch viele gute Anregungen für weitere Alltagsszenen, wofür ich bis heute sehr dankbar bin. Denn der Film sollte ja kein Spielfilm werden, sondern das Leben der Samen und ihre Kultur so authentisch wie möglich dokumentieren.

Am Filmset von Näkkälä
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Das Filmteam vor Ort in Näkkälä (v.l.n.r. Übersetzerin Mirja Hyvärinen, Peter Ramseier, Hans Ulrich Schwaar, Iisakki-Matias Syväjärvi und Tonoperateur Roland Arngrip)


Finntastic:

Erzähl uns mehr über den Dreh in Näkkälä in Finnisch-Lappland?

Peter Ramseier:
Um interessante Einblicke und auch Bilder zu erhalten, musste ich natürlich zunächst ein Vertrauensverhältnis zu den Menschen vor Ort aufbauen. Die Samen sind sehr scheu und zurückhaltend gegenüber Fremden. Deshalb habe ich im Vorfeld auch viele lange Gespräche mit iIsakki-Matias sowie mit einigen Dorfbewohnern geführt, dabei hat mich auch Übersetzerin Mirja Hyvärinen unterstützt.

Ich erinnere mich außerdem an eine Situation zu Beginn unseres Aufenthaltes. Wir wollten an diesem Tag im Sommer die ersten Szenen drehen, aber Iisakki-Matias meinte nur: „Heute wird nicht gedreht!“. Auch am nächsten und übernächsten Tag wollte er nicht drehen. Das war für uns natürlich frustrierend, denn wir hatten nur eine bestimmte Anzahl an Drehtagen vorgesehen. In der Nacht, morgens gegen zwei, klopfte es dann urplötzlich an der Tür unserer Hütte und da stand Iisakki-Matias und erklärte uns, dass er jetzt zu einer mehrtägigen Tour mit uns aufbrechen und drehen möchte. (lacht) In Windeseile haben wir also unsere Klamotten und das Kameraequipment zusammengepackt und in den Jeep geladen und sind mit Iisakki-Matias zwei Stunden durch das Fjell bis nach Pöyrisjärvi gefahren.

Dort bekamen wir die Chance beeindruckende Szenen von der Kälbermarkierung zu drehen. Das war natürlich klasse, denn die Kälbermarkierung ist eines der wichtigsten Rituale der Samen im Jahr, bei dem die im Frühjahr geborenen Kälbchen ihre Ohrmarken erhalten. Ich glaube, Iisakki-Matias Verhalten uns gegenüber war ein Vertrauenstest. Hätten wir Iisakki-Matias Entscheidung nicht zu filmen nicht akzeptiert, hätten wir diese wundervollen Szenen nicht drehen dürfen.

Auf dem Weg nach Pöyrisjärvi
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Mit dem Geländewagen auf dem Weg zum Filmdreh in Pöyrisjärvi: Eine Panne im Fjell bedeutet Geduld haben. Nach vier Stunden halfen befreunde Samen den Wagen aus dem Schlamm zu ziehen.


Finntastic:

Und welche Herausforderungen gab es noch beim Dreh?

Peter Ramseier:
Herausgefordert haben uns beim Dreh im Sommer natürlich die Mückenschwärme, doch die größte Herausforderung war der Dreh der Rentierscheidung im November. Immer wenn der erste Schnee fällt und der Boden gefroren ist, werden die Rentiere zusammengetrieben, um sie zu zählen und die Tiere für die Eigenschlachtung und den Verkauf an den Schlachthof auszusuchen. Das ganze Ereignis dauerte rund 18 Stunden. Es war durchgängig dunkel. Die Temperaturen lagen bei unter 30 Grad und es gab vor Ort keine Hütten zum Aufwärmen. Das war nicht nur für uns und unsere kalten Füße eine besondere Herausforderung, sondern vor allem für unser Kameraequipment.

Zum Glück hielt die Kamera bis zum Schluss durch. Allerdings versagte zwischendrin ein Tonkanal, so dass wir nur in Mono weiterdrehen konnten, was aber nicht so dramatisch war. Neben der Kälte war außerdem das Licht eine echte Herausforderung, denn es war ja den ganzen Tag dunkel und ich konnte selbst kein Licht setzen, sondern musste mich mit den grellen Flutlichtstrahlern vor Ort arrangieren, die die Samen besaßen. Und dann gab es beim Dreh der Rentierscheidung noch einen kleinen Disput mit Antti, einem Kumpel von Iisakki-Matias, den ich auch sehr gut kannte, weil er während unserer Dreharbeiten in Lappland öfters in Iisakki-Matias Hütte auf einen Schnaps vorbeikam. Doch als ich ihm verständlich machte, dass mein Film doch ein bedeutendes Zeitdokument über die Kultur der Samen werden solle, konnten wir am nächsten Tag weiterdrehen. Ich glaube, er hatte an diesem Tag einfach etwas viel getrunken und wollte so einfach nicht gefilmt werden.

Auf dem Rentiermarkierungsplatz in Pöyrisjärvi
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Iisakki-Matias bei der Arbeit auf dem Rentiermarkierungsplatz in Pöyrisjärvi.


Finntastic:

Du warst also bei vielen wichtigen samischen Ereignissen dabei. Welches ist Dir dabei besonders in Erinnerung geblieben?

Peter Ramseier:
Neben der Kälbermarkierung im Sommer war das vor allem die bereits erwähnte Rentierscheidung im November. Es war beeindruckend wie schnell die Auswahl der Tiere für die Schlachtung und den Verkauf ablief. Tief berührt hat mich außerdem, als ich förmlich spürte, wie Iisakki-Matias und all diese gestandenen Männer mit den Rentieren litten, als sie die Tiere in die LKWs verluden. Denn für die Samen hat jedes Tier eine Seele. Am nächsten Tag konnte ich dann auch ein Gespräch zwischen iIsakki-Matias und einem befreundeten Rentierzüchter filmen. Iisakki-Matias bedauerte darin, dass er einige seiner Tiere an den Schlachthof verkaufen müsse und dass er überhaupt nicht mit den Transportbedingungen einverstanden sei. Denn die Tiere werden zu Hunderten in die Lastwagen gepfercht und haben enorme Platzangst. Sie wissen nicht, was mit ihnen geschieht und scheiden Stresshormone aus. Diese gelangen ins Fleisch und verfälschen auch den guten Geschmack des Rentierfleisches. Er meinte, dass man die Tiere deshalb vor Ort schlachten müsse, um ihnen die Strapazen durch den Transport zum Schlachthof zu ersparen.

Und dann erinnere ich mich noch an eine echt witzige Geschichte: Ich wollte bei meinem Besuch im Herbst Iisakki-Matias unbedingt beim Fischen filmen. Aber da Iisakki-Matias den Drehplan entschied, hatte ich am vorletzten Drehtag die Szene noch immer nicht im Kasten. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er nur, morgen würden wir dazu zur Sommerhütte am Pöyrisjärvi aufbrechen. Als wir ankamen türmten sich jedoch dunkle Wolken auf und anstatt sein Angelequipment zu holen, kochte Iisakki-Matias seelenruhig Kaffee und begann dann Rentierfleisch und Kartoffelstampf zuzubereiten.

Als ich unruhig vor die Tür trat und zum Himmel schaute, ließ er mir durch Übersetzerin Mirja ausrichten: „Peter Du bist viel zu ungeduldig. Das ist gar nicht gut für den Film. Du solltest Vertrauen haben. Komm rein und entspann Dich!“ Dann kam der Regen. Es prasselte wirklich nur so auf das Dach der kleinen Holzhütte, es donnerte und blitzte. Doch so schnell wie das Unwetter gekommen war, verschwand es auch wieder. Der Himmel lichtete sich und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Somit sind wir schließlich doch noch zum Fischen aufgebrochen und ich konnte Iisakki-Matias im schönsten Sonnenschein beim Angeln filmen. Ich versuche seitdem das Leben viel entspannter zu sehen. Ich glaube Geduld ist auch eine Sache, die wir von den Samen lernen können. 

Iisakki-Matias Syväjärvi
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Iisakki-Matias war nicht nur Rentierhirte, sondern auch ein ganz besonderer Mensch. Für Peter Ramseier fühlte es sich fast so an, als könne Iisakki-Matias Gedanken lesen.


Finntastic:

In einem früheren Interview zu Näkkälä hast Du einmal erwähnt, dass Du beim Dreh immer wieder das Gefühl hattest, Iisakki-Matias könnte tief in Dich hineinschauen. Was genau meinst Du damit? Erzähl uns ein wenig über Iisakki-Matias, was war er für ein Mensch?

Peter Ramseier:
Ich habe tatsächlich von Anfang an gespürt, dass Iisakki-Matias ein ganz besonderer Mensch ist. Und um es mit den Worten von Hans Ulrich Schwaar zu beschreiben: Er war ein Schamane, ein Seher. Das erste Erlebnis dazu hatte ich bereits bei meinem ersten Besuch in Näkkälä, als Iisakki-Matias mich mit zu den Rentieren nahm. Er ermöglichte mir an diesem Tag viele der Szenen intuitiv zu filmen, über die ich wirklich erst kurz zuvor nachgedacht hatte.

Und dann erinnere ich mich an diese eine Szene, wo ich es wirklich spürte, dass Iisakki-Matias tief in meine Seele schauen kann. Und zwar war das im Winter bei einem dreitägigen Aufenthalt bei den Rentieren in der kleinen Holzhütte, die die Rentierhirten für diese Zeit bewohnen. Sie steht auf Kufen und wird mit der Route der Rentiere versetzt. Ich filmte an diesem Abend Iisakki-Matias, wie er bei Kerzenschein in der Holzhütte saß, Rentierfleisch aß und Transistorradio hörte. Für den Abschluss der Szene dachte ich, wäre es nun perfekt, wenn er sich im Anschluss zum Schlafen hinlegen würde. Und als wenn er meine Gedanken lesen konnte, stand er auf, schaltete das Radio aus, legte sich hin und schloss die Augen. Ein paar Minuten später, als ich alles im Kasten hatte, öffnete er die Augen wieder, erhob sich und sagt „So Film fertig, jetzt hast Du alles!“

Bei den Rentieren
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Im Winter bei den Rentieren im Fjell. Die mobile Hütte ist der einzige Ort wo keine extremen Minusgrade herrschen.


Finntastic:

Was hast Du während des Drehs über die Männerfreundschaft zwischen Hans Ulrich Schwaar und dem samischen Rentierzüchter Iisakki-Matias Syväjärvi erfahren? Wie würdest Du sie beschreiben?

Peter Ramseier:
Ich würde behaupten, es war eine überirdische Freundschaft. Die beiden Männer brauchten nicht viele Worte, um sich zu verstehen. Ihre Freundschaft war geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und Herzlichkeit, bewegte sich dennoch immer im Spannungsfeld zweier unterschiedlicher Kulturen. Denn auch wenn sich die beiden Freunde sprichwörtlich blind verstanden, so waren sie doch sehr unterschiedlich. Während für den redseligen Hans Ulrich Schwaar Pünktlichkeit und Disziplin eine Tugend waren, so war der wortkarge Same Iisakki-Matias eher ein Eigenbrötler, der nach seinem ganz eigenen Rhythmus lebte und für den samische Rituale und das Gesetz der Natur seinen Lebenswandel bestimmten. Eine Sache stellte ihre Freundschaft allerdings immer wieder auf die Probe: Hans Ulrich war nämlich nicht so begeistert, dass Iisakki-Matias so viel Alkohol trank. Darüber gab es daher regelmäßig Diskussionen oder kleine Konflikte.

Dreh auf der Fahrt zum Pöyrisjärvi
Dreh auf der Fahrt zum Pöyrisjärvi zusammen mit Hans Ulrich Schwaar (links) und Iisakki-Matias (Mitte).


Finntastic:

Im Film ist auch samischer Joik zu hören, der traditionelle Kehlgesang der Samen. Wie hast Du die Musik zum Film ausgesucht. Ist es ein bestimmter Joik, den wir da hören, weil dort auch die Worte „Sámiid ædnan“, also unser Samenland zu hören sind?

Peter Ramseier:
Um ehrlich zu sein, haben wir die Joiks eher nach der Melodie ausgesucht, nicht aufgrund des Textes. Viele traditionelle Joiks haben auch gar keinen Text. Für mich war von Anfang an klar, dass ich einen Joik von Mari Boine dabeihaben möchte, da sie eine sehr bekannte samische Joikkünstlerin und Musikerin ist.

Per Zufall habe ich in der Schweiz dann einen Samen kennengelernt, der eine Schweizerin geheiratet hat. Er machte mich auf einen weiteren schönen Joik von einem damals noch recht unbekannten, norwegischen Joikünstler Names Johan Sara Jr. aufmerksam, der im Gegensatz zu Mari Boine eher sehr modernen Joik macht und ihn mit Jazzelementen verknüpft. Beide habe ich dann in den Film einfließen lassen, natürlich angepasst an die jeweilige Szene. Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.

Finntastic:
Konntest Du vor Ort auch bei einem echten Joik zuhören?

Peter Ramseier:
Das war leider eher schwierig. Iisakki-Matias joikte eigentlich nur, wenn die Kamera nicht an war, denn Joik ist nicht nur etwas sehr Spirituelles, sondern auch etwas total Spontanes. Etwas, das man eben nicht einfach auf Knopfdruck abspulen kann. Ich denke viele Samen möchten deshalb auch nicht beim Joiken gefilmt werden, wenn sie keine samischen Musiker sind. Daher gibt es auch nur eine ganz kleine Joikpassage im Film, als Iisakki-Matias sich mit einer befreundeten Samin in seiner Hütte am See zum Kaffee trifft. Da war er ganz entspannt und ich hatte zufällig die Kamera laufen.

Sommerhütte am Pöyrisjärvi
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Samische Holzhütte am Pöyrisjärvi. In den weißen Nächten geht hier im Sommer die Sonne nicht unter.


Finntastic:

Dich verbindet auch eine enge Freundschaft zu Hans Ulrich Schwaar. Erzähl uns ein wenig über ihn. Was war er für ein Mensch?

Peter Ramseier:
Ich würde sagen Hans Ulrich war ein sehr liebenswerter und offener Mensch. Er war sehr wissbegierig, sogar bis ins hohe Alter und ein engagierter Lehrer, der jeden einzelnen seiner Schüler seinen Fähigkeiten nach förderte. Das haben mir auch mehrere seiner Schüler bestätigt, die ich im Vorfeld des Filmdrehs interviewt habe. Schwaar war zudem sehr sportlich. Er hat Leichtathletik betrieben und hätte sogar an der Olympiade in Helsinki im Jahr 1952 teilgenommen, wenn er nicht diesen bedauerlichen Skiunfall gehabt hätte. Außerdem hat er den Orientierungslauf, der ursprünglich ja aus dem Norden kommt, in die Schweiz gebracht und in den Schulunterricht integriert. Auch die Musik gehörte zu seinem Steckenpferd. Schwaar konnte Klavier, Geige und Trompete spielen und hat mit den Schülern seiner Förderklasse sogar ein eigenes Schulorchester aufgebaut. Außerdem sammelte Schwaar Kunst und gründete dafür sogar seine eigene Stiftung „Kunst auf dem Lande“, die später in die Hans Ulrich Schwaar Stiftung umbenannt wurde und dessen Kunstsammlung heute im Besitz der Gemeinde Langnau ist.

Und dann hat Schwaar wie bereits erwähnt zahlreiche Bücher geschrieben, z.B. über die samische Kultur, aber auch Geschichten aus dem Emmental. Er war außerdem Übersetzer und ein großer Fan der Emmentaler Mundart und hat daher viele Bücher ins Berndeutsche übersetzt, zum Beispiel das berühmte Werk „Die Sieben Brüder“ des finnischen Schriftstellers Aleksis Kivi. Dafür wurde er sogar mit dem finnischen Orden der Weißen Rose von Finnland geehrt.

Dieser Facettenreichtum seiner Person, der hat mich wirklich sehr fasziniert und war auch der Anreiz für meinen zweiten Film „Daheim in Näkkälä“. Allerdings war Schwaar auch ein typischer Lehrer, der beim Filmdreh immer mal wieder durchkam, was bedeutete, dass er manchmal ein wenig mürrisch war, wenn ich als Regisseur eine Szene aus gutem Grund etwas anders umgesetzt haben wollte als er. (lacht)

Dreh mit Hans Ulrich Schwaar
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Am Set in Näkkälä: Hans Ulrich Schwaar erzählt von seiner Liebe zum Norden, Lappland und der samischen Kultur.


Finntastic:

Dein zweiter Film „Daheim in Näkkälä“ ist ein biografischer Film über Hans Ulrich Schwaar und sein facettenreiches Leben, der wohl zu einem der bewegendsten Filmprojekte gehört, die Du jemals gemacht hast. Wie kam es dazu?

Peter Ramseier:
Eigentlich sollte mein Film über Hans Ulrich Schwaar zunächst eine Art Rückblende werden, bei dem Schwaar aus dem Altersheim in der Schweiz auf sein bewegtes Leben zurückblickt. Wir wollten auch eine Abschiedszene in Näkkälä drehen. Doch drei Wochen nach Drehbeginn teilte mir Schwaar, der damals bereits 93 Jahre alt, gebrechlich und auch fast blind war mit, dass er seine letzten Lebensmonate in Lappland verbringen werde und nicht mehr in die Schweiz zurückkehren würde. Er berichtete mir, dass er in dieser Zeit bei der Ex-Frau eines Freundes in Äkäslompolo wohnen könne, die Altenpflegerin sei und die sich in der Zeit um ihn kümmern würde. Das hat mich natürlich überrascht, aber ich habe mich auch für ihn gefreut. Es war zwar nicht Näkkälä, aber es war seine zweite Heimat Lappland und Äkäslompolo lag auch nur rund 200 Kilometer von Näkkälä entfernt. Trotzdem hat diese Entscheidung natürlich mein komplettes Drehbuch durcheinandergebracht. Denn ich musste ja nun die Geschichte ganz anders erzählen, denn er bestand darauf, dass ich ihn in dieser letzten Zeit mit der Kamera begleiten sollte.

Finntastic:
Und wie war das für Dich so tief in das Leben einer anderen Person eintauchen zu dürfen und vor allem Hans Ulrich Schwaar bei seiner letzten Reise nach Sápmi begleiten zu dürfen?

Peter Ramseier:
Das war natürlich hoch emotional, zum einen, weil ich ja wusste, dass Hans Ulrich nicht mehr lange leben würde und zum anderen, weil wir auch Szenen direkt in Näkkälä gedreht haben. Und auch wenn Hans Ulrich fast nichts mehr sah, so merkte ich, wie er aufblühte, je näher wir Näkkälä kamen. Er hat förmlich von innen heraus gestrahlt und so viel aus der Zeit erzählt. Ich erinnere mich auch noch an den entscheidenden Moment, als wir am Ziel waren, da sagte Hans Ulrich: „Jetzt bin ich daheim!“

Bewegend war für mich auch der Nachdreh. Denn Hans Ulrich hatte noch ein Buch geschrieben, das während dieser Dreharbeiten in Lappland noch nicht im Druck war. Also bin ich im Januar dafür extra nochmal nach Lappland gereist. Drei Wochen später ist Hans Ulrich dann verstorben, da war ich gerade beim finalen Schneiden des Films. Er hat den Film also selbst nicht mehr gesehen. Das hat mich natürlich sehr traurig gemacht.

Getröstet hat mich allerdings, dass Schwaar ohne meine Idee diesen Film zu machen wohl einsam im Altersheim fernab seiner Heimat Lappland verstorben wäre. Aber so ist er nach Sápmi heimgekehrt und konnte dort sterben, wo er sich eigentlich zu Hause fühlte. Diese Begegnung mit Hans Ulrich Schwaar und auch mit Iisakki-Matias und die Zeit die ich dort im hohen Norden verbracht habe, hat nicht nur mein eignes Leben geprägt, sondern auch meine Liebe zum Norden noch einmal vertieft.

Hans Ulrich Schwaar - Daheim in Näkkälä
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Filmdreh zur Filmbiografie “Daheim in Näkkälä”. Hans Ulrich Schwaar besucht das ehemalige Haus von Iisakki-Matias und erinnert sich an seinen Freund und die gemeinsam Zeit, die sie hier verbracht haben.


Finntastic:

Was für eine bewegende Geschichte! Hast Du zum Abschluss noch einen Buchtipp zu Sápmi für uns? Welches Buch von Hans Ulrich Schwaar würdest Du empfehlen?

Peter Ramseier:
Das Problem ist vermutlich, dass viele Bücher von Hans Ulrich Schwaar leider bereits vergriffen sind. Allerdings könntet ihr noch in ein paar Online-Antiquariaten oder über den Förderverein Hans Ulrich Schwaar fündig werden. Mir persönlich hat „Tundra, Sumpf und Birkenduft“ sehr gut gefallen, da es einen sehr guten Einblick in die samische Kultur gibt, oder sein Buch mit dem Titel „Am Rande der Arktis“. Und dann sind natürlich Hans Ulrichs Aufzeichnungen aus seiner Zeit in Näkkälä sehr spannend. Aber für den Einstieg sind sicher die anderen beiden Bücher besser geeignet.

Finntastic:
Kiitos Peter für diesen tollen Einblick in die Dreharbeiten und Erlebnisse zu Deinen beiden Filmen „Näkkälä“ und „Daheim in Näkkälä“. Mich haben beide Filme sehr berührt und ich kann sie allen, die sich für die Kultur der Samen interessieren wirklich wärmstens empfehlen.


Kurzporträt Peter Ramseier

Peter Ramseier
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Peter Ramseier liebt die Natur und den hohen Norden. Sein Dokumentarfilm “Näkkälä” gibt einen spannenden Einblick in die samische Kultur.

Peter Ramseier ist ausgebildete Fotograf, Kameramann und Regisseur. Er wuchs in Pratteln, in einem Vorort von Basel auf. Mit sieben Jahren entdeckter er seine Leidenschaft für den Film, als er während eines Ausflugs mit seinen Eltern im Stadtzentrum von Basel bei einem Filmdreh zuschauen durfte. Mit 14 Jahren bewarb er sich beim Schweizer Fernsehen für eine Ausbildung zum Kameramann. Doch der Sender lehnte ab, denn für diesen Beruf war zunächst eine Ausbildung zum Fotografen Voraussetzung.

Doch Ramseier gab nicht auf. Nachdem er zunächst nach seiner Ausbildung fünf Jahre als Fotoreporter bei Photopress in Zürich tätig war, ergatterte er schließlich doch die langersehnte Stelle als Kameramann. 40 Jahre lang filmte Ramseier für das Schweizer Fernsehen und war gemeinsam mit dem schwedischen Tonoperateur Roland Arngrip auch oft im hohen Norden unterwegs.

Peter Ramseier mit Iisakki-Matias Syväjärvi und Hans Ulrich Schwaar in Kautokeino
(FOTO: Peter Ramseier/Ramseier Film) Peter Ramseier (v.l.n.r.) mit Iisakki-Matias Syväjärvi und Hans Ulrich Schwaar vor der Filmpremiere des Films “Näkkälä” in Kautokeino (Norwegen) im April 2006.

Entstanden sind zahlreiche spannende Dokumentationen über ganz unterschiedliche Menschen und Kulturen. Der Film „Näkkälä” (2005), gibt nicht nur einen einzigartigen Einblick in das Leben der Samen in Finnisch-Lappland, sondern erzählt auch von einer besonderen Freundschaft zwischen zwei völlig unterschiedlichen Kulturen und zwar zwischen dem Rentierzüchter Iisakki-Matias aus Näkkälä und dem Schweizer Schriftsteller, Lehrer und Lapplandfan Hans Ulrich Schwaar.

Bewegend ist auch Ramseiers Film „Daheim in Näkkälä” (2014). Er gibt einen spannenden Rückblick auf das Leben von Schwaar und zählt wohl zu den bewegendsten Filmprojekten in Ramseiers Filmkarriere. Denn für den Film begleitete der Schweizer Regisseur den damals 93-Jährigen auf seiner letzten Reise nach Finnisch-Lappland, da Schwaar entschieden hatte, seine letzten Lebensmonate nicht im Altersheim in der Schweiz, sondern in seiner zweiten Heimat Sápmi zu verbringen, wo er auch seine letzte Ruhe fand.

Weitere Informationen zu den beiden Filmen auch auf www.ramseierfilm.ch sowie zu Hans Ulrich Schwar auf der Webseite des Fördervereins Hans Ulrich Schwaar. Der Film „Daheim in Näkkälä“ ist im stationären Handel sowie auch online verfügbar. Wer sich für den Film „Näkkälä“ interessiert, aber Schwierigkeiten hat, den Film über ein Online-Antiquariat zu erhalten, kann sich für eine Filmkopie auch direkt an Regisseur Peter Ramseier wenden.


Näkkälä-Gewinnspiel

Näkkälä Filme Peter Ramseier
(FOTO: Finntastic) Die Filme von Peter Ramseier sind ein echter Geheimtipp für alle, die sich für die samische Kultur interessieren und mehr über eine ganze besondere Freundschaft zwischen den Kulturen erfahren wollen. Jetzt mit machen und ein “Näkkälä Film-Set” gewinnen!

(Werbung)* Ihr interessiert euch für die Kultur der Samen und für die Geschichte von Hans Ulrich Schwaar? Dann macht mit beim “Näkkälä-Gewinnspiel” und gewinnt mit etwas Glück ein “Näkkälä Film-Set”, bestehend aus einer Original DVD “Daheim in Näkkälä”, eine Kopie des Films “Näkkälä” sowie ein Autogramm und einen persönlichen Gruß von Regisseur Peter Ramseier.

So könnt ihr gewinnen:

Beantwortet die folgenden beiden Fragen und postet uns eure Antworten in einen Kommentar unter diesen Beitrag und ihr rutscht automatisch in den Lostopf:

Frage 1: Was macht den Film “Näkkälä” so besonders?

Frage2: Warum zählt der Film “Daheim in Näkkälä” zu den bewegendsten Filmprojekten von Peter Ramseier?


* Das Gewinnspiel ist eine Kooperation mit Regisseur Peter Ramseier (Ramseier Film). Mehr dazu, was sich unter dem Wort “Werbung” verbirgt, erfahrt ihr unter Media Kit und Kooperationen.


Teilnahmebedingungen, Gewinnspielrichtlinien und Datenschutz

Das Gewinnspiel ist eine private Verlosung und wird von der Seitenbetreiberin von www.finntastic.de veranstaltet. Den Gewinn (siehe Abschnitt Gewinn) hat Regisseur Peter Ramseier zur Verfügung gestellt. Das Gewinnspiel steht sonst in keiner Verbindung zu anderen Unternehmen oder Personen und auch nicht zu Social Media Kanälen wie Facebook, Instagram oder Twitter.

Empfängerin der von den Teilnehmern bereitgestellten Daten und Informationen und damit Ansprechpartner und Verantwortliche für das Gewinnspiel ist einzig und allein die Seitenbetreiberin von www.finntastic.de. Sämtliche Fragen, Kommentare oder Beschwerden zum Gewinnspiel sind deshalb an info@finntastic.de zu richten.

Teilnahmeberechtigung

Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist zu den folgenden, aufgeführten Teilnahmebedingungen und Gewinnspielrichtlinien möglich. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erkennt der Teilnehmer diese ausdrücklich an. Es gilt ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Sollten einzelne Teilnahmebedingungen und/oder Gewinnspielrichtlinien ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Richtlinien hiervon unberührt.

Teilnahmeberechtigt ist jede volljährige Person ab 18 Jahren mit Hauptwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich, der Schweiz und Finnland. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist für alle Teilnehmer kostenlos und ausschließlich online über diesen Gewinnspielpost auf www.finntastic.de möglich. Den Teilnehmern entstehen keine Zusatzkosten.

Jede Person darf nur einmal am Gewinnspiel teilnehmen. Die mehrfache Teilnahme z.B. mit unterschiedlichen Namens-Profilen bzw. E-Mail-Adressen ist nicht zulässig und führt bei Bekanntwerden automatisch zum Ausschluss vom Gewinnspiel.

Gewinn

Unter allen Teilnehmern des Gewinnspiels wird ein “Näkkälä Film-Set” verlost, bestehend aus einer Original DVD “Daheim in Näkkälä”, einer Kopie des Films “Näkkälä” sowie einem Autogramm und einem persönlichen Gruß, das Regisseur Peter Ramseier höchstpersönlich zur Verfügung gestellt hat.

Teilnahme und Gewinnspielablauf

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müssen die Teilnehmer die zwei folgenden Fragen beantworten und in einen Kommentar unter diesen Blogbeitrag posten:

Gewinnspielfragen:

Frage 1: Was macht den Film “Näkkälä” so besonders?

Frage2: Warum zählt der Film “Daheim in Näkkälä” zu den bewegendsten Filmprojekten von Peter Ramseier?

Das Gewinnspiel läuft vom 24.05.2022 bis 01.07.2022 ausschließlich auf www.finntastic.de. Teilnahmeschluss ist der 1. Juli 2022 um 23:59 Uhr. Danach gepostete Kommentare zählen nicht mehr für diese Verlosung.

Die Ermittlung der Teilnahmeberechtigung sowie die Preisauslosung findet am 02. Juli 2022 statt. Bei der Gewinnauslosung entscheidet das Los unter Gewährleistung des Zufallsprinzips.

Der Gewinner wird via E-Mail benachrichtigt. Das Angeben einer funktionstüchtigen E-Mailadresse beim Abgeben des Kommentars ist daher zwingend erforderlich. Sollte sich ein Gewinner nicht innerhalb von sieben Tagen nach der Benachrichtigung per E-Mail zurückmelden, verfällt der Anspruch auf den Gewinn und es wird ein neuer Gewinner ausgelost.

Ausschluss von Teilnehmern

Finntastic behält sich vor Teilnehmer von der Teilnahme auszuschließen und zu löschen, wenn diese die Aufgabe verfehlen oder gegen die Teilnahmebedingungen bzw. Gewinnspielrichtlinien verstoßen. Teilnehmer, die die Verlosung manipulieren (z.B. durch die Teilnahme mittels mehrerer E-Mailadressen bzw. Namensprofile) können bei Bekanntwerden von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen werden. Beim Bekanntwerden einer Manipulation können Gewinne sogar nachträglich aberkannt sowie bereits ausgelieferte Gewinne zurückgefordert werden. Der Missbrauch von fremden Namen führt grundsätzlich zum Ausschluss vom Gewinnspiel.

Abbruch/Aussetzen des Gewinnspiels

Finntastic behält sich vor, bei Kenntnis von Manipulationen oder wenn eine ordnungsgemäße Durchführung des Gewinnspiels nicht mehr sichergestellt ist, das Gewinnspiel abzubrechen bzw. zu unterbrechen. Dies gilt insbesondere beim Ausfall von Hard- oder Software, Programmfehlern oder nicht autorisierten Eingriffen von Dritten (z.B. Computerviren) oder wenn rechtliche Probleme vorliegen.

Datenschutz

Sofern im Rahmen der Aktion personenbezogene Daten von Teilnehmern erfasst werden (z.B. Vorname, Nachname und E-Mailadresse), werden diese von Finntastic ausschließlich zum Zwecke der Durchführung des Gewinnspiels erhoben, verarbeitet und genutzt. Außer an Peter Ramseier, der den Gewinn später versendet, werden keine Daten an Dritte weitergegeben.

Der Gewinner erklärt sich damit einverstanden, dass im Falle eines Gewinns sein Vor- bzw. Nickname in diesem Gewinnspielpost auf www.finntastic.de sowie auf den Social Media Kanälen von Finntastic (Facebook, Instagram und Twitter) dauerhaft veröffentlicht wird. Wer das nicht möchte, muss das der Seitenbetreiberin von www.finntastic.de nach Erhalt der Gewinnbenachrichtigung mitteilen.

Eine Teilnahme am Gewinnspiel führt nicht zum Bestellen des Finntastic Newsletters. Wer den Newsletter abonnieren möchte, muss dies separat über das Newsletter-Formular auf www.finntastic.de machen.

Disclaimer/Haftungsausschluss

Die Veranstalterin des Gewinnspiels, d.h. die Seitenbetreiberin von www.finntastic.de haftet nicht für mittelbare oder unmittelbare Schäden, die sich aus der Teilnahme an der Aktion oder der Nichterreichbarkeit des Internet-Servers ergeben, es sei denn, diese sind auf grob fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln zurückzuführen, welches von der Veranstalterin zu vertreten ist. 

Sachgewinne werden grundsätzlich nicht bar ausgezahlt und sind vom Umtausch ausgeschlossen. Gewinne können nicht auf Dritte übertragen werden. Auf den Gewinn gibt es keinen Gewähr- oder Garantieanspruch. 

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

6 Kommentare zu “Näkkälä – Ein Film über die samische Kultur und eine ganz besondere Freundschaft

  1. Ginger Mayorga sagte:

    A beautiful film and friendship. Some of my ancestors are from Näkkälä, and I’ve had the joy of connecting with and meeting new relatives during a visit to Näkkälä in 2019.

  2. Tanja sagte:

    1. Das Zusammentreffen zweier Welten, zweier Kulturen und zweier Menschen steht im Zentrum des Films, der die beiden durch alle Jahreszeiten begleitet und Einblick in die alltäglichen Tätigkeiten, aber auch in speziellere Ereignisse im Leben der Samen gewährt.

    2. Der Film zeigt eine Ausnahme, denn eigentlich ist die Integration eines Fremden in der Region unmöglich. Aber in diesem einzigartigen Fall ist es geglückt. Und Peter Ramseier durfte Hans Ulrich Schwaar auf seiner letzten Reise nach Finnisch-Lappland begleiten.

  3. Susanne Stricker sagte:

    Der Film “Näkkälä” gibt nicht nur einen einzigartigen Einblick in das Leben der Samen in Finnisch-Lappland, sondern erzählt auch von einer ganz besonderen Freundschaft zwischen dem Rentierzüchter Iisakki-Matias aus Näkkälä und dem Schweizer Schriftsteller, Lehrer und Lapplandfan Hans Ulrich Schwaar.

    2. “Daheim in Näkkälä” gibt einen spannenden Rückblick auf das Leben von Hans Ulrich Schwaar.
    Peter Ramseier begleitete für diesen Film den damals 93-Jährigen auf seiner letzten Reise nach Finnisch-Lappland, da Schwaar entschieden hatte, seine letzten Lebensmonate nicht im Altersheim in der Schweiz, sondern in seiner zweiten Heimat Sápmi zu verbringen, wo er auch seine letzte Ruhe fand.

  4. Bernd Rohe sagte:

    Zu 1:
    Der Film „Näkkälä“ des Schweizer Regisseurs Peter Ramseier gibt nicht nur einen spannenden und authentischen Einblick in die samische Kultur, sondern berichtet auch über eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen zwei völlig unterschiedlichen Kulturen (zwischen dem Rentierzüchter Iisakki-Matias aus Näkkälä und dem Schweizer Schriftsteller, Lehrer und Lapplandfan Hans Ulrich Schwaar)
    Zu 2: Hans Ulrich Schwaar, der nicht mehr lange zu leben hatte, blühte von innen her auf (ohne den Dreh wäre er vielleicht im Altersheim verschieden). Es war so dessen letzte Reise im Alter von 93 und Peter Ramseier durfte ihn dabei begleiten.

  5. Béatrice Bieri- Joss sagte:

    Antwort zu Frage 1
    Gibt Einblick in das Leben, die Kultur und Traditionen des indigenen Volkes, der Samen, in Finnisch-Lappland. Er ist auch die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zwischen dem samischen Rentierzüchter Isaaki Matias Syväjarvi, aus der Samensiedlung, Näkkälä, und seinem Gast und gutem Freund Hansulrich Schwaar, dem Schweizer Lehrer, Schriftsteller, Kunstsammler und Lapplandliebhaber.

    Antwort Frage 2
    Es ist ein biografischer Film über Hansulrich Schwaar und sein facettenreiches Leben.
    Er begleitete den damals 93 – Jährigen, auf seiner letzten Reise, nach Finnisch- Lappland.

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