Magic of the North – Ein Reiseblog über die Magie des Nordens

(FOTO: Juliane Müller) Auf ihrem Reiseblog
(FOTO: Juliane Müller) Auf ihrem Reiseblog "Magic of the North" erzählt Juliane von ihren Reisen durch den Finnland und den Norden.

Juliane von “Magic of the North” hat seit langem das Nordweh gepackt. Ein Vortrag im Schulunterricht über den finnischen Formel1-Fahrer Mika Häkkinen weckte nicht nur ihr Interesse am Motorsport, sondern auch an der finnischen Kultur, dem Land und seinen Bewohnern. Auf ihrem Finnland-Blog „Magic of the North” teilt sie ihre Liebe zu Finnland mit anderen Nordlichtern und Finnlandfans, denn die vielen tollen Reiseerlebnisse und Fotos sind einfach viel zu schade, um in der Schublade oder im Fotoalbum zu verstauben.

Alles begann mit einem Kurzvortrag über Mika Häkkinen – Juliane von “Magic of the North” im Interview

Finntastic:
Moikka Juliane, schön Dich kennenzulernen! Auf Deiner Webseite “Magic of the North” teilst Du mit uns Dein Nordweh. Woher stammt Dein Interesse am Norden und Deine Liebe zu Finnland?

Juliane:
Moi Inken. Vielen lieben Dank, dass ich ein wenig über mich und meine Leidenschaft für Finnland und den Norden berichten kann. Mein Interesse für Finnland begann im Alter von zehn Jahren. Zum Abschluss der vierten Klasse sollten wir im Heimat- und Sachkundeunterricht einen kurzen Vortrag über ein Thema unserer Wahl halten. Meine Mitschüler entschieden sich für ein Haustier, ein Urlaubserlebnis oder einen Film. Ich wählte einen finnischen Sportler: Mika Häkkinen. (lacht) Auf die Idee kam ich, weil meine Eltern damals viel Formel-1 schauten und es gerade die Zeit war, in der Mika Häkkinen  erfolgreich wurde.

Diesen Typen mochte ich und ich begann über ihn zu recherchieren. Dabei stieß ich auf viele Dinge, die mich noch neugieriger machten und so war mein Interesse für Finnland und die finnische Kultur geweckt. Damals Ende der 1990er-Jahre waren außerdem die finnischen Skispringer wie Janne Ahonen sehr erfolgreich. Finnland war durch die Pisa-Studie in aller Munde und Anfang der 2000er-Jahre Nokia die bekannteste Handymarke. Zudem eroberten zahlreiche finnische Bands  wie HIM, Nightwish, The Rasmus und später Sunrise Avenue die Charts.

Mich hat es fasziniert, dass aus einem Land mit so wenigen Bewohnern, so viele bekannte Namen stammen und so wurde mein Interesse an Finnland im Laufe der Zeit immer größer. Ich habe viel über Finnland gelesen. Das Klischee vom „schweigsamen“ Finnen und die Natur haben mich gefesselt. Irgendwie fühlte ich mich von Kindesbeinen an von dieser Mentalität angezogen.

Sprungschanzen Lahti
(FOTO: Juliane Müller) Juliane ist nicht nur ein großer Formel-1-Fan, sondern auch des Skispringens. Dazu später mehr.

Finntastic:
In der Rubrik „Bücher“ auf Deiner Webseite empfiehlst Du uns die Kimi-Räikkönen-Biografie „Der unbekannte Kimi Räikkönen“ von Kari Hotakainen. Was hast Du beim Lesen Spannendes über den finnischen Formel-1-Fahrer erfahren?

Juliane:
Für Fans von Kimi Räikkönen ist das Buch eine Pflichtlektüre. Das Buch gibt viele interessante Eindrücke, die man über das Internet oder Fernsehen niemals erhalten würde. Besonders interessant fand ich die Einblicke in seine Kindheit, wie er zum Sport gekommen ist, welche Opfer die Familie erbracht hat, damit er seinen Traum leben konnte und generell wie er als Mensch tickt – wie groß der Unterschied zwischen dem für die Medien aufgebauten Image des „Iceman“ und dem Familienmensch Räikkönen ist.

Kimi ist auch jemand, der sich seinen Weg und seinen Erfolg hart erarbeiten musste. Das hat mich beeindruckt. Denn im Gegensatz zur aktuellen Fahrergeneration, wo häufig das Geld der Eltern oder der Sponsoren entscheidet, in welchem Cockpit ein Fahrer sitzt, hat Kimi sich seinen Weg mit Talent und Arbeit geebnet. Und er lässt sich nichts vorschreiben. Kimi ist immer Kimi geblieben, egal was die Presse schreibt oder die Leute sagen. Und das ist wohl auch der Grund, warum er zu den Formel-1-Fahrern zählt, die weltweit die meisten Fans haben. Er ist gemessen an WM-Titeln nicht der erfolgreichste Fahrer, aber er ist authentisch und hat Freude an seinem Sport. Er ist keine Marionette. Das macht ihn zu einem sehr sympathischen Sportler.

Kimi Räikkönen Biografie
(FOTO: Juliane Müller) Die Biografie über den finnischen Formel-1-Fahrer Kimi Räikkönen zählt zu Julianes Lieblingsliteratur aus Finnland.

Finntastic:
Dein Blog heißt „Magic of the North“. Was ist für Dich die besondere „Magie des Nordens“? Und was gefällt Dir so gut an der finnischen Mentalität?

Juliane:
Die „Magie des Nordens“ hat sehr viele Gesichter. Es sind die wunderschönen Wintertage, die hellen Sommernächte, die intensiven Farben, die Vielfalt der Natur – und all die Möglichkeiten an Aktivitäten, die wir in ihr erleben dürfen. Die verträumten Holzhäuser, der bodenständige Lebensstil, die Ruhe, die Entschleunigung, die vielen Seen und Wälder, die vergleichsweise wenigen Menschen und die Rauheit der Natur – man denke nur an dunkle Wintertage, extreme Wetterbedingungen und all ihre Einflüsse auf das tägliche Leben. Ich denke, genau das macht die finnische Mentalität aus.

Finnland ist auch ein sehr junges Land. Es gehörte lange Zeit zu Schweden und später zu Russland und es ist eben ein Land, das nicht so stark von Ressourcen wie Öl oder anderen Bodenschätzen profitiert. In meinen Augen sind Finnen vergleichsweise bodenständig, bescheiden und machen aus den vorhandenen Gegebenheiten „einfach“ das Beste, egal wie widrig die Umstände sind. Und natürlich haben Sie das Glück von sehr viel Natur umgeben zu sein, so dass sie viel Zeit in und mit ihr verbringen können.

Juliane beim Paddeln
(FOTO: Juliane Müller) Für Juliane bedeutet Glück genauso wie für alle Finnen, draußen in der unberührten Natur unterwegs sein zu können.

Finntastic:
Finnland ist bereits zum vierten Mal in Folge zum glücklichsten Land der Welt gekürt wurden? Was glaubst Du ist das Glücksrezept der Finnen?

Juliane:
Ich glaube die Finnen wundern sich eher um diesen “Glücks-Hype“ und können die Frage wahrscheinlich gar nicht beantworten. Es kommt auf die Definition von „Glück“ an. Ich glaube nicht, dass alle Finnen unbedingt glücklich sind, im Sinne von – sie rennen jeden Tag strahlend durch die Gegend und finden alles toll . Das Leben in Finnland ist nicht nur eitler Sonnenschein, sondern mit Sicherheit auch ziemlich herausfordernd – man denke nur an graue Wintertage oder die langen Wege, beispielsweise zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt oder zum Einkaufszentrum, die sie zurücklegen müssen, wenn sie in ländlichen Gegenden leben.

Aber Finnen haben das „Glück“ viel Zeit ihres Lebens in und mit der Natur verbringen zu können und sie leben in einem Land, dass viel für seine Bürger tut. Ich denke da an Chancengleichheit, den kostenlosen Zugang zu Bildung und Wissen, die Bekämpfung von Obdachlosigkeit, wenig Kriminalität, die Baby-Box und vieles mehr.

Der allgemeine Lebensstandard in Finnland ist hoch und man fühlt sich einfach sicher. Das Vertrauen in den Staat ist deutlich höher, als bei uns in Deutschland. Dennoch sind die Finnen stets in der Lage, sich selbst zu versorgen. Wenn du drei Kilometer oder mehr vom nächsten Nachbarn entfernt wohnst oder die nächste Einkaufsmöglichkeit 20 Kilometer weit weg ist, dann musst du dein Leben schon etwas organisierter und durchdachter angehen. Ich denke die Menschen in Finnland sind einfach zufriedener, mit dem was sie haben und wie sie leben. Es herrscht in Finnland einfach nicht so dieses sehen und gesehen werden, wie es bei uns der Fall ist. Das gefällt mir.

Finntastic:
In Deiner Rubrik Sprichwörter habe ich das finnische Sprichwort „Wer ins kalte Wasser springt, taucht in ein Meer voller Möglichkeiten.“ entdeckt. Was verbindest Du damit?

Juliane:
Für mich bedeutet der Spruch, dass man einfach den Mut haben sollte, Dinge auszuprobieren – egal, in welcher Lebenssituation. Manchmal ist es gut, Entscheidungen zu treffen, ohne zu sehr an die möglichen Auswirkungen zu denken. Wenn du den Schritt wagst, wirst du sehen, was passiert und dann ergeben sich auch neue Wege, an die du im Vorfeld gar nicht gedacht hast. Ich glaube diese Einstellung ist auch typisch Finnisch.

Mit dem Snowmobil unterwegs durch Finnlands Winterlandschaft
(FOTO: Juliane Müller) Man muss auch mal etwas wagen, findet Juliane. Im Winterurlaub in Finnland hat Juliane das Schneemobil fahren ausprobiert.

Finntastic:
Wie entstand die Idee zu Deiner Webseite und was erwartet uns auf Deinem Blog?

Juliane:
Die Idee kam mir, als ich überlegt habe, was ich mit all den schönen Bildern machen kann, die auf unseren Reisen entstanden sind. Viele Erinnerungen sind durch die Fotos für mich so lebendig, als wäre ich erst gestern, an dem ein oder anderen Ort gewesen. Es wäre viel zu schade, wenn die Fotos in der Schublade oder in einem Fotoalbum verstauben.

Auf meiner Webseite möchte ich deshalb meine Reiseeindrücke mit euch teilen und euch Inspiration für die nächste Reise geben. Finnland und auch alle anderen nordischen Länder sind so vielseitig und haben so viel zu bieten. Da ist ganz sicher für jeden etwas dabei, egal ob ihr nun eher das Abenteuer oder Ruhe und Entschleunigung sucht. Außerdem interessiere ich mich sehr für die nordischen „Lebenseinstellungen“ wie Lagom, Friluftsliv oder Sisu, von denen wir uns, wie ich finde, einiges abschauen und in unseren Alltag integrieren sollten. All diese Konzepte möchte ich ebenfalls auf meiner Webseite vorstellen.

Und dann freue ich mich natürlich einfach über den Austausch mit euch! Da meine Webseite nur ein Hobby ist, wird es noch etwas dauern, bis alle Reiseberichte und Artikel online sind. Es lohnt sich also, immer mal wieder auf meiner Webseite “Magic of the North” vorbeizu schauen.

Finnlandrundreise
(FOTO: Juliane Müller) Auf ihren Finnlandreisen hat Juliane bereits so einige Abenteuer erlebt. Was genau erzählt sie euch in ihren Reisebeiträgen auf ihrem Blog “Magic of the North”.

Finntastic:
Wo warst Du denn bereits im Norden unterwegs? Gibt es einen Ort der Dir bislang am besten gefallen hat?

Juliane:
2015 haben meine Eltern und ich eine wirklich tolle Rundreise mit dem PKW durch Finnland gemacht. Wir haben uns Helsinki angesehen, in Verla die historische Kartonfabrik besichtigt und sind dann im Anschluss durch das Saimaa-Seengebiet gereist und haben uns in der Region Savo die Kirche von Kerimäki und die Olafsburg in Savonlinna angeschaut. In nordöstliche Richtung ging es dann vorbei am Koli bis nach Kuopio und weiter durch Karelien bis nach Kuusamo.

Von dort sind wir über Rovaniemi und Oulu in Richtung Westküste und haben dort Stopps in Vaasa, Rauma, Kristinestad und Turku eingelegt. Über Hyvinkää, Lahti und Porvoo sind wir dann zurück nach Helsinki gereist. Besonders gut gefallen hat mir das Saimaa-Seengebiet, die Region Karelien, der Koli, Kuusamo und Lappland. Je weniger Einwohner eine Region hat und umso wilder und ursprünglicher die Natur ist, desto besser gefällt es mir. 

2017 sind wir durch Norwegen gereist und vergangenes Jahr haben wir Finnland mit dem Wohnmobil erkundet – ein unvergessliches Erlebnis inmitten einsamer Natur. Wir haben also schon mehr von Finnland gesehen, als viele andere und doch immer noch unfassbar wenig. Es gibt noch so viel zu entdecken. Besucht gerne meinen Reiseblog. Ich werde dort kontinuierlich neue Reiseerlebnisse mit euch teilen.

Finnlanduralub mit dem Wohbmobil
(FOTO: Juliane Müller) Ihre Erinnerungen an den Urlaub mit dem Wohnmobil könnt ihr ganz bald auf Julianes Reiseblog lesen.

Finntastic:
Hast Du ein Lieblingsfoto von Deinen Nordreisen, mit dem Du eine ganz besondere Erinnerung verbindest?

Juliane:
Oh, schwierige Frage! (lacht) Das EINE Lieblingsfoto gibt es gar nicht! Es sind so viele schöne Erinnerungen. Allerdings habe ich ein ganz besonders schönes Bild aus dem Koli-Nationalpark. Man blick dort vom Koli auf den Pielinensee: Das ist einfach magisch! Die endlosen Seen und grenzenlosen Wälder sind für mich das Synonym für Finnland – Einfach Natur und Freiheit pur! (lächelt)

Magic of the North
(FOTO: Juliane Müller) Der Blick vom Koli-Berg im Koli-Nationalpark in Nord Karelien auf den Pielinen-See zählt zu Julianes schönsten Reiseerinnerungen.

Und dann ist da noch ein beeindruckendes Winterbild vom Santa Claus Village in Rovaniemi – Da wurden für mich Kindheitsträume wahr… ein einmalig schönes Erlebnis, dass mir ganz sicher für immer in Erinnerung bleiben wird.

Santa Claus Village Rovanniemi
(FOTO: Juliane Müller) In Erinnerung geblieben ist Juliane auch ihr Besuch beim Joulupukki in Rovaniemi.

Und dann möchte ich noch ein bezauberndes Bild mit euch teilen, dass ich von der Mitternachtssonne an einem See bei Suomussalmi im Nordosten Finnlands geknipst habe. Es war nachts kurz vor 24:00 Uhr…Du sitzt am See, alles ist in dieses magische Abendrot getaucht. Es wird nicht richtig finster, dazu die Stille am See, kein Windhauch ist zu hören, keine einzige Wellenbewegung zu sehen… einfach magisch.

See bei Suomussalmi
(FOTO: Juliane Müller) Einen atemberaubenden Sonnenuntergang erlebte Juliane in Finnland, bei Suomusalmi.

Finntastic:
Du warst also auch schon im Winter in Finnland?

Juliane:
Ja genau, wir haben über Weihnachten und Silvester 2019/2020 einen zweiwöchigen Mökki-Urlaub im finnischen Ruka in der Region Kuusamo verbracht. Diese Region hat es mir wirklich angetan. Die Winterlandschaft war traumhaft schön und wir sind mit dem Snowmobil und dem Rentierschlitten gefahren. Wir sind Schneeschuhwandern gewesen, waren Eisangeln und haben obendrein sogar Nordlichter gesehen. 

Finntastic:
Und habt ihr damals alle Aktivitäten dieser Winterreise über einen Anbieter gebucht?

Juliane:
Ja genau, die meisten unserer Ausflüge haben wir über Ruka Safaris gebucht. Die Guides waren sehr aufgeschlossen und freundlich. Alles war super organisiert. Das Team war perfekt aufeinander abgestimmt und bei Bedarf bekam man zusätzliche Winterkleidung. In kleinen Gruppen oder individuell mit dem Auto wurden wir dann an das jeweilige Ziel gebracht. Wir mussten uns um nichts kümmern und konnten die Zeit genießen. Das hat richtig Spaß gemacht.

Natürlich sind Anbieter von Safaris nicht preisgünstig, aber es lohnt sich. Die Bilder und Eindrücke, die bleiben, sind unbezahlbar und das zusätzliche Wissen und die Informationen, die man durch die einheimischen Guides bekommt, erhält man nicht, wen man allein auf Entdeckungstour geht. Man erhält so auch einen viel besseren Einblick in die Mentalität und Lebensweise vor Ort. Bei den Preisen darf man auch nicht vergessen, dass gerade Besitzer von Husky- oder Rentierfarmen mit den Einnahmen im Winter meist Ihren Unterhalt für das gesamte Jahr erwirtschaften.

Rentierschlittentour
(FOTO: Finntastic) Die Fahrt mit dem Rentierschlitten war für Juliane ein echtes Highlight ihres Winterurlaubs in Finnland,

Finntastic:
Wie war es für Dich das sagenumwobene Himmelslicht live zu erleben?

Juliane:
Das war atemberaubend schön! Wir hatten das große Glück, direkt am Silvesterabend 2019 in der Region Ruka, in der Nähe von Kuusamo Polarlichter sehen zu dürfen. Sie waren aber nicht so stark ausgeprägt, wie man das aus dem Fernsehen kennt. Teilweise waren sie für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar. Erst die Kamera brachte das Naturschauspiel ans Licht.

Um Nordlichter zu sehen benötigt ihr wirklich ein Quäntchen Glück, denn ihr müsst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Die Wahrscheinlichkeit in Finnland, Schweden oder Norwegen Polarlichter zu sehen, wenn man dort lebt, ist sehr hoch. Doch das dies ausgerechnet an den wenigen Tagen passiert, an denen ihr euren Jahresurlaub dort verbringt, ist eher gering. Eine geführte Nordlichttour kann ich da nur empfehlen, denn die Guides wissen genau, wann an welchem Ort die Wahrscheinlichkeit Polarlichter zu sehen recht hoch ist.

Finntastic:
Braucht man für Nordlichtfotos eigentlich eine besondere Fotoausrüstung?

Juliane:
Nicht unbedingt. Doch mit dem Handy oder einer einfachen Digitalkamera dürfte es schwierig werden, Polarlichter einzufangen. Eine Spiegelreflexkamera oder eine gute Action-Cam mit den passenden Einstellungen reichen aber schon aus, um tolle Aufnahmen machen zu können. In erster Linie braucht ihr viel Geduld. Natürlich werden die Bilder umso besser, je hochwertiger die Kamera ist.

Nordlicht
(FOTO: Juliane Müller) Polarlichter live zu erleben, ein unvergessliches Erlebnis, das kein Foto ersetzen kann.

Aber ihr müsst diese Kamera eben auch bedienen können und die Anschaffung so einer Profiausrüstung muss letztendlich auch im richtigen Verhältnis stehen. Nicht jeder wird sich ein Profiausrüstung leisten können und leisten wollen. Wir hatten übrigens auch keine und trotzdem haben wir ein paar schöne Nordlichtimpressionen einfangen können. Für uns war es allerdings auch viel wichtiger die wahren, echten Eindrücke zu genießen und zu verinnerlichen, also den Moment zu erleben. Bilder helfen, die Erinnerung am Leben zu erhalten, aber erleben muss man es live und das sollte man richtig genießen!

Finntastic:
Du bist auch ein großer Wintersport- und Skisprungfan und hast Dir viele der Skisprung-Schanzen wie die in Lahti in Finnland oder die Sprungschanze in Lillehammer in Norwegen bereits vor Ort angeschaut. Warst Du auch schon live bei einem Event dabei?

Ja, genau. Auch für das Skispringen interessiere ich mich seit meiner Kindheit. Für mich war es beeindruckend, dort oben im Anlauf der Schanzen von Lahti, Lillehammer, Oslo oder Vikersund zu stehen, hinabzuschauen und daran zu denken, dass die Ski-Springer dort runter springen.

Wir waren 1999 über Silvester in Garmisch-Partenkirchen und da war gerade das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee. Dort haben wir das Skispringen zum ersten Mal „live“ gesehen, wenn auch nur von außerhalb des Stadions. In Deutschland begann im Jahr darauf die Ära Schmitt/Hannawald und es gab einen ziemlichen „Hype“ um das Skispringen. Ich mochte „Hanni“, aber auch damals war es ein Finne, der mich faszinierte – Janne Ahonen. Wir sind in den letzten Jahren bei fast jedem Springen (Sommer und Winter) im heimischen Klingenthal dabei gewesen. 

Skisprungschanze in Ruka im Winter
(FOTO: Juliane Müller) Blick auf die verschneite Rukatunturi-Schanz in Nordfinnland, bei Kuusamo. Sie besitzt eine Beschneiungsanlage und eine Keramikspur und gilt deshalb als größte Skisprungschanze der Welt für die ganzjährige Nutzung.

Finntastic:
Und was gefällt Dir so besonders gut am Skisprung?

Juliane:
Was mir am Skispringen gefällt, ist der „Teamspirit“ – der gesamte Skisprungzirkus ist wie eine große Familie, die Freude und Leid miteinander teilt. Die Athleten sind sympathisch und meist bodenständig. Im Gegensatz zu anderen Sportarten hat man als Fan noch die Möglichkeit auf Tuchfühlung zu gehen. Ein Autogramm, ein Foto, ein kurzer Small-Talk – all dies ist – einen respektvollen Umgang mit dem Sportler vorausgesetzt – durchaus möglich.

Juliane und Janne Happonen 2011
(FOTO: Juliane Müller) Die Skispringer als Fan live zu treffen, ist beim Skisprung ganz normal. Das Foto zeigt Juliane im Plausch mit Skispringer Janne Happonen.

Finntastic:
Hast Du es mit dem Skispringen auch schon selbst versucht?

Juliane:
Aber klar! Bei einem „Skispringen für Jedermann“-Kurs in Lauscha habe ich es tatsächlich auf einer kleinen 10 Meter Schanze  selbst ausprobiert. Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man sich mit den Skiern an den Füßen kopfüber in die Spur begibt und es kein Zurück mehr gibt… – das kann ich nur empfehlen. Auf den kleinen Schanzen tut ein Sturz auch gar nicht weh und ist auch nicht gefährlich. ?

Finntastic:
Könntest Du Dir eigentlich auch vorstellen, irgendwann einmal nach Finnland auszuwandern?

Juliane:
Etwas naiv gedacht und gesagt, würde ich die Frage sofort mit “Ja” beantworten, da für mich persönlich mehr Gründe dafür als dagegen sprechen. Aber umso intensiver ich mich mit dem Gedanken befasse, umso bewusster wird mir, wie viel es da zu zu regeln gibt. Es ist eben nicht einfach nur die Koffer packen und losfahren…

Es ist ein Unterschied, ob du deinen Urlaub in einem Land verbringst oder dauerhaft erfolgreich, zufrieden und glücklich dort arbeiten, wohnen und leben willst. Außerdem brauchst du einen Job, um überhaupt im „finnischen System“ anzukommen und um Zugang zu Krankenversicherung und Sozialleistungen zu erhalten. Was auch ganz wichtig ist: du solltest bereits erste Finnischkenntnisse besitzen und gutes Englisch beherrschen. Letztendlich musst du dir auch bewusst sein, was du hier in Deutschland aufgibst und zurück lässt….

Grundlegend kann ich es mir sehr gut vorstellen irgendwann für immer nach Finnland zu gehen. Wer weiß, was die Zeit bringt… ich kenne die Antwort noch nicht. ?

Juliane beim Rentierfüttern
(FOTO: Juliane Müller) Juliane liebt Rentiere und hatte auf einer ihrer Reise bereits die Chance eine Rentierfarm zu besuchen.

Finntastic:
Wie sieht es mit Deinen Reisepläne gen Norden aus? Wann geht es für Dich wieder in Dein Lieblingsland?

Juliane:
Dieses Jahr haben wir keine Pläne Richtung Norden zu reisen. Die Einreisebestimmungen sind uns zu ungewiss. Vielleicht fahren wir nächstes Jahr wieder nach Finnland oder eventuell nach Schweden. Vielleicht kombinieren wir auch beides. Die Schären um Turku, die Ålandinseln und das Kvarkenarchipel wollen wir einmal näher erkunden. Aber auch in Norwegen, Schweden und den anderen Regionen gäbe es noch so viel zu sehen und zu entdecken, so dass der nächste Urlaub sicher wieder viel zu kurz sein wird.

Gerade jetzt in der Corona-Pandemie haben wir gesehen, wie schnell die Welt „Kopf stehen“ und alles plötzlich ganz anders kommen kann. Unsere Gesellschaft ist schnelllebig – niemand weiß, wo die Entwicklung in den nächsten Jahren hingeht. Deswegen sollten wir jede Gelegenheit nutzen, Träume wahr werden zu lassen und dankbar sein, wenn wir solche schönen Momente wie auf unseren vergangenen und zukünftigen Reisen erleben dürfen.

Finntastic:
Vielen lieben Dank, dass Du uns Deine Finnlandgeschichte verraten hast und uns an Deinen Finnlandabenteuern auf Deinem Blog teilhaben lässt. Ich bin schon sehr gespannt auf Deine Reiseberichte!

Juliane:
Gerne! Kiitos und vielen Dank liebe Inken. Mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht.


Über Juliane vom Reiseblog “Magic of the North”

Juliane beim Eisangeln
(FOTO: Juliane Müller) Juliane liebt es in der freien Natur unterwegs zu sein, natürlich auch im Urlaub. Auf einer ihrer Winterreisen durch Finnland hat sich Juliane bereits im Eisangeln versucht.

Juliane vom Reiseblog “Magic of the North” ist in Karl-Marx-Stadt geboren und lebt in Chemnitz. Sie hat an der Technischen Universität Chemnitz Soziologie studiert und arbeitet als Assistenz der Geschäftsführung für ein Unternehmen der Elektroindustrie. Über den Motorsport und Mika Häkkinen entdeckte sie ihre finnische Seele.

Neben dem Motorsport ist sie auch ein großer Wintersportfan und war schon bei vielen Skisprung-Tunieren live dabei und hat bereits viele Skisprungschanzen in Finnland und Norwegen besichtigt. Ihre Lieblings-Skispringer sind natürlich die Finnen, aber auch den Norwegern und den Polen um Kamil Stoch drückt sie im Skisprung gerne die Daumen.

Wann immer das Wetter es zulässt, verbringt Juliane viel Zeit im Freien. Sie liebt die unberührte Natur, das Radfahren, Skifahren, Spazieren gehen, Wandern aber auch das Gärtnern. Bei schlechtem Wetter schnappt sie sich gerne ein spannendes Buch oder arbeitet an ihrem Herzensprojekt, ihrem Reiseblog „Magic of the North. Dort wird es künftig ganz viel spannende Reiseberichte von ihren Abenteuern durch Finnland und den Norden geben. Weitere Reiseimpressionen von Juliane gibt es auch auf Facebook und YouTube.

4 Kommentare zu “Magic of the North – Ein Reiseblog über die Magie des Nordens

  1. Ute und Steffen sagte:

    Moikka Juliane,

    wir haben eben deinen Blog gelesen und sind total begeistert. Sofort würden wir uns gerne ein Wohnmobil schnappen und all deine aufgezählten Ziele ebenso erleben wollen.

    Bei deiner wunderschönen und liebevollen Schilderung könnte man meinen, dass du schon eine halbe Finnin bist. Du schreibst mit so einer Begeisterung, die mit reißt und mit deinen Schilderungen fühlt man sich mitten drin – in Finnland, den Land der puren Natur, der Stille, der sympathischen Menschen und der Geborgenheit. Ist es nicht das, was sich ein jeder Mensch wünscht? Dieses Land steht für all das bereit.

    Große Bewunderung auch für dich, wie du dich schon als Kind für Land und Leute eines bis dahin fremden Land interessiert hast.

    Deine Fotos sind toll loistava und ganz und gar authentisch aito. Vielen Dank kiitokset für diesen tollen Bericht.

    Wir wünschen dir ein Weiter so und sind schon jetzt gespannt auf deine nächsten so umfangreichen, informativen Beiträge und die schönen und ausdruckstarken Fotos.

    Ute und Steffen

    • Finntastic sagte:

      Mokka ihr zwei, da wird sich Juliane auf jeden Fall freuen! Ich geben ihr Bescheid, dass ihr so einen tolles Feedback gegeben habt! 🙂 Vielleicht könnt ihr es auch nochmal direkt auf ihrem Blog posten. lg Inken

  2. Lucy sagte:

    Auch ich hatte während meines Reiseaufenthaltes in Schweden vor drei Jahren nicht das Glück, Polarlichter entdecken zu können. Dafür konnten wir fabelhafte Wandertouren in der herrlichen, wenn auch sehr kalten Natur unternehmen. Für das kommende Jahr planen wir, in einem Reisebüro einen weiteren Urlaub in Skandinavien zu buchen, wobei es diesmal nach Finnland gehen soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.