FORK – Die A-cappella-Revolution aus Finnland

(FOTO: FORK/acapellazone) Die freakige A-Cappella-Band FORK (v.l.n.r.) Mia Hafrén, Jonte Ramsten, Kasper Ramström und Anna Asunta ist bekannt für ihre spektakulären Bühnenshows.
(FOTO: FORK/acapellazone) Die freakige A-Cappella-Band FORK (v.l.n.r.) Mia Hafrén, Jonte Ramsten, Kasper Ramström und Anna Asunta ist bekannt für ihre spektakulären Bühnenshows.

Eine geniale Bühnenshow, schillernde Kostüme, fetziger Sound und irre Stimmen, das sind FORK, die finnische A-cappella-Band aus Helsinki. Mit ihrem neuen Bühnenprogramm REVOLUT!ON kommen sie jetzt im November für ein Benefizkonzert nach Emmendingen und ein Zusatzkonzert nach Karlsruhe. Ich habe mit Bandmitglied Jonte Ramsten im Vorfeld gesprochen, um mehr über ihre A-cappella-Musik und ihre anstehende Konzerttournee zu erfahren.


Jonte Ramsten von FORK im Interview

FORK
(FOTO: FORK/acappellazone) Die finnische A-Cappella-Band FORK live on Stage
Finntastic:
Hallo Jonte, erst einmal  Kiitos paljon“ (Vielen Dank), dass Du Dir Zeit nimmst, für ein Interview auf meinem Finnlandlog. Denn Anfang Dezember habt ihr wieder zahlreiche Live-Gigs in Finnland und jetzt im November kommt ihr sogar für zwei Konzerte nach Deutschland und zwar am 18. November 2017 für ein Benefizkonzert nach Emmendingen und am 19. November 2017 für ein weiteres Konzert nach Karlsruhe. Ich bin richtig neugierig auf euren Sound und freue mich schon auf die Live-Show in Emmendingen. Aber zunächst musst Du mir unbedingt ein wenig mehr über eure Band zu erzählen.
Ich habe gelesen, dass ihr die A-cappella-Band „Number One“ in Finnland seid. Ich glaube in Deutschland gibt es nicht so viele Vocal-Bands. Wie sieht es da in Finnland aus? Wie viele Finnen hören gerne A-cappella-Musik und wie viele Fans habt ihr in Finnland?

Jonte Ramsten:
Also ich glaube schon, dass auch Deutschland eine recht große A-cappella-Szene hat. Es gibt deutschlandweit viele A-cappella-Festivals, wo wir bereits aufgetreten sind und auch viele deutsche Vocal-Bands kennengelernt haben. Finnland selbst hat drei A-cappella-Bands, die auch international sehr bekannt sind. Im Grunde gibt es in Finnland aber ungefähr so viele A-cappella-Bands wie Formel-1-Rennfahrer. Gemeinsam mit den A-capella-Bands Rajaton und Club For Five haben wir eine Art „Supergroup“ gegründet, die wir AcaCartelli nennen. Wir sind daher schon öfters gemeinsam aufgetreten. Natürlich sind unsere drei Bands alle sehr unterschiedlich und jede Band hat auch eine eigene Fangemeinde. Aber es ist auch richtig cool, ab und zu gemeinsamen aufzutreten und unsere Talente zusammenzubringen.

Finntastic:
Sehr interessant. Das war mir gar nicht bewusst, dass wir in Deutschland auch so viele A-cappella-Bands haben und es sogar richtig viele Festivals gibt. Die finnischen Bands Rajaton und Club For Five kannte ich übrigens auch noch nicht. Und wie hat alles mit FORK begonnen und was genau ist die Bedeutung eures Bandnamens? Warum habt ihr euch für einen englischen Namen entschieden, obwohl die meisten von euch doch waschechte Finnen sind, mit Ausnahme eures französischen Ton- und Soundtechnikers Grégory Maisse?

Jonte Ramsten:
Eigentlich fing alles 1996 mit einem Hobby an. Wir wollten einfach nur gemeinsam singen. Wir hätten damals nie gedacht, dass wir einige Jahre später einmal professionelle A-cappella-Musiker sein werden. Damals hatte niemand von uns jemals etwas über A-cappella-Musik gehört. Es ging einfach nur um uns und nicht darum international bekannte Rockstars zu werden. Als wir mit FORK begonnen haben, haben wir von Anfang an auf der Bühne Englisch gesprochen, weil es einfach mehr rockt zu rufen „Do you want more?“ als „Halutteks te lisää?“. Wir fanden es einfach witziger und haben es dann beibehalten. Seitdem sprechen wir Englisch, egal wohin wir kommen, sogar bei unseren Auftritten in Finnland. Wir wollten außerdem einen Namen, der kurz und einfach auszusprechen ist. Und letztendlich hat eine Gabel vier Zacken und zu Beginn hatte jeder von uns immer eine Stimmgabel mit auf der Bühne.

Finntastic:
Stimmt, dann passt FORK wirklich perfekt. A-cappella-Musik ist Gesang ohne Instrumente. Was war eure Intention eine A-cappella-Band zu gründen und keine Rockband? Was mögt ihr besonders an A-cappella-Musik?

Jonte Ramsten:
Um ehrlich zu sein, wollten wir zu Beginn auch erst eine Rockband gründen, aber niemand von uns konnte ein Instrument spielen. Außerdem wollte jeder von uns Leadsänger sein. Deshalb kamen wir auf die Idee eine A-cappella-Band ins Leben zu rufen. Ich selbst höre übrigens eigentlich gar keine Vocal-Music. Es gibt zwar wie bereits erwähnt viele tolle Bands, die sehr talentiert sind, aber ich selbst bevorzuge dann doch eine rockige Gitarre und coole Drums

Finntastic:
Und was genau charakterisiert euren A-cappella-Sound und wie hat er sich über die Jahre seit der Gründung von FORK im Jahr 1996 verändert?

Jonte Ramsten:
Da wir nur vier Sänger [genauer gesagt zwei Sängerinnen und zwei Sänger] in der Band sind, kann es schon einmal eine Herausforderung sein, einen richtig fetzigen, dynamischen Sound zu kreieren. Die meisten A-cappella-Bands haben meist fünf oder mehr Bandmitglieder. Deshalb haben wir früh damit begonnen mit Soundeffekten zu spielen, zum Beispiel mit Harmonizern, Verzerrern oder Loop Machines. Heutzutage kann das sehr kompliziert werden. Aber andererseits ist das gerade das, was unseren Sound einzigartig macht. Alles ist live und beginnt mit unseren Stimmen, aber unser Sound-Techniker Greg zaubert dann mit seiner Technik einen Sound, der uns wie eine echte Band mit Instrumenten klingen lässt.

Finntastic:
Beeindruckend! Ihr habt bislang sieben Studioalben veröffentlicht. Das letzte „X-Live“ ist tatsächlich eine Liveaufnahme eurer 10-jährigen Jubiläums-Show von 2014 in Helsinki. Viele Songs, die ihr live auf der Bühne performt sind bekannte Rock- und Popsongs. Welches ist Dein Lieblingssong und habt ihr auch eigene Songs geschrieben?

Jonte Ramsten:
Wir haben tatsächlich seit „Games we Play“ (2008) kein Studioalbum mehr herausgebracht, sondern nur noch Live-Albums veröffentlicht. Unser neuestes Album „REVOLUT!ON“, das jetzt im Herbst herauskommt, ist allerdings zum größten Teil wieder im Studio aufgenommen. Für das Album „Games we play“ haben wir das meiste Material selbst geschrieben. Da wir als FORK langjährige Erfahrung in der Live-Performance besitzen, haben wir festgestellt, dass es sowohl für uns, als auch für unser Publikum unterhaltsamer ist, wenn wir bereits bekannte Lieder auf unsere ganz eigene Weise covern. Das Problem beim Schreiben von eigener Musik ist es, dass man dadurch beginnt sich selbst schnell viel zu ernst zu nehmen. Einer unserer Lieblingssong, den wir gerne singen, ist übrigens Kashmir von Led Zeppelin, weil es einfach ein gigantisch toller Song ist!

Finntastic:
Yeah, der Song ist der Hammer! Ich habe gehört, dass die meisten von euch Schauspieler sind, außer Kasper Ramström. Er hat tatsächlich mal als Polizist gearbeitet. Das ist schon ein ungewöhnlicher Jobwechsel… Was war seine Motivation Musiker zu werden?

Jonte Ramsten:
Kasper und ich sind bereits seit der Schulzeit beste Freunde. Ich glaube es war schon immer sein großer Kindheitstraum Musiker zu sein. Er arbeitete dann eine Zeit lang als Polizist, um letztendlich seine wahre Berufung zu finden. Aber wie bereits erwähnt, begann FORK eigentlich als ein Hobby. Niemand von uns dachte zu der Zeit daran, irgendwann einmal Profi-Musiker zu werden.

Finntastic:
Witzige Geschichte. Entwickelt ihr das Konzept eurer powervollen Live-Shows eigentlich gemeinsam innerhalb der Band oder gibt es jemanden der speziell für die Musik, die Kostüme oder die Lichteffekte zuständig ist? Plant ihr die Show von Anfang bis Ende durch oder lasst ihr euch immer auch Raum für Improvisationen auf der Bühne?

Jonte Ramsten:
Wir haben Glück, mit vielen tollen, talentierten Menschen arbeiten zu können. Wenn so eine Show immer größer wird, brauchst Du einfach Leute, die für bestimmte Dinge, wie Kostüme, Licht- und Sound-Effekte verantwortlich sind. Wir arbeiten bereits seit über zehn Jahren mit unserem Lichttechniker Tobias Lönnqvist zusammen, der das Lichtkonzept für alle unsere Shows konzipiert. Ich glaube er ist einer der besten Lichttechniker in ganz Finnland. Aber verrate ihm das nicht, nicht dass er auf die Idee kommt, zu viel für andere Bands zu arbeiten ;-). Wir haben natürlich auch Stylisten und Designer für unsere Kostüme und Outfits und selbstverständlich auch Visagisten. Das gesamte Showkonzept und die Musik werden allerdings  immer von allen Bandmitgliedern gemeinsam entwickelt.

Finntastic:
Und welche Rolle spielt euer französischer Tontechniker Grégory Maisse? Wie kam es zu der Zusammenarbeit und seit wann ist er mit an Bord?

Jonte Ramsten:
Greg arbeitet für uns bereits seit über 15 Jahren. Er kam nach Finnland der Liebe wegen und brauchte Arbeit. Er tat uns Leid und so haben wir ihn gefragt, ob er mit uns zusammenarbeiten möchte. Mittlerweile geht nichts mehr ohne ihn. Er ist sozusagen das fünfte Bandmitglied. Er ist immer dabei, bei allen unseren Showproben und natürlich ebenfalls bei jedem Live-Gig. Ohne ihn wären wir sprichwörtlich aufgeschmissen.

Finntastic:
Euer neues Bühnenprogram heißt „REVOLUT!ON“. Kannst Du mir ein wenig mehr darüber erzählen und was euch dazu inspiriert hat, so ein powervolles A-cappella-Programm zu entwickeln? Was kann das Publikum erwarten, wenn es eure Shows besucht?

Jonte Ramsten:
Unser neues Bühnenprogramm hat tatsächlich von Anfang an ein Konzept gehabt. Davor gab es für unsere Shows keine wirkliche Storyline. Wir hatten eine Menge Bling-Bling und Feuerwerk, aber keine wirkliche Substanz. Wir alle werden älter und die Welt hat sich seit der Gründung unserer Band sehr verändert, z.B. durch den US-Präsidenten Donald Trump oder auch den Brexit und natürlich auch durch die international stetig wachsende rechtspopulistische Bewegung und andere Idioten die immer mehr politischen Einfluss nehmen wollen. Deshalb haben wir entschieden, dass es an der Zeit ist, diese Entwicklung auch ein Stück weit zu kommentieren. Alle Songs für die neue Show sind im Hinblick darauf ausgewählt. Wir wollen mit unserem neuen Bühnenprogramm die Entwicklung der Menschheit nach unserem Verständnis erzählen und zwar von Utopia bis hin zur Dystopia – und hoffentlich auch wieder zurück. Ein großes und wichtiges Thema, was wir aber mit viel Humor verpacken.

Finntastic:
Im Dezember 2017 tourt ihr wieder durch Finnland mit eurem neuen Bühnenprogram REVOLUT!ON. Nun kommt ihr auch für zwei Konzerte nach Deutschland. Seid ihr schon oft in Deutschland aufgetreten und was gefällt euch besonders an der deutschen Kultur?

Jonte Ramsten:
Wir sind in den letzten fünf bis sechs Jahren mehrmals im Jahr durch Deutschland getourt und haben daher bereits eine Menge von Deutschland gesehen. Wir sind in vielen tollen kleinen und großen Städten aufgetreten und genießen jedes Mal unsere Zeit in Deutschland. Natürlich mögen wir deutsches Bier und deutschen Wein. Die Menschen in Deutschland sind alle sehr aufgeschlossen. Deutschland ist einfach ein richtig schönes Land.

Finntastic:
Ihr kommt also im nächsten Jahr gerne wieder nach Deutschland? Wo finden denn meine Leser noch ein paar mehr Informationen über eure Musik und Live-Shows?

Jonte Ramsten:
Ich bin mir ganz sicher, dass wir auch 2018 wieder in Deutschland auftreten werden. Schaut einfach einmal auf unserem offiziellen facebook Account von FORK vorbei, da posten wir immer unsere aktuellen Auftritte und Shows. Das gleiche gilt natürlich für unsere offizielle Band-Website. Da findet ihr auch ganz viele Informationen zu unserer Musik und der Band. Und wenn ihr Lust auf einen kleinen Vorgeschmack habt, hier geht es zum Trailer unseres neuen Bühnenprogrammes REVOLUT!ON.

Finntastic:
Prima, das werde ich mir doch gleich mal anschauen. Ich freue mich schon sehr, auf das Konzert in Emmendingen und darauf euch live auf der Bühne zu sehen. Vielen Dank für das tolle Interview.

Jonte Ramsten:
Die anderen und ich freuen uns auch schon, dich in Emmendingen als Gast begrüßen zu dürfen. Ebenfalls vielen Dank für das unterhaltsame Interview und viel Erfolg weiterhin für deinen schönen Finnlandblog.


FORK Live on Stage – Deutschland 2017

FORK Bühnenprogramm Revolution
(FOTO: FORK/acappellazone) Die finnische A-cappella-Band FORK kommt jetzt im November auf Deutschlandtour mit ihrem neuen Bühnenprogramm REVOLUT!ON.

Benefizkonzert Emmendingen, 18.11.2017:

20 Uhr, Mercedes Schmolck Foyer Emmendingen. Für Restkarten direkt das Autohaus Schmolck unter Telefonnummer 07641/4602014 kontaktieren. Mehr zum Event hier.

Zusatzkonzert in Karlsruhe 19.11.2017:

 19 Uhr, Tollhaus Kulturzentrum Karlsruhe, Karten unter www.reservix.de.


Ich freue mich schon mega, FORK live on stage zu sehen und natürlich auf das persönliche Meet & Greet mit den finnischen Gesangstalenten!

Finnomenale Grüße
Finntastic  🇫🇮

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