Ein Roman und ein Filmprojekt über einen abenteuerlichen Roadtrip durch Finnland

(FOTO: Finntastic) Oulu oder Die Reise ins Ungewisse - Ein unterhaltsamer Roman über eine abenteuerliche Reise von Helsinki nach Oulu.
(FOTO: Finntastic) Oulu oder Die Reise ins Ungewisse - Ein unterhaltsamer Roman über eine abenteuerliche Reise von Helsinki nach Oulu.

Oulu oder Die Reise ins Ungewisse, so heißt der Roman den Autor Bernd Schreiber aus Worpswede geschrieben hat, ohne bislang selbst in Finnland gewesen zu sein. Im Interview verrät er, wie er auf die Idee dazu kam und wie er es geschafft hat, einen unterhaltsamen Roadtrip zu erzählen, der in Helsinki startet und die vier, ganz unterschiedlichen Protagonisten auf einen abenteuerlichen Trip durch Finnland führt. Zudem ist ein Hör- und Sehbuch* geplant, dass an den Originalschauplätzen des Romans in diesem Sommer gedreht werden soll. Dazu reist Bernd Schreiber mit seinem Team Ende Mai nach Finnland. Ich bin schon ganz gespannt mehr darüber zu erfahren.

Hinweis* Das Filmprojekt zu Bernd Schreibers Seh- und Hörbuch wurde aufgrund der Coronakrise auf den Sommer 2021 verschoben! 

Oulu oder Die Reise ins Ungewisse – Interview mit Autor Bernd Schreiber aus Worpswede

Finntastic:
Hallo Bernd, es freut mich sehr, Dich kennen zu lernen und mehr über die Entstehungsgeschichte Deines Romans „Oulu und Die Reise ins Ungewisse“ und Dein geplantes Filmprojekt zu erfahren.

Ich habe das Buch bereits gelesen und es hat mir echt gut gefallen. Doch bevor wir auf Dein Buch zu sprechen kommen, erzähl uns doch kurz ein wenig über Dich! Wo bist Du in Norddeutschland zu Hause?

Bernd Schreiber:
Gerne! Also ich lebe jetzt seit über 30 Jahren in Worpswede. Das ist ein kleines Künstlerdorf in Niedersachsen. Hergeführt hat mich damals ein dreimonatiges Schriftstellerstipendium, das ich vom saarländischen Kultusministerium bekommen habe. Damals lebte und studierte ich noch in Saarbrücken. I

ch hatte überhaupt keine Ahnung, wo ich da hinfahre. Der Ort war mir überhaupt kein Begriff. Ich bin einfach mit meinem alten R4 losgedüst und als ich in das Dorf hineinfuhr, war ich von der einen auf die andere Sekunde sofort begeistert. Denn ich hatte noch nie einen Ort mit so vielen Bäumen und so viel intakter Natur links und rechts gesehen. Das war sagenhaft. und ist fast so,  wie in Finnland! Ich habe die drei Monate wirklich sehr genossen.

Schriftsteller Bernd Schreiber
(FOTO: Bernd Schreiber) Bernd Schreibers  neuer Roman spielt in Finnland und handelt von einem spektakulären Roadtrip von  Helsinki nach Oulu, bei dem der Leser auch  richtig viel über die finnische Kultur erfährt.

Finntastic:
Und wie kam es dazu, dass Du geblieben bist?

Bernd Schreiber:
Ich habe in Worpswede damals eine Frau kennengelernt und mich entschieden, nach den drei Monaten die Zelte in Saarbrücken abzubrechen und ganz nach Worpswede zu ziehen. Dazu musste ich leider mein Studium in Saarbrücken abbrechen und so habe mich zunächst mit Beiträgen beim Rundfunk über Wasser gehalten, zum Beispiel für den Kinderfunk.

Später entschied ich mich dazu, mein Studium wieder aufzunehmen und zu beenden. Nebenbei habe ich noch an anderen Projekten gearbeitet, zum Beispiel habe ich für die Wochenzeitung „Klick“ geschrieben, die damals ziemlich für Furore sorgte, weil sie erstmals gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen politische Nachrichten herausbrachte. Das hat sehr viel Spaß gemacht und war ein großes Experiment.

Das Künstlerdorf Worpswede
(FOTO: Bernd Schreiber) Schriftsteller Bernd Schreiber hat es der Liebe wegen nach Niedersachsen ins beschauliche Künstlerdorf Worpswede verschlagen.

Finntastic:
Und wie kamst Du schließlich zur Schriftstellerei?

Bernd Schreiber:
Zu der Zeit habe ich damals auch mein erstes Jugendbuch für den Fischer Verlag geschrieben. Ich bin also sozusagen aus der journalistischen Branche zum Schreiben gewechselt. Und weil es damals in Bremen nicht mit einer Referendariatsstelle geklappt hat, habe ich mich eben der Schriftstellerei gewidmet. Und dabei ist es dann auch geblieben. Das war sowieso schon immer meine Leidenshaft. Das Schreiben liegt mir einfach im Blut.

Finntastic:
Das heißt, Du hast bereits seit Deiner Kindheit sehr gerne geschrieben?

Bernd Schreiber:
Eigentlich gar nicht! *lacht* Mit dem Schreiben habe ich erst so mit 21 Jahren während des Studiums begonnen. Angefangen habe ich mit Gedichten und dadurch bin ich mit Leuten in Kontakt gekommen, die die Literaturzeitschrift “Versuche“ herausgaben. Und dann hat sich das eine im Endeffekt aus dem anderen ergeben. Aber heute schreibe ich keine Gedichte mehr. Ich habe einfach gemerkt, dass können andere besser! *lacht*

Häuser in Worpswede
(FOTO: Bernd Schreiber) Das Künstlerdorf in Worspswede besticht mit beeindruckender Architektur, Stille und unberührter Natur.

Finntastic:
Und wie kamst Du schließlich dazu, den Roman über Finnland zu schreiben. Zuvor lag Dein Fokus ja mehr auf Kinder- und Jugendliteratur?

Bernd Schreiber:
Die Idee kam mir, als ich zufällig auf einen Zeitungsartikel über die Luftgitarrenweltmeisterschaft im finnischen Oulu stieß, die jedes Jahr im August dort stattfindet. Und da dachte ich mir, diese Geschichte ist einfach so schräg, daraus müsste ich unbedingt etwas machen. *lacht* Eigentlich sollte es sogar ein Film werden. Aber nach zwei Jahren habe ich mich dann doch für einen Roman entschieden.

Finntastic:
Ich habe Dein Buch bereits gelesen, aber die Luftgitarrenweltmeisterschaft kommt nicht drin vor? Warum? Und wie entstand die Idee zur neuen Handlung?

Bernd Schreiber:
Ich habe die Luftgitarrenweltmeisterschaft tatsächlich am Ende ganz aus der Buchidee gestrichen. Es hat sich einfach ein anderer Schwerpunkt entwickelt. Warum das so ist, kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Ich glaube, das Ganze war mir letztendlich doch ein wenig zu schräg. Das war vermutlich auch der Grund, weshalb es schließlich kein Filmprojekt wurde. Und so habe ich einfach eine andere Handlung entwickelt, die auch unterhaltsam ist.

Bernd Schreiber
(FOTO: Finntastic) Der Roman “Oulu oder Die Reise ins Ungewisse” von Autor Bernd Schreiber ist ein abenteuerreiches und unterhaltsames Roadmovie mit sympathischen Charakteren.

Finntastic:
Und worum geht es in Deinem Buch, ohne zu viel zu verraten?

Bernd Schreiber:
Im Grunde handelt die Geschichte von vier Fremden, die sich zufällig in Finnland kennenlernen. Zum einen Gloria, die nach einem heftigen Streit mit ihrer Mutter unbedingt Abstand von zu Hause benötigt und nach Finnland reist, weil sie ihren finnischen Chatpartner in Oulu kennen lernen möchte. In Helsinki trifft sie dann auf ihren Landsmann Sören, der eine schwere Entscheidung für seine berufliche Zukunft treffen muss und in Finnland an einem Radrennen für Amateure teilnehmen will und zwar am Radrennen Oulu – Rovaniemi – Oulu, das es allerdings so in Wirklichkeit gar nicht gibt.

Die beiden fahren los mit Sörens Auto, das allerdings auf der Strecke seinen Geist aufgibt und dann stehen die beiden erst einmal da und wissen nicht, wie es weitergeht. Gerettet werden sie durch den Finnen und IT-Experten Mika, der zufällig auch nach Oulu muss. Der nimmt sie in ihrem Pontiac mit. Und unterwegs treffen sie noch auf den Iren Brian, der aus Dublin geflüchtet ist, weil seine Freundin schwanger ist, er Panik bekommen hat und meint, dass er noch etwas seine Freiheit genießen muss. Gemeinsam erleben sie eine abenteuerliche Fahrt durch Finnland.

Worpswede im Winter
(FOTO: Bernd Schreiber) Wenn richtig viel Schnee liegt, schaut es in Worpswede fast so aus, wie in Finnland. 

Finntastic:
Und wie würdest Du Deinen Roman vom Genre her beschreiben?

Bernd Schreiber:
Der Roman ist im Grunde eine tragikomische Geschichte, also eine Story für Leute, die Tragikomödien mögen und natürlich auch für Leser, die literarische Roadtrips lieben. Aber letztendlich ist der Roman vor allem für Menschen interessant, die einen Faible für Finnland haben. Denn im Roman fließt ganz viel über die finnische Kultur und Landschaft ein.

Finntastic:
Du hast Finnland noch gar nicht selbst bereist. In Dein Buch ist aber sehr viel Finnlandexpertise eingeflossen, teilweise habe ich beim Lesen Dinge erfahren, die ich selbst noch nicht wusste. Wie hast Du das geschafft?

Bernd Schreiber:
Ob es mir gelungen ist, die finnische Kultur gut im Roman widerzuspiegeln, dass müssen natürlich finnlandkundige Leser, wie Du, beurteilen. Aber selbstverständlich habe ich viel im Internet recherchiert, viel über Finnland gelesen und auch Dokumentarfilme dazu angeschaut. Und ich habe viele Reiseberichte gesehen, zum Beispiel auf Arte.

Natürlich weißt du so nie, ob du nicht doch eher Klischees bedienst. Aber das Risiko musste ich eingehen. Und ich vermute, dass die Traditionen und kulturellen Aspekte auch von Region zu Region unterschiedlich sind und es macht sicher auch einen Unterschied, ob du dich in einer Großstadt oder auf dem Land befindest.

Worpswede im Frühling
(FOTO: Bernd Schreiber) Ein Besuch im Künstlerdorf Worpswede lohnt sich,  vor allem im Frühling und Sommer. Denn dann finden  dort  ganz viele Lesungen, Ausstellungen und Konzerte statt.

Finntastic:
Du hast Dich nun sehr intensiv mit der finnischen Kultur auseinandergesetzt. Was meinst Du, ist der gravierendste Unterschied zur deutschen Kultur?

Bernd Schreiber:
Ich glaube, da ich noch nicht selbst dort gewesen bin, kann ich das schlecht beurteilen. Aber was mir besonders gut an der finnischen Kultur gefällt, ist, dass auch die Einwohner in den entlegendsten Ecken in Finnland regelmäßig mit neuen Büchern und Literatur versorgt werden, zum Beispiel durch einen mobilen Büchereibus. Das gibt es bei uns so nicht. U

nd tatsächlich habe ich auch viel über Finnland durch die Aki Kaurismäki gelernt. Der macht echt sehr skurrile Filme. Mir hat „Der Mann ohne Vergangenheit“ sehr gut gefallen. Spannend ist in den Filmen auch diese geringe Gestik und Mimik der Darsteller und die nicht stattfinden Dialoge zwischen den Personen. Das muss man erst einmal können. Großes Kino! *lacht*

Finntastic:
Und was gefällt Dir sonst noch an der finnischen Kultur?

Bernd Schreiber:
Beeindruckt hat mich auch die Saunakultur, auch wenn ich selbst eigentlich nicht so der Saunagänger bin. Aber diese unendliche Verfügbarkeit der Sauna, entweder mobil oder nicht mobil, das hat mich fasziniert. Das ist irgendwie auch wieder schrägt. Typisch finnisch eben… *lacht*

Worpswede im Sommer
(FOTO: Bernd Schreiber) In der warmen Jahreszeit lockt die unberührte Natur rund herum um Worpswede zu ausgiebigen Spaziergängen.

Finntastic:
Und wie entstand die Idee zu den Charakteren des Romans und sind auch persönliche Aspekte eingeflossen?

Bernd Schreiber:
Persönliches ist eigentlich nicht in den Roman eingeflossen. Wichtig war für mich auf jeden Fall, das es ganz unterschiedliche Charaktere sein müssen, denn von solchen Gegensätzen lebt ein Roman. Für mich stellte sich zunächst die Frage, wer die Hauptperson sein soll. Mir war schnell klar, es muss eine Frau sein.

Gloria ist eine sehr selbstbewusste und zielstrebige, junge Frau. Sie lässt sich so leicht nicht alles gefallen. Weil es ein Roadtrip ist, musste ich natürlich noch ein paar weitere Hauptfiguren bzw. Gegenspieler finden. Und da der Roman in Finnland spielt, musste eine der Figuren natürlich aus Finnland stammen. Das ließ die Frage aufkommen, in welcher Sprache sich die Protagonisten unterhalten werden, wenn sie mehrere Nationalitäten haben.

Beim Film wird eine Mehrsprachigkeit der Charaktere meist akzeptiert, beim Buch ist das leider meist schwieriger. Und so kam mir die Idee zum Landsmann Sören, der ebenfalls aus Deutschland stammt, gerne Konflikten aus dem Weg geht und an dem bereits erwähnten Radrennen teilnehmen will. Mika, der Finne, ist eher introvertiert und zurückhaltend, aber sehr clever, hat in Hamburg gearbeitet und kann daher Deutsch. Und dann gibt es noch den Iren Brian, der noch etwas unreif ist, sich austoben will, aber Deutsch kann, weil er eine Zeit lang in Frankfurt gearbeitet hat. So war es plausibel, dass sich alle in einer Sprache unterhalten können.

Finntastic:
Was inspiriert dich beim Schreiben und wo kommen Dir die besten Einfälle?

Bernd Schreiber:
Zum Schreiben inspirieren mich ganz viele Quellen, zum Beispiel das Fernsehen, Zeitungen, und Zeitschriften. Aber auch Beobachtungen und aktuelle Themen, die greife ich gerne auf und notiere mir dazu Ideen. Deshalb habe ich immer mein Notizbuch dabei, wenn ich unterwegs bin.

Aber im Grunde arbeitet mein Kopf kontinuierlich und ist sozusagen auch meine größte Inspirationsquelle. Zum Schreiben brauche ich in jeden Fall meinen Schreibtisch als Rückzugsort, also meine gewohnte Arbeitsatmosphäre, da kommen mir die besten Ideen. An anderen Orten, zum Beispiel in einem Café könnte ich nicht konzentriert schreiben, da wäre ich zu schnell abgelenkt.

Finntastic:
Und wie kam es dazu, dass Du das Buch letztendlich bei tredition im Selbstverlag herausgebracht hast?

Bernd Schreiber:
Tatsächlich hatte ich bereits einen Verlag, der sich dafür interessierte. Das Buch war auch schon durch den Verlag lektoriert, aber kurz vor dem Druck ist der Verleger erkrankt und hat den Verlag verkauft. Der Nachfolgeverlag hat mir dann nach mehreren Monaten mitgeteilt, dass der Roman nicht mehr in ihr Verlagsprogramm passt. Da ich aber bereits ein bestimmtes Projekt mit dem Buch im Kopf hatte, musste dringend eine Printausgabe her. Und am schnellsten geht das eben über den Selbstverlag.

Bernd Schreiber und das Filmteam
(FOTO: privat) (v.r.n.l.) Bernd Schreiber,  IT-Experte Sven Wisbar  und Kameramann Peter Will reisen im Frühsommer 2020 zum Dreh nach Finnland. 

Finntastic:
Was ist das denn für ein Projekt zum Buch, dass Du realisieren willst?

Bernd Schreiber:
Kurz gesagt, ich habe vor, zu dem Buch „Oulu oder Die Reise ins Ungewisse“ ein Hör- und Sehbuch herauszugeben. Es wird ein Hörbuch geben und zu diesem möchte ich eben Impressionen direkt von den Originalschauplätzen hinzufügen, also sozusagen eine visualisierte Hörbuchfassung kreieren. Dazu werde ich mit einem kleinen Team, bestehend aus dem Kameramann Peter Will und dem IT-Experten Sven Wisbar Ende Mai nach Finnland fahren.

Wir werden mit einem Wohnmobil unterwegs sein und an den Originalschauplätzen des Roadtrips drehen. Im fertigen Video, wird dann der Text des Buches zu hören sein und parallel werden die einzelnen Videosequenzen zu den einzelnen Kapiteln gezeigt. So was hat es bislang soweit ich weiß noch nicht gegeben. Das Ganze ist deshalb eine Art Pilotprojekt und natürlich auch mit einem gewissen Risiko verbunden.

Der Gedanke kam uns lustigerweise bei einem Glas Bier. Ich dachte damals, ich müsste doch endlich einmal selbst nach Finnland reisen, wenn ich mich schon so intensiv mit der Kultur und dem Land auseinandergesetzt habe und bei der Gelegenheit könnte man doch auch ein paar Kurzfilme an den Originalschauplätzen drehen. Und nachdem uns die Idee einfach nicht aus dem Kopf ging und ich ja auch nicht jünger werde haben wir zu dritt entschieden, das machen wir jetzt!

Natürlich mussten wir zunächst einmal schauen, wie wir das ganze finanziell stemmen. Derzeit finanzieren wir das Projekt übrigens aus eigener Tasche, aber natürlich würde es uns freuen, wenn wir vielleicht von dem ein oder anderen Institut ein paar Fördergelder bekommen würden. Crowdfunding wäre natürlich eine Alternative, aber das ziehe ich derzeit nicht in Betracht. Aber egal ob Fördergelder, Crowdfunding oder nicht, wir werden im Sommer auf jeden Fall nach Finnland reisen. Das Wohnmobil ist bereits reserviert und die Fähre wird in den nächsten Tagen gebucht. *lacht*

Finntastic:
Und wie kann man sich diese Videosequenzen dann vorstellen? Wird dann vor allem die Landschaft zu sehen sein? Statisten, die in den Videos als Charaktere auftauchen, habt ihr ja nicht dabei…

Bernd Schreiber:
Ja genau, es ist eine Kombination aus Wort und Bild. Wichtig ist natürlich, dass man den Hörer nicht mit Bildern überflutet. Es werden also keine Handlungen nachgespielt, das wäre zu viel. Es werden ruhige Bilder sein, wie diese genau aussehen werden, wird sich im Laufe des Drehs auf unserer Tour herauskristallisieren. Wir werden jedenfalls nicht aus dem Auto heraus nur die Strecke filmen, so dass der Zuschauer nur vorbeirauschende Bäume sieht. Das wäre auf Dauer viel zu langweilig.

Insgesamt werden wir rund zehn Tage gemeinsam unterwegs sein, wovon man natürlich zwei oder drei Tage für die Fähre abziehen muss. Und in den acht Tagen, die wir in Finnland sind, werden wir die Strecke Helsinki – Oulu abfahren, das sind so ungefähr 650 Kilometer. Dafür werden wir die ganze Strecke in acht Teile einteilen. Wir werden uns auf jeden Fall viel Zeit für den Dreh nehmen und an den einzelnen Stationen schöne Impressionen mit der Kamera einfangen.

Worpsweder Buchhandlung Netzel
(FOTO: Bernd Schreiber) Wer gerne liest wird in der Worpsweder Buchhandlung Netzel sicher fündig. Natürlich ist dort auch Bernd Schreibers neuer Roman erhältlich.

Finntastic:
Und wo können wir das Hör- und Sehbuch dann später hören bzw. sehen?

Bernd Schreiber:
Wir haben zunächst einmal geplant, das Hör- und Sehbuch über Youtube zu veröffentlichen. Aber vielleicht finden wir noch eine Produktionsfirma, die an unserem Projekt Interesse hat, so dass wir vielleicht auch eine CD oder DVD herausbringen können. Das Filmprojekt ist für uns im Grunde aber erst einmal ein Test, ob diese Art von Produkt überhaupt Zukunft hat. Und eigentlich machen wir das einfach der Sache wegen, weil es uns einfach richtig viel Spaß bringt! Denn machen wir uns keine Illusionen, viel Geld kannst du mit so einer Projektidee wohl nicht verdienen. Obwohl ich natürlich auch nicht nein sagen würde, wenn das der Fall wäre. *lacht*

Finntastic:
Und nun die finale Frage: Du hast Dich mit Finnland nun intensiv beschäftigt. Gibt es ein Reiseziel, einen Ort in Finnland den Du unbedingt sehen willst oder etwas, das Du in Finnland unbedingt erleben möchtest?

Bernd Schreiber:
Ich möchte mir auf jeden Fall Finnlands Hauptstadt Helsinki näher anschauen. Auch Turku und die Schären reizen mich sehr. Da würde ich gerne einmal eine Woche Urlaub machen. Die Landschaft muss wahnsinnig schön sein. Und in Helsinki gibt es eine Sache, die ich mir als Schriftsteller unbedingt ansehen möchte: Das ist die neue Zentralbibliothek „Oodi“ im Stadtzentrum.

Ich hoffe, wir werden auf unserer Reise Zeit dazu haben. Die soll richtig gigantisch und modern sein. Ich glaube von Lesen bis Nähen ist da alles möglich. Man kann dort sogar kleine Tonstudios benutzten und architektonisch muss die Bibliothek ein echtes Meisterwerk sein. Ich überlege sogar noch, ob es sich nicht anbieten würde, darüber einen separaten Beitrag zu machen.

Finntastic:
Ohja, Oodi ist sicher sehenswert. Die will ich mir auch noch ansehen. Vielen herzlichen Dank Bernd für das interessante Interview. Mir persönlich hat Dein Buch sehr gut gefallen. Ich bin schon sehr gespannt auf das Endresultat eures Hör- und Sehbuches. Und natürlich freue ich mich, dass ich auf meinem Blog exklusiv von eurem Dreh in Finnland berichten darf.

Bernd Schreiber:
Liebe Inken, Dir auch ein herzliches Dankeschön, dass ich über mein Buchprojekt erzählen durfte. Und wenn Du im Laufe des Jahres in der Nähe von Worpswede bist, schau gerne auf einen Kaffee bei mir vorbei.


Über Bernd Schreiber

Bernd Schreiber
(FOTO: Finntastic) Bernd Schreibers erster Roman über Finnland heißt “Oulu und Die Reise ins Ungewisse”

Bernd Schreiber ist Schriftsteller und lebt seit über 30 Jahren in Worpswede, in Niedersachsen. Geboren ist er in Rheinland-Pfalz, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Ein dreimonatiges Schriftsteller-Stipendium, das er während seines Studiums vom Saarländischen Kultusministerium erhielt, führte den damals in Saarbrücken lebenden Autor in das verschlafene Künstlerdorf Worpswede. Und weil er sich nicht nur in das Dorf, sondern auch in eine Frau verliebte, brach er die Zelte in Saarbrücken ab und zog ganz ins niedersächsische Worpswede.

Studiert hat Bernd Schreiber in Saarbrücken, zunächst Germanistik und Evangelische Theologie. Später wechselte er zu Deutsch, Religionspädagogik und Erziehungswissenschaften an die Uni Bremen. Weil er unbedingt sein Referendariat in Bremen machen wollte, ließ er sich dort auf die Warteliste setzen.

1985 stieß er zur Wochenzeitung für Kinder „Klick“, die Nachrichten zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit und für Kinder herausbrachte. Bevor er die Schriftstellerei für sich entdeckte, hielt er sich mit Reportagen, Features und anderen Beiträgen für den Rundfunk über Wasser. Weil es mit dem Referendariatsplatz nicht klappte, entschied er sich 1989 endgültig dagegen, Lehrer zu werden und schrieb sein erstes Jugendbuch. Bei der Schriftstellerei ist es bis heute geblieben.

Oulu oder Die Reise ins Ungewisse – Ein spannender Roadtrip durch Finnland

Bernd Schreibers Bücher
(FOTO: Bernd Schreiber/jeweiligen Verlage/Collage: Finntastic) Bernd Schreiber hat bereits viele Kinderbücher geschrieben, Oulu oder Die Reise ins Ungewisse ist sein  erster Roman.

Sein Buch „Oulu oder Die Reise ins Ungewisse“ ist ein unterhaltsames Roadmovie in Romanform, das den Leser gemeinsam mit vier ganz unterschiedlichen Protagonisten auf eine abenteuerliche Reise durch Finnland mitnimmt. Eine Reise,  die in Helsinki startet und in Oulu endet und bei der der Leser auch ganz viel über das Land und die Kultur Finnlands erfährt.

Als Ergänzung zum Roman ist ein Hör- und Sehbuch geplant, für das an den Originalschauplätzen des Buches im Sommer 2020 gedreht werden soll. Dazu reist Bernd Schreiber mit dem IT-Experten Sven Wisbar und dem Kameramann Peter Will von Ende Mai bis seinem Team im Ende Mai bzw. Anfang Juni nach Finnland. Und Finntastic wird hautnah dabei sein beim Dreh im hohen Norden! Seid gespannt!

Mehr über den Autor erfahrt ihr auch auf seiner Website www.berndschreiber.de und auf seinem Instagram-Profil

Hinweis* Das Filmprojekt zu Bernd Schreibers Seh- und Hörbuch wurde aufgrund der Coronakrise auf den Sommer 2021 verschoben! 


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Ein Kommentar zu “Ein Roman und ein Filmprojekt über einen abenteuerlichen Roadtrip durch Finnland

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