Unterwegs durch Sápmi mit Hans-Joachim Gruda

(FOTO: Liane Gruda) Hans-Joachim Gruda liebt die Weite und Einsamkeit Sápmis.
(FOTO: Liane Gruda) Hans-Joachim Gruda liebt die Weite und Einsamkeit Sápmis.

Seit Langem hat Hans-Joachim Gruda das Nordweh gepackt. Gemeinsam mit seiner Frau Liane hat er bereits den ganzen Norden Europas bereits. Besonders gerne verbringen Grudas allerdings Zeit in Schwedisch-Lappland, zum Beispiel in der Gegend rund um Kiruna. Immer mit dabei ihr treuer Husky Lihkku. Im Interview erzählt Hans-Joachim Gruda über seine Wanderungen durch Schwedisch-Lappland im Sommer und über Schlittenhundetouren im Winter durch die verschneite Landschaft Sápmis.

Interview mit Hans-Joachim Gruda vom KULTURHUS Berlin

Teil 2: Über Wanderungen durch Sápmi, Huskyrassen und Schlittenhundetouren im Schnee

Finntastic:
Erzähl uns doch ein wenig mehr über eure zahlreiche Wanderungen mit dem Zelt durch die wunderschöne Landschaft Sápmis!

Hans-Joachim:
Ohja, ich erinnere mich gerne an diese Momente zurück. Die Landschaft im Norden Europas ist wirklich wunderschön. Natürlich gibt es überall im Norden schöne Plätze, aber ganz bestimmte Fleckchen Erde haben es uns angetan. Unsere Stammgebiete für unsere Touren liegen im Norden Schwedens und Norwegens, in den Gebieten Jokkmokk, Kiruna, Narvik, Sulitjelma und Dividalen, das ist also Schwedisch Lappland und die angrenzenden Gebiete in Norwegen und ein wenig hinüber nach Finnisch Lappland.

Wir möchten immer so schnell wie möglich aus den Wäldern hinaus auf die Tundra und ins Gebirge kommen, aufs Fjell. Wir lieben die Weite! Die offenen Landschaften oberhalb der Baumgrenze sind für uns das Eindrucksvollste, was der Norden Fennoskandinaviens, also Norwegens, Schwedens und Finnlands, zu bieten hat. In Finnland, für das Du dich so begeisterst, sind es die „tunturit“ (Singular tunturi), die aus den schier endlosen Wäldern aufragenden baumlosen Berge.

Begonnen haben wir mit Sommertouren entlang der markierten Pfade, an denen auch Übernachtungshütten stehen. Unser Sohn war damals sechs Jahre alt und wir hatten von Anfang an unser Zelt dabei, um nicht auf die Hütten angewiesen zu sein. Aber dann ging es ganz schnell, dass wir die markierten Pfade verlassen haben und mit Karte und Kompass im weglosen Gelände unsere Naturerlebnisse fanden.

Unterwegs in Sápmi
(FOTO: Liane Gruda) In der unberührten Natur Sápmis fühlen sich Hans-Joachim Gruda und seine Frau Liane wie zu Hause.

Sich im Gelände zu orientieren, den eigenen Weg der Landschaft anzupassen, jeden Nachmittag nach einem geeigneten Zeltplatz zu suchen – das hat seinen eigenen Reiz und das ist nicht in den dicht besiedelten und durchstrukturierten Gegenden der Alpen oder der deutschen Mittelgebirge zu finden.

Einsamkeit und Stille und das Erleben des eigenen Ichs als Teil der Natur waren der gewollte Kontrast zum Alltag und zum Beruf in der Großstadt Berlin. In Sápmi haben wir Kraft getankt. Aus einem Gebirgsbach das Wasser zu trinken ist eben ein Gesamterlebnis über das Trinken hinaus. Hunger nach einer Tagesetappe mit schwerem Rucksack zu empfinden, ist eben ein anderer Hunger, als der in der geregelten Mittagspause in der Schule oder im Büro.

Einen reißenden Fluss zu durchwaten ist etwas viel Erlebenswerteres, als in der Großstadt eine belebte Straße zu überqueren. Jeder steile Anstieg im Gelände war es Wert, gegangen zu sein, jeder Kilometer über die horizontweiten Tundren ist ein Gewinn für Körper und Seele. Sobald der Rucksack abgestellt ist, setzt ein Gefühl von Zufriedenheit ein, jenseits von Glück. Keine Gedanken irritieren das Sein.

Übernachtung im Zelt
(FOTO: Liane Gruda) Auf Tour durch Sápmi: Übernachtung im Zelt

Finntastic:
Und wie habt ihr euch gegen die blutsaugenden Plagegeister im Fjell und sumpfigen Gelände gewappnet?

Hans-Joachim:
„Die Mücken“ sind eine lappländische Legende, doch wir können eigentlich nichts Schlechtes über die kleinen Blutsauger berichten. Bei uns zu Hause im Garten gibt es ja auch Mücken und da fragt auch keiner nach. An zwei Situationen erinnere ich mich allerdings wirklich, in denen es in der Nähe eines Sumpfes der Mücken wegen nicht möglich war, eine ruhige Lunchrast zu machen.

Wir hatten nach zehn Tagen im Sarek Nationalpark wieder einen samischen Pfad erreicht, der uns rasch zur Sommersiedlung Staloluokta am See Virijaure führen würde. Mit dem romantischen Blick auf die noch weit vor uns liegende Siedlung wollten wir Knäckebrot und Salami essen, was dann aber an der Mückeninvasion aus dem nahen Weidendickicht scheiterte.

Bei anderer Gelegenheit waren wir auf dem Weg von Sulitjelma in Norwegen nach Kvikkjokk in Schweden. Als wir von der offenen Tundra in eine sumpfige Senke hinunter mussten, um einen Bachlauf mit vielen Seitenarmen zu überqueren, stiegen bei jedem Schritt geschätzte hunderttausend Mücken auf! Obwohl wir müde und durstig waren, war an Pause nicht zu denken. In und an Sümpfen gibt es eben Mücken, auch in Sápmi!

Winter in Sápmi
(FOTO: Liane Gruda) Reise mit Lihkku durch das Tal Unna Reaiddávággi

Finntastic:
Im Winter habt ihr zudem Skitouren durch Schweden und Norwegen gemacht. Das war sicher nicht immer ein Kinderspiel, denn das Wetter ist dort oben im hohen Norden, vor allem im Winter, oft „unberechenbar“

Hans-Joachim:
Über „Wetter“ reden wir eigentlich nicht so gerne, denn daran kann man ja, wenn man unterwegs ist, sowieso nichts ändern. Der wandernde Mensch muss sich anpassen und angemessen verhalten – darüber zu reden lohnt sich nicht. Es war jedenfalls alles dabei, von stechender Sonne und brütender Hitze (oberhalb der Baumgrenze gibt es so selten Schatten) bis zu Sturm und Hagel und nicht enden wollendem Regen und Schneesturm, der uns aus dem Stand weg umgeblasen hat.

Das sind aber alles Begegnungen mit der Natur, auf die wir uns eingelassen haben! Ich erinnere mich an Situationen, zum Beispiel an einen Schneesturm, in dem mir klar war, dass ich in ihm umkommen kann und dass das im wahrsten Sinne des Wortes „ganz natürlich“ wäre. Die heftigste Erinnerung dieser Art habe ich an eine Tour im Sarek Nationalpark im März 1994. Im Nationalpark gibt es keine Hütten für Touristen, keine Wegmarkierungen und auch sonst keine Infrastruktur für Touristen.

Frühstück auf Wanderschaft
(FOTO: Liane Gruda) Morgendlicher Blick aus dem Zelt in Richtung Berg Nallo.

Wir hatten nicht einmal ein Zelt dabei und haben uns jeden Nachmittag in einer Schneewechte ein Biwak zum Übernachten gegraben. Auf der Ebene von Pielavalta kam ein derartiger Schneesturm über uns, dass jede Orientierung auf Sicht verloren und das Vorwärtskommen auf Skiern unmöglich war. Da war mir klar, dass der winzige Mensch in der großen Welt nichts mehr bedeutet, wenn die Naturereignisse stärker sind. Wir haben es überlebt. Es war eine eindrucksvolle Erfahrung.

Auf den meisten unserer Skitouren wanderten wir jedoch auf sicheren Pfaden von Hütte zu Hütte, in Schweden entlang der Wintermarkierung mit den roten Kreuzen und in Norwegen ohne Markierung mit dem Kompass. Doch auch im Winter haben wir uns nicht davor gescheut, auf so manche Tour auch eine Zeltübernachtung in Betracht zu ziehen und haben oft bei minus fünfundzwanzig Grad unser Morgenmüsli im Schlafsack im Zelt gegessen. Ja, und dann gab es natürlich noch die oben erwähnten neun Übernachtungen in selbst gegrabenen Biwaks auf einer zehntägigen Skitour im Sarek Nationalpark.

Ein Lavvu - eine samische Kota
(FOTO: Liane Gruda) Wenn Grudas mit ihren samischen Freunden zur Kälbermarkierung ziehen, übernachten sie im traditionellen Lavvu, von den Samen liebevoll-ironisch „Berlin-Kåta“ genannt.

Nun muss der Mensch nicht jammern, wenn er im Alter etwas unbeweglicher und bequemer wird! Wir lassen uns neuerdings mit einem Helikopter ins Gebirge fliegen, zu einem stillen Platz an einem See und einem Bach in einem Tal oberhalb der Baumgrenze, bauen unser Lavvu auf und verbringen ein paar Tage mit Tageswanderungen zu den Gletschern, Wasserfällen und Gipfeln der Umgebung. Gutes Essen und Erholung gehören dazu. Nach einer Woche werden wir wieder abgeholt. So kann man alt werden! *lacht*

Finntastic:
Und was kannst Du uns über eure Schlittenhunde-Touren erzählen?

Hans-Joachim:
Zu aller erst ist es wichtig zu wissen: Hundeschlitten sind überhaupt nichts Samisches und auch nicht nordeuropäisch. Die Samen hatten als Last- und Zugtiere ihre gezähmten Rentiere, die Proviant, Zelte, und andere Dinge sowie kleine Kinder und die älteren Familienmitglieder transportieren – im Sommer mit Tragetaschen im Winter mit Schlitten, z.B. mit dem alten samischen Rentierschlitten der Akia – und die Siedler hatten in der Land- und Forstwirtschaft ihre Pferde.

Die Hunde der Samen waren Jagd- und Hütehunde, die Hunde der Siedler ebenso. Hundegespanne sind etwas aus Nordsibirien, ursprünglich von den Tschuktschen. Aus Russland mag mitunter ein Händler mit Hundegespannen nach Sápmi gekommen sein.

Huskygespann
(FOTO: Liane Gruda) Typisches Vierer-Gespann, wie es von Touristen auf mittelschweren Gebirgstouren gefahren wird.

Erst seit ungefähr zwei Jahrzehnten oder etwas länger haben sich Veranstalter von Hundeschlittentouren in Nordeuropa etabliert und sind heute ein fester Bestandteil der Touristik auch in Sápmi. Dies ist mit Hinblick auf die Rentierwirtschaft nicht unproblematisch, denn die Huskies haben das Erscheinungsbild von Wölfen und ein Tal, in dem sich Hundeschlitten bewegen,  „stinkt“ in den Nasen der Rentiere eben nach Wolf!

Wir haben als Anbieter von Hundeschlittentouren selbst solche Touren mitgemacht, aber durch Gesprächen mit den örtlichen Anbietern darauf geachtet, dass die Touren mit den Rentierzüchtern abgestimmt sind. Für Touristen ist eine Reise mit den vierbeinigen Kollegen natürlich ein fantastisches Erlebnis! Die Tiere haben ihre eigenen Persönlichkeiten, auf die der Mensch eingehen muss, um mit ihnen zusammen zu arbeiten. Es ist eine leise und naturnahe Fortbewegungsart. Das Naturerlebnis wird durch das Zusammenspiel mit den Hunden noch einmal intensiviert.

Finntastic:
Euer Husky Čuobbu war auf all euren Touren durch die Wildnis Schwedisch-Lapplands mit dabei, Wo lag zunächst das Problem?

Hans-Joachim:
*lacht* Čuobbu ist Nordsamisch und bedeutet Frosch. Von 2006 bis 2017 war er immer und überall dabei. Unser Čuobbu zeigte zu Beginn einen ziemlich starken Jagdtrieb und nutzte jede Gelegenheit, Wildtieren, aber vor allem den Rentieren und ihren Herden hinterher zu jagen.

Selbstverständlich war er stets angeleint, tagsüber beim Wandern kurz und abends am Zelt an einer 15-Meter-Leine. Aber er zog und zerrte und gab Laute von sich und er wollte nicht verstehen, warum er nicht jagen durfte. Das war uns vor allem vor unseren Freunden, den samischen Rentierzüchtern, die alle sehr gehorsame und brave Hütehunde hatten so unangenehm, dass wir entschieden, dass sich das ändern muss. Im Grunde war es so auch für uns selbst viel entspannter, weil wir Čuobbu nicht immer im Auge behalten mussten.

Hans_Joachim Gruda und Huskies Cuobbu
(FOTO: Liane Gruda) Čuobbu (rechts im Bild) und Hannes auf der Tundra oberhalb des Sees Torneträsk.

Finntastic:
Und wie habt ihr es geschafft,  Čuobbu den Jagdsinn auszutreiben? Das war sicher gar nicht so einfach oder?

Hans-Joachim:
Stimmt, das war eine „tierische“ Herausforderung! *lacht* Aber zum Glück hatte unsere Hundetrainerin Gina Bitrich von Sit & Fit die rettende Idee: Trainingseinheiten für den Hund im Umgang mit Rentieren auf einem Bauernhof bei Wolfsburg, die Rentiere halten.

Wir waren selbst erstaunt, aber das hat tatsächlich funktioniert. Unser jetziger Hund Lihkku (Nordsamisch für Glück) hat den Jagdtrieb gottseidank nicht so stark ausgeprägt, wie unser guter alter Čuobbu.

Finntastic:
Wie ich gehört habe bist Du auch sowas wie ein Experte für Schlittenhunde-Rassen. Dass es so viele gibt, wusste ich gar nicht.

Hans-Joachim:
*lacht* Es gibt vier Rassen Schlittenhunde: den Siberian Husky, den Grönländer, den Alaskan Malamute und den Samojeden. Daneben existieren weitere nordische Hunderassen wie der Finnspets, der traditionelle Jagdhund der Samen, der Lappinkoira, der Hütehund der Samen sowie der Norsk Buhund, der Jämthund, der karelische Bärenhund, der Lundhund, der Älgshund, der Akita sowie der westsibirischer oder ostsibirscher Caiku…..

Alaskan Husky ist im Endeffekt die Bezeichnung für Mischlinge, die jeder Züchter nach den Bedürfnissen der Verwendung züchtet, das heißt entweder für kurze Sprintrennen oder Langtouren. Wir sind übrigens Mitglieder im Tierschutzverein Nordische in Not, etwas nördlich von Berlin. Dort kam unser Čuobbu her und nun auch wieder Lihkku.

Husky Lihkku
(FOTO: Liane Gruda) Husky Lihkku ist nun auf allen Reisen mit dabei.

Finntastic:
Wow, das sind ja eine ganze Menge. Von vielen habe ich, um ehrlich zu sein, noch nie gehört….;) Was muss man denn eigentlich beachten, wenn man seinen Hund mit auf Nordreise nehmen möchte und wie sollte man sich als Musher auf eine Huskyfahrt vorbereiten?

Hans-Joachim:
Tiere, die nach Schweden oder Finnland mitgenommen werden, müssen einen Europäischen Kleintierpass haben, in den die nach EU-Vorschriften geforderten Impfungen (Tollwut) eingetragen sein müssen. Das gilt auch für das Nicht-EU-Land Norwegen und für die Einreise dorthin muss zusätzlich eine Entwurmung nicht älter als fünf Tage vor Einreise im Pass amtstierärztlich bescheinigt sein.

Wir haben für unsere Hunde Zuggeschirre für das Ziehen im Winter auf Skiern. Liane hat einen gepolsterten Hüftgurt und eine Leine mit Stoßdämpfung und Čuobbu hat sie gezogen. Im Sommer haben wir ein etwas einfacheres Geschirr, denn da muss der Hund ja nicht ziehen, aber ansonsten denselben Hüftgurt und die gedämpfte Leine.

Schlittenhundegespann im Schnee
(FOTO: Liane Gruda) On Tour mit Schlittenhunden durch die winterliche Landschaft Sápmis.

Als Hundeschlittenführer (in Schweden sagen übrigens nur wenige „Musher“) steht man auf den Enden der Schlittenkufen und hält sich an dem Bügel vor sich fest. In der Hand hat man eine Leine, die nach vorne zum Leithund (oft eine Hündin) führt, um Kontakt zu halten.

Nun ist es so, dass der Mensch auf ebenen Strecken, zum Beispiel gefrorenen Seen und Flüssen, einfach stehen und sich von den Hunden ziehen lassen kann. Sobald es aber bergauf geht oder Tiefschnee die Fahrt bremst, muss der Mensch als Teil des Teams mitarbeiten, indem er „pedalt“ und wenn das nicht reicht, muss er zwischen den Kufen rennen und schieben.

Tut er das nicht oder zu wenig, wird auch der Leithund langsamer und bleibt schließlich stehen. Ein Team ist eben ein Team! Man braucht also eine gewisse Grundkondition für eine Hundeschlittenreise. Gelenkt wird durch Zurufe an das Leittier und durch Gewichtsverlagerung auf den Kufen, ganz vergleichbar dem Skifahren. Auch das muss beherrscht, oder auf den ersten Kilometern in den ersten Kurven gelernt, werden.

Finntastic:
Habt ihr bereits ein neues Nord-Adventure in Planung?

Hans-Joachim:
Na – abwarten! Zur Wintersaison im samischen Giđđadálvi – Frühlingswinter – könnt ihr uns auf jeden Fall wieder in Jukkasjärvi/Čohkkiras treffen, wenn wir bei Nils Torbjörn im Freilichtmuseum und Kulturzentrum aushelfen und es wird genug Zeit bleiben, ein bisschen auf Skiern unterwegs zu sein. Unser „neuer“ Hund Lihkku soll ja das Ziehen lernen!

Für den Sommer 2019 haben wir noch keine konkreten Pläne – außer, dass es Sápmi sein wird! Im Samischen Kulturzentrum in Jukkasjärvi wird es einige schöne Erweiterungen und neue Erlebnisse mit Samen geben und da werden wir sicher dabei sein. Bei uns in der Familie ist und war früher auch in der Firma meine Frau Liane der Fotograf. Das wird auch in Zukunft ein bisschen Bedeutung für unsere Planungen haben, schöne Motive – Tiere, Landschaften, Menschen – zu finden.

Hannes und Huskie Coubbu
(FOTO: Liane Gruda) Huskie Lihkku lernt das Ziehen des Schlittens.

Finntastic:
Lieber Hannes, vielen herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß auf Deinen nächsten Reisen nach Sápmi.

Hans-Joachim:
Danke Inken, Dir auch viel Erfolg mit Deinem schönen Finnland-Blog. Und solltest Du einmal in Berlin sein, bist Du herzlich Willkommen, uns zu besuchen. Vielleicht gibt es dann zufällig auch eine interessante Veranstaltung zum Thema samische Kultur, die wir gemeinsam besuchen können.



–>Hier geht es zurück zu Interview Teil 1: Sápmi, die Samen und das KULTURHUS Berlin


Über Hans-Joachim Gruda und Seine Frau Liane

Hans-Jachim Gruda und seine Frau Liane
(FOTO: Liane Gruda) Hans-Joachim Gruda und seine Frau Liane

Hans-Joachim Gruda arbeitete 40 Jahre lang als Beamter des Höheren Dienstes in verschiedenen Senatsverwaltungen des Landes Berlin. Doch seine Leidenschaft galt schon immer dem Norden Europas und der samischen Kultur.

Nach seiner Pensionierung im Jahre 2001 eröffnete das Ehepaar Gruda ihr kleines Reisebüro „homo peregrinus“, mit dem sie Reisen in den schönen Norden Europas mit Schwerpunkt Sápmi anboten. Immer wieder waren sie seitdem im hohen Norden unterwegs und haben bereits alle nordischen Länder, Schweden, Norwegen und Finnland, dazu Dänemark, Island, Grönland und Spitzbergen (Svalbard) bereist.

Besonders lieben Gruda und seine Frau Liane, die ein Händchen für schöne Landschaftsaufnahmen hat und die man auf der Website www.homo-peregrinus.de bewundern, kann den schwedischen Teil Lapplands und hier insbesondere die Gegend rund um Kiruna in Nordschweden. Auch ihr damaliger Hund, ein sibirischer Husky, mit dem schönen nordsamischen Namen Čoubbu (Frosch), war bis zuletzt auf zahlreihen Wanderungen und Skitouren mit dem Zelt mit dabei.

Husky Cuobbu
(FOTO: Liane Gruda) Husky Cuobbu war auf vielen Touren durch die Weite Sápmis Hans-Joachim und Liane Grudas treuer Wegbegleiter.

Adoptiert haben Grudas den griechischen Streuner beim Verein „Nordische in Not“. Ihr jetziger Hund Lihkku (Glück) begleitet die Nordfans nun auf ihren Reisen nach Nordeuropa. Auf ihrer Website widmen sich die Grudas besonders der samischen Kultur, ihren Traditionen aber auch den Problemen, denen sich die Samen in der modernen Welt ausgesetzt sehen. Seit 2012 ist Hans-Joachim Gruda zudem für das KULTURHUS Berlin aktiv und hat bereits etliche Reisen zum samischen Wintermarkt nach Jokkmokk organisiert und als Reiseleiter begleitet.

Er war Initiativgeber des großen „Samischen Sommers 2015“, dem Kulturfest der Nordischen Botschaften und des KULTURHUS Berlin. Derzeit engagiert er sich für ein Projekt des Museums Europäischer Kulturen in Berlin Dahlem, bei dem alte samische Artefakte katalogisiert und später in einer Ausstellung im Vergleich zur Gegenwartskultur gezeigt werden.

Gruda hält zudem Vorträge über die Kultur der Samen, zum Beispiel als kurze Einführung für Studierende des Nordeuropa-Instituts der Humboldt-Universität zu Berlin und wie in diesem Jahr bereits aus Anlass der Filmvorführung des samischen Films „Das Mädchen aus dem Norden“ (Sameblod – saemie vïrre). Und am 15. Januar 2019 konnte man ihn wieder erleben, im Forum Dialog in Berlin-Mitte, zum Thema „Kampf um die göttliche Natur – Zur menschenrechtlichen Lage des indigenen Volks der Samen.

Mehr über die Kultur der Samen auch beim KULTURHUS BERLIN!


Kontakte:

KULTURHUS BERLIN
Hans-Joachim Gruda
h.gruda@kulturhusberlin.de
www.kulturhusberlin.de

Nutti Sámi Siida AB
Samische ökologische Reisen und Erlebnisse
Hans-Joachim Gruda
+46-(0)70-438 29 07
hans-j@nutti.se
www.nutti.se


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