Kitee und Nordkarelien: Zwischen Wildnis, karelischer Küche und finnischem Metal

(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Blick auf den Puruvesi-See in Nordkarelien.
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Blick auf den Puruvesi-See in Nordkarelien.

(Werbekooperation)* In Nordkarelien, wo sich weite Wälder und malerische Seen zu einer atemberaubenden Landschaft verbinden, liegt rund 70 Kilometer von Joensuu entfernt, nahe der russischen Grenze, die Stadt Kitee – ein lebendiges Zentrum karelischer Geschichte, Kultur und Geburtsort der weltberühmten finnischen Symphonic-Metal-Band Nightwish. Die bewegte Geschichte der Region Nordkarelien und ihre einzigartige Natur haben hier eine Küche entstehen lassen, die verschiedene kulturelle Einflüsse vereint. In diesem Beitrag verrate ich euch, warum die Region Nordkarelien und die Stadt Kitee eine Reise wert sind!

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Nordkarelien: Seen, Mythen und eine bewegende Geschichte

Boot mit Sisu am Puruvesi
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Die zahlreichen Seen Nordkareliens sind Lebensader für zahlreiche Fischarten.

Tausende Seen, darunter der kristallklare Puruvesi-See, der zum Saimaa-Seensystem gehört, dichte Wälder, weite Moore und markante Esker aus Sand und Kies, Zeugen der letzten Eiszeit, prägen die einzigartige Landschaft Nordkareliens. Vier Nationalparks, darunter der berühmte Koli an Finnlands viertgrößtem See, dem Pielinen-See, inspirierten in der Vergangenheit bereits zahlreiche finnische Künstler wie Finnlands Komponisten Jean Sibelius oder den Landschaftsmaler Eero Järnefelt zu ihren Meisterwerken. Das ursprüngliche Karelien war Jahrhunderte lang zudem ein umkämpftes Gebiet – zunächst zwischen Schweden und Russland, später zwischen Finnland und der Sowjetunion. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Finnland große Gebiet Kareliens an die damalige Sowjetunion abtreten. 

Wald Nordkarelien
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Die Landschaft Nordkareliens ist geprägt durch dichte Wälder und Seen.

Heute lebt diese bewegende Geschichte in den Museen von Kitee und Nordkarelien, in der Architektur und einer lebendigen Kultur weiter. Im 19. Jahrhundert sammelte zudem im ursprünglichen Karelien und auch in anderen Teilen Finnlands, der Schriftsteller Elias Lönnrot mündlich überlieferter Volksdichtung und schuf daraus Finnlands Nationalepos, das Kalevala, und die Liedersammlung Kanteletar. Beide Werken prägen bis heute Finnlands Identität. Typisch für die karelische Musik ist zum Beispiel die Kantele, eine Zither, die der karelischen Folklore ihren unverwechselbaren Klang verleiht. Doch nicht nur die Musik, auch die karelische Küche ist einzigartig. Auf unserer kulinarischen Finnlandreise durch Nordkarelien werden wir sie  näher kennenlernen.  

Finnische Idylle am Puruvesi-See: Mökkiträume im Ruokkeen Lomakylä

Oldtimer Ruoke Feriendorf
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Oldtimertreffen auf dem Parkplatz vom Ruoke Feriendorf.

In Kesälahti, rund zwölf Kilometer südlich von Kitee am Ufer des Puruvesi-Sees, liegt das Ruokkeen Lomakylä, ein Feriendorf mit 50-jähriger Familientradition. Bei unserer Ankunft glänzen Oldtimer im Abendlicht, darunter ein hellblauer Cadilliac, ein goldfarbener Pontiac und ein alter Ford Mustang. Finnen lieben Oldtimer erfahren wir von einem Oldtimerfan. Das Feriendorf bietet Unterkünfte für jeden Geschmack: von rustikalen Holzhütten mit Gemeinschaftsbad bis zu modern ausgestatteten Sommerhäuschen mit privater Sauna. Hinzu kommt ein Campingplatz mit 85 Stellplätzen, der auch bei Dauercampern beliebt ist und der sogar eine E-Ladesäule hat und an den ein kleiner Bootshafen angrenzt. 

Unser recht komfortables Mökki liegt versteckt zwischen Kiefern, nicht weit vom Seeufer entfernt. Es bietet eine Küche, ein Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, eine Sauna und sogar eine Waschmaschine. Wer keine eigene Sauna hat, kann eine der drei Familiensaunen am Strand anmieten, darunter eine traditionelle Savusauna, eine finnische Rauchsauna. Aktivitäten gibt es ganzjährig. Im Sommer locken Beachvolleyball, Minigolf, Diskgolf, Tischtennis, ein Fitnesspfad sowie ein Kajak- und Bootsverleih, im Winter eine zwei kilometerlange Langlaufloipe und Schneeschuhwandern. Mutige können hier am Puruvesi bei Minusgraden auch ihr Durchhaltevermögen beim Eislochbaden unter Beweis stellen. Angeln ist sogar ganzjährig möglich. Im Sommer können Gäste auch Fahrräder ausleihen. Das Ruoke Feriendorf ist somit der ideale Ort, um das finnische Lebensgefühl und Finnlands unberührte Natur hautnah zu erleben: Entweder beim Wandern, beim Paddeln auf dem See, in der Sauna oder bei langen Spaziergängen entlang des idyllischen Ufers des Puruvesi-Sees.

Fischspezialitäten und Räuberbraten im Ruoke Feriendorf

Mika Laukkanen Ruokkeen Lomykylä
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Mika Laukkanen empfängt uns herzlich im Ruoke Feriendorf.

Im Restaurant des Campingplatzes das von Mitte Mai bis Ende August geöffnet ist und auch für private Feiern und Firmenevents angemietet werden kann, empfängt uns Inhaber Mika Laukkanen zum Abendessen. Trotz kühler Abendluft nehmen wir auf der großen Terrasse Platz. Mika reicht uns die Speisekarte. Die Wahl fällt leicht, denn hier am Puruvesi isst man, was der See hergibt: gebratene Maränen, Regenbogenforelle und Barsch, Räucher- und Flammlachs sowie Lohikeitto, die traditionelle, finnische Fischsuppe. Auch herzhafter Räuberbraten steht auf dem Menü, eine lokale Delikatesse aus Schweine- und Lammfleisch. Mika erklärt, dass die karelische Küche von der Natur, der Landwirtschaft und Fischerei geprägt ist. Typisch sind frischer Fisch, karelische Piroggen und auch Karjalanpaisti, ein karelischer Eintopf aus Rind oder Lamm, der einst die Holzfäller stärkte. Ich entscheide mich für die hausgemachte Fischsuppe. Nach dem Essen lädt Mika uns ein, am nächsten Tag mit ihm in der Grillkota am Strand am offenen Feuer Flammlachs zuzubereiten. Und noch ein Tipp: In der resorteigenen Fischräucherei „Laukasen Kala“ gibt es Maränen aus dem Saimaa-See sowie Regenbogenforelle aus dem Puruvesi als Konserve zu kaufen. Das perfekte Mitbringsel!

Lachssuppe
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Hausgemachte Lohikeitto, ein echtes kulinarisches Highlight.

Ein kulinarischer Morgen am Puruvesi: Finnisches Frühstück und frischer Fisch von Puruveden Savukala

Frühstücksbüfett Ruoke Feriendorf
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Das reichhaltige Frühstücks-Büfett im Ruoke Feriendorf lässt keine Wünsche offen.

Das Frühstück-Büfett im Ruokkeen Lomakylä überzeugt mit lokalen Spezialitäten: Es gibt herzhafte Wurst, Käse, Räucher- und Flammlachs, eingelegte Maränen, karelische Piroggen und Kaurapuuro, einen finnischen Haferbrei sowie Cornflakes und Müsli. Dazu gibt es Kaffee, Tee, Milch, Obst und Blaubeersaft. 

Fischfabrik Puruveden Savukala
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Die Puruveden Savukala Fischfabrik in Kesälahti.

Nach dem Frühstück begleitet uns Rauno Jussila, der Kommunikatiosmanager der Stadt Kitee, den wir beim Frühstück kennengelernt haben, zur Fischfabrik Puruveden Savukala in Kesälahti. Seit über 30 Jahren räuchert und verarbeitet das Unternehmen hier Fisch aus dem Puuruvesi und Pyhäjärvi. Während wir die familiengeführte Fischfabrik besichtigen erklärt Inhaber Mikko Jokinen uns das traditionelle Verfahren: Der Fisch wird mit grobem Meersalz gesalzen und über echtem Erlenrauch kalt geräuchert. So erhält er sein besonderes Aroma. Im Anschluss besuchen wir den unternehmenseigenen Fabrikladen. Hier gibt Räucherfisch-Spezialitäten, Tiefkühlfisch und Konserven wie Maränen in Öl und Hecht in Chilisoße sowie Fischstäbchen in Fischform für Kinder und sogar Hunde- und Katzenfutter aus Fisch.

Mikko Jokinen mit Birkenpellets
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Mikko Jokinen zeigt uns die Birkenpellets mit denen der Fisch kalt geräuchert wird.

Bei der Verkostung stechen der Räucherlachs und die mit Birkenrauch veredelten Maränen besonders hervor. Wer keinen Fisch mag, findet übrigens direkt nebenan eine Pizzeria, die im Besitz von Mikkos Verwandtschaft ist. Uns hat der Fisch jedenfalls überzeugt, so dass wir auch von hier ein paar Fischkonserven mit nach Hause nehmen. 

Fischtasting Puruveden Savukala
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Der Räucherlachs und die Maränen aus dem Puruvesi sind echt lecker.

Wanha Puhos: Ein Dorf wie aus Bullerbü

Wassermühle in Puhos
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Hier im Dorf Wanha Puhos fühlt man sich wie auf einer Zeitreise.

Danach besuchen wir das Dorf Wanha Puhos, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Industriegebiet. Noch heute wird hier im historischen Puhos Holz über den Puruvesi geflößt, ein Relikt aus der Blütezeit der Papierindustrie. Im Jahr 2024 wurde das Dorf außerdem zu Finnlands „Dorf des Jahres“ gekürt und das zu Recht: Die rotgestrichene Mühle mit den weißen Fenstersimsen hat Bullerbü-Charme und erinnert an die Geschichten von Michel aus Lönneberga.

Die alte Wassermühle wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert erbaut, brannte aber mehrfach nieder. Das heutige Gebäude stammt deshalb aus den 1950er-Jahren. Noch bis 2018 wurde hier im alten Teil von Puhos Getreide wie Hafer, Roggen oder Weizen gemahlen, der von den umliegenden Bauernhöfen angeliefert wurde. Inhaberin Minna Kaasalainen, die den Betrieb vor vier Jahren übernahm, erzählt uns, dass die Mühle noch immer funktionstüchtig ist, da sie regelmäßig von einem Spezialisten gewartet wird. Beim Betreten scheint die Zeit stillzusehen. Fast hat man das Gefühl, als würde man das leise Mahlen der Mühlsteine hören, mit denen hier Getreide zu Mehl gemahlen wurde.

Mühlenrestaurant im alten Puhos: Spezialitäten und Eis aus der Region

Menü Mühlenrestaurant Wanha Puhos
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Das Menü von Minnas Mühlenrestaurant im Dorf Wanha Puhus ist vielfältig.

Hier im historischen Mühlenrestaurant sowie im gemütlichen Innenhof serviert Minna im Sommer Burger mit regionalem Blauschimmelkäse, knackige Salate mit Huhn und hausgemachte Waffeln mit Eis aus eigener Herstellung. Schon heute gibt es für uns eine Kostprobe der leckeren Eissorten aus ihrer eigenen Eisfabrik „By Maitola“, die wir am nächsten Tag besichtigen werden. Nebenbei erfahren wir auch mehr über das neue Industriegebiet Puhos.

Innovation und Nachhaltigkeit: Der neue Businesspark Puhos

Puhos Industriegebiet
(FOTO: Stadt Kitee) Das neue Puhos-Industriegebiet bietet Raum für innovative Unternehmen und zahlreiche Lebensmittelproduzenten.

Kitee ist aber nicht nur Natur und Kultur, sondern auch ein dynamischer Wirtschaftsstandort. Im 19. Jahrhundert war die Stadt Zentrum des Schiffsbaus. 1833 lief in der Werft von Puhos Finnlands erstes Dampfschiff vom Stapel. Heute prägen die Holz- und Metallindustrie sowie die Landwirtschaft die Region. Zu den größten Arbeitgebern zählen auch der Textilhersteller Marimekko, dessen Outlet-Center in Kitee Besucher aus dem In- und Ausland anzieht. Kitee ist darüber hinaus Zentrum der finnischen Milchproduktion und führend im Erdbeeranbau. Auch der bekannte Kalevala Wodka kommt von hier. 

 Die verkehrsgünstige Lage des neuen Industriegebietes im Ortsteil Puhos an der Bundestraße 6 macht Kitee auch attraktiv für innovative Unternehmen. Bereits 20 kleine- und mittelständische Unternehmen haben sich hier angesiedelt, darunter die Nordic Freeze Dry Oy. Das Unternehmen konserviert Beeren, Pilze und Kräuter durch Gefriertrocknung, ein spezielles Verfahren, das Aromen und Nährstoffe optimal bewahrt. Das wollen wir natürlich testen: Und tatsächlich, nach dem Aufgießen mit Wasser entfaltet sich ein fruchtiges Beerenaroma auf der Zunge. Zudem lassen sich die Produkte sehr lange aufbewahren. 

Johannisbeeren
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Die gefriergetrockneten Beeren von Nordic Freeze Dry Oy schmecken wie frisch gepflückte Beeren, wenn man sie in Wasser gibt.

Doch Kitee setzt in Puhos nicht nur auf Lebensmittelproduktion: Bald entsteht hier eines der größten KI-gestützten Rechenzentren Finnlands, das moderne Datenverarbeitung auf höchstem Niveau ermöglicht. Gleichzeitig investiert die Stadt in Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Eine Solaranlage, die den Großteil des Stroms für das Industriegebiet liefert, nahm im Sommer den Betrieb auf. Ein neuer Terminal für Bio-Lebensmittel und Holz ist im Bau. Künftig soll dieser auch direkt an das Schienennetz angeschlossen werden, um den Transport umweltfreundlich und effizient zu gestalten. Die Stadt Kitee beweist: Tradition, Fortschritt und Nachhaltigkeit lassen sich erfolgreich verbinden.

Der beste Barsch meines Lebens und ein kulinarisches Flammlachs-Abenteuer

Barsch aus dem Puruvesi
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Köstlicher Barsch aus dem Puruvesi-See.

Am späten Nachmittag kehren wir zurück ins Ruokkeen Lomakylä, wo uns ein ganz besonderer Abend erwartet: Ein gemeinsames Essen mit dem Bürgermeister von Kitee, Pekka Hirvonen, dem Bildungsleiter Matias Valoaho und Rauno Jussila, der uns bereits den ganzen Tag über begleitet hat. Wieder gibt es frischen Fisch. Ich entscheide mich dieses Mal für Barsch mit Kartoffeln und Salat und bereue es keine Sekunde. Zwar ist der Fisch für seine vielen Gräten berüchtigt, geschmacklich überzeugt er aber zu einhundert Prozent. Ich wage sogar die Behauptung: Das ist der beste Barsch, den ich je gegessen habe! Im Gespräch mit dem Bürgermeister erfahren wir Spannendes über die Stadt, zum Beispiel, dass viele Gründungsmitglieder von Nightwish, wie Tuomas Holopainen oder die erste Nightwish Sängerin Tarja Turunen, von hier stammen und es in der Stadt deshalb eine Nightwish Ausstellung gibt. Wir tauschen uns auch über Tourismus, Food und Standortmarketing aus. Ein inspirierender Abend, der viele neue Ideen bringt. Als wir später am Ufer des Puruvesi-Sees für ein Erinnerungsfoto posieren, glitzert die Abendsonne im Wasser.

Foto mit Kiteer Bürgermeister
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Erinnerungsfoto am schönen Puruvesi (v.l.n.r.): Bettina Abendroth (Bettys Vacation), Pekka Hirvonen (Bürgermeister der Stadt Kitee), Matias Valoaho (Bildungsleiter der Stadt Kitee), Rauno Jussila (Kommunikationmanager der Stadt Kitee) und Inken Paletta (Finntastic.de).

Plötzlich weht der Duft von frisch geräuchertem Lachs aus der nahegelegenen Grillkota zu uns herüber, herzhaft und rauchig. Wir verabschieden uns von den drei Herren, denn Mika Laukkanen vom Ruoke Feriendorf erwartet uns schon am Feuer, um uns die Zubereitung von traditionell-finnischem Flammlachs zu zeigen. Auch andere Gäste sind gekommen. Das Knistern des Holzes, das Zischen des Fisches und der Rauch, der in die Abendluft steigt, sind ein Fest für die Sinne. Und der Lachs? Herzhaft und zart, mit einem leicht rauchigen Aroma! Ein absolutes Highlight! Wer hier im Ruokkeen Lomakylä Urlaub macht, sollte sich dieses kulinarische Flammlachs-Abenteuer nicht entgehen lassen!

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(VIDEO: Bettys Vacation) Mika Laukkanen zeigt uns wie man herzhaften Flammlachs zubereitet.

Eisfabrik „By Maitola“ – Eiskreationen mit finnischem Twist

Eisworkshop Maitola 3
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Beim Eis-Workshop in der Eisfabrik „By Maitola“ durfte ich leckeres Fruchteis herstellen.

Am nächsten Morgen geht es frostig weiter: Wir besuchen Minna Kaasalainens Eisfabrik By Maitola auf dem Hof Koivikon Kartano. Dort treffen wir auf Minnas Tochter Sara, die uns zunächst über den Hof und auch durch den Kuhstall führt, der einer von 34 Milchviehbetrieben der Region ist. Die Kühe können jederzeit auf die Weide und kommen sogar selbstständig in die Melkmaschine, erzählt sie uns. Wer Landluft schnuppern will, kann hier auf dem Bauernhof auch in gemütlichen Gästezimmern übernachten. Im Angebot ist stets auch eine spannende Führung über den Hof. Und zum Entspannen gibt es wie überall in Finnland üblich auch eine Sauna und sogar zwei Whirlpools auf dem Gelände. 

Früher war der Hof ein Ausbildungszentrum für landwirtschaftliche Berufe. Heute beherbergt er ein Restaurant, einen Hofladen und Minnas Eisfabrik By Maitola. Über 50 köstliche Eissorten entstehen hier – handgemacht aus der Bio-Milch der zufriedenen Kühe vom Koivikon Kartano und mit den besten Zutaten aus der Region.

Nach unserem Eis-Workshop, in dem wir mit finnischen Himbeeren unser eigenes Eis kreieren, probieren wir auch die traditionellen Sorten wie Blaubeere, Preiselbeere und schwarze Johannisbeere. Danach folgen exotischen Kreationen: Weihnachtsmann-Eis, Brennnessel-Eis, Bier-Eis und ein markantes Teereis. Mein Tipp: Das Salmiak-Eis ist mein ganz persönlicher Favorit! Wer mag, kann bei Minna wie wir einen Eistag buchen und selbst Eis herstellen. Und das Tolle: Minnas Eis gibt es nicht nur in Kitee und Umgebung, sondern auch in einigen der Shops am Helsinkier Flughafen zu kaufen.

Kürbissuppe, Blaubeer-Pannacotta und finnische Naturkosmetik

Riitta Okkonen
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Riitta Okkonen mit der leckeren Kürbissuppe in der Sommerküche vom Ferienresort Itärajan Helmi.

Bevor es dann für uns mit dem offiziellen Programm von der Stadt Kitee weitergeht machen wir auf private Einladung von Riitta Okkonen eine Mittagspause in ihrem Ferienresort Itärajan Helmi. Das kleines Resort mit Blick auf den gleichnamigen See heißt aus dem Finnischen übersetzt so viel wie „Perle der Ostgrenze“. Und das passt perfekt, denn Inhaberin Riitta Okkonen hat hier ein wirklich idyllisches Feriendomizil erschaffen. Im Sommer bietet sie auf ihrem Anwesen Übernachtungen in zwei gemütlichen Holzhütten mit Trockentoilette oder in Glamping-Zelten direkt am See an. Hier kann man perfekt entspannen, dank finnischer Sauna und Badefass. Außerdem koch sie leckere lokale Speisen für ihre Gäste. In ihrer Sommerküche, die auch als Aufenthaltsraum für die Gäste fungiert, serviert sie uns leckere hausgemachte Kürbissuppe.

Als Nachtisch gibt es Pannacotta mit Blaubeersoße, ein traditionelles Rezept von Nina Kekäläinen. Niina teilt nicht nur Riitas Leidenschaft fürs Kochen. Unter dem Label Pura Nordica stellt sie im Puhos Industriegebiet finnische Naturkosmetik her und bietet auch spezielle Kräuterführungen und Kochkurse für Touristen an.

Nina Kekäläinen
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Nina Kekäläinen von Pura Nordica serviert das leckere Blaubeer-Panacotta.

Ihre Geschichte ist bewegend: Jahrelang litt sie unter Hautproblemen, bis sie begann, heimische Kräuter und Hanföl zu verwenden, um eigene Cremes herzustellen. Heute sind ihre Pflegeprodukte aus regionalen Zutaten, wie die duftende Gesichtscreme aus Rosenholz, bei vielen Kunden beliebt.

Nightwish Ausstellung und Pesäpallo: Kitees kulturelle Highlights

Plamen Dimov
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Von Plamen Dimov erfahren wir spannende Dinge über die Bandmitglieder von Nightwish.

Nach der Mittagspause und einer privaten Führung über das Ferienresort Itärajan Helmi führt uns der Weg ins Stadtzentrum von Kitee: Hier erwarten uns im Gebäude der Tourist-Information nicht nur weitere Informationen über die Stadt und Region, sondern auch die interaktive Nightwish-Ausstellung „A Nightwish Story“. Sie dokumentiert die Bandgeschichte von Finnlands berühmter Symphonic-Metalband, angefangen von den ersten Demotapes über legendäre Alben bis hin zu erfolgreichen Welttourneen. Ein Muss für Fans und ein spannender Kontrast zur Kulinarik auf unserer Reise.

Plamen Dimov, der frühere Musiklehrer von Bandgründer Tuomas Holopainen und der ersten Nightwish-Sängerin Tarja Turunen, der in Fan-Kreisen auch als „Vater von Nightwish“ bekannt ist, führt uns durch die fulminante Erfolgsgeschichte der Band. Er erzählt, dass sich die Band durch mehrere Sängerinnenwechsel im Laufe der Zeit  immer wieder neu erfinden musste. Und dass darin seiner Meinung nach auch das Geheimnis ihres weltweiten Erfolgs liegt. Die aktuelle Nightwish-Sängerin ist seit 2013 Floor Jansen. Sie folgte auf Anette Olzon.

altes Piano Tuomas Holopainen
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Ich durfte das alte Keyboard von Tuomas Holopainen ausprobieren.

Zu sehen sind auch original Instrumente: Tuomas Holopainens erstes Keyboard, das historisches Mischpult, mit dem alles begann und sein erstes Saxophon. Denn nur echte Fans wissen: Bevor er mit Nightwish weltberühmt wurde, spielte Tuomas jahrelang Saxophon in einer Jazzband und Klarinette in einer Blaskapelle. Besonders beeindruckend ist auch: Ein Fan bot einst 3.000 Euro für das erste Demotape der Band. Wer hätte gedacht, dass aus dem ehrgeizigen Saxophonisten Tuomas Holopainen einmal das Gründungsmitglied einer weltberühmten Metalband wird, sagt Plamen zu uns.

Und auch im Sport hat Kitee so einiges zu bieten: Pesäpallo zum Beispiel, eine Art finnischer Baseball, ist hier Volksport. Die Mannschaft Kiteen Pallo-90 spielt in der höchsten Liga und hat bereits mehrere Meisterschaften gewonnen. Wer im Sommer ein Spiel im Shore Field erlebt, versteht schnell, warum die Finnen für diesen Sport brennen.

Puun Sielu: Kunst mitten im Wald und eine Michael-Jackson Holz-Ausstellung

Puun Sielu 2
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Die Künstlerresidenz Puun Sielu liegt idyllisch an einem kleinen See im Wald, nördlich von Kitee.

Und die Region Nordkarelien bietet noch mehr vor allem für Kunstinteressierte: Die Region ist nämlich auch ein pulsierendes Zentrum für Kunst und Kreativität. Da wir nach dem offiziellen Programm noch ein wenig Zeit haben, besuchen wir die Künstlerresidenz Puun Sielu in Onkamo. Eingebettet im Wald, verwandelt sich das Anwesen mit dem märchenhaften Holzhaus „Onnela“ jeden Sommer in einen Treffpunkt für Künstler aus aller Welt. Unter einem festen Motto entstehen hier Auftragsarbeiten, die von absoluter künstlerische Freiheit zeugen. Die Künstler leben während ihres Aufenthaltes im Haupthaus oder in kleinen Hütten auf dem Gelände, umgeben von unberührter Natur.

Natalia Natasha Podkolzina mit Holzkunst
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Natalia Podkolzina vor einer der Holzskulpturen.

Wer sich für Kunst interessiert, sollte sich die große Sammlung internationaler Holzkunst nicht entgehen lassen. Die Kunstwerke wechseln allerdings regelmäßig, denn jedes Werk, dass hier besichtigt werden kann, steht auch zum Verkauf. Besonders sehenswert ist auch die weltweit einzigartige Michael-Jackson Holz-Ausstellung, die uns die Inhaberin der Künstlerresidenz Natalia Podkolzina persönlich präsentiert.

Natalia ist auch selbst eine renommierte Künstlerin. Im Außenbereich im idyllischen Arboretum rund um die Künstlerresidenz gibt es faszinierende Holzkunst von ihr und weiteren internationalen Künstlern zu entdecken, zum Beispiel einen großer Elch, einen Hase, einen Karpfen oder einen Löwen aus Holz. Im Sommer finden in den Atelierräumen gegenüber des Ausstellungsgebäudes Onnela auch Kunstkurse und Workshops zu lokalem Kunsthandwerk statt. Teilnehmer lernen hier, wie man auf verschiedene Weise Holz bearbeiten kann. Regelmäßig empfängt Natalia hier auch Touristengruppen, für die sie sogar selbst karelische Spezialitäten zubereitet.

Fazit: Warum Kitee und Nordkarelien ein Geheimtipp sind!

Die Stadt Kitee und die Region Nordkarelien haben uns verzaubert, nicht nur durch die bewegende Geschichte, die unberührte Wildnis oder die Musik von Nightwish. Wer hierherkommt, spürt die karelische Seele, die hier in jedem Detail spürbar wird: in der einzigartige Küche, im Kunsthandwerk, in den lebendigen Traditionen und der Herzlichkeit und Gastfreundschaft  der Menschen, die ihre Region mit Herz und Hingabe gestalten. Unser viertägiges Finnland-Food-Adventure endet hier, doch eins ist sicher: Das war nicht unser letzter Besuch. Denn auch in Nordkarelien gibt es noch so viel zu Entdecken. Wir kommen wieder!


Finnische Aromen in Berlin: Nordkarelien und Kitee auf der Grünen Woche 2026

Grüne Woche Berlin Finnlandstand
(FOTO: Bettina Abendroth, BettysVacation) Kommt zur Grünen Woche nach Berlin und erlebt die Produkte, Speisen und Aromen von Nordkarelien und Kitee sowie weiterer Regionen hautnah!

Wer 2026 nicht selbst nach Finnland reisen kann, bekommt auf der Grünen Woche in Berlin wieder eine besondere Chance: Vom 16. bis 25. Januar 2026 präsentieren Hersteller aus Nordkarelien und Kitee, Kymenlaakso und Kouvola und weiterer Regionen gemeinsam in Halle 8.2 am Finnlandstand (Stand 116) ihre kulinarischen Highlights.

Das erwartet euch:
Finnische Köstlichkeiten: süße und salzige Lakritze, finnischer Senf und Honig, fruchtige Beerenmarmelade, aromatisches Craft-Bier, Haferflocken aus Schwarzhafer und Haferporridge, Trockenfleisch, schmackhafte Lammfleisch- und Fischkonserven, prickelnde Getränke, Cider, Beerenweine und Spirituosen

Ein Stück Finnland zum Probieren, Staunen und Genießen – direkt in Berlin!

Wo? Grüne Woche Berlin 2026, Halle 8.2, Stand 116 
Wann? 16.–25. Januar 2026

—> Weitere Informationen zum Finnlandstand auf der Grünen Woche hier!

Für Finnlandfans und Foodies:

  • Kommt zur Grünen Woche und verkostet finnische Spezialitäten und Naturprodukte 
  • Trefft die die Macher hinter den Produkten, hört ihre Geschichten und macht euch selbst ein Bild von der Vielfalt der Region!
  • Erhaltet Tipps für euren Besuch in Nordkarelien und Kitee

Highlight: Finnisch-Hessisches Kochevent auf der Grünen Woche 2026 in Berlin

Reiner Neidhard und Rokkileipuri
(FOTO: Inken Paletta, Finntastic) Lasst euch ein Live-Event mit Jussi Mattsson, dem legendären Rockbäcker und Hessens TV-Koch Reiner Neidhart auf der Grünen Woche in Berlin nicht entgehen!

Was erwartet euch?  Gemeinsam mit Reiner Neidhart kreiert Jussi Mattsson am 19. Januar in Halle 8.2 am Finnlandstand (Stand 116) im Laufe des Tages hessisch-finnische Köstlichkeiten, live und zum Probieren! Tervetuloa! Herzlich willkommen!

Reiseinfos auf einen Blick

Anreise

Flughafen Joensuu (z.B. rund 30 Min Fahrtzeit mit dem Mietwagen bis Kitee), Flughafen Helsinki -Vantaa und Weiterfahrt mit dem Mietwagen nach Kitee oder Weiterfahrt ab Helsinki mit der Bahn Helsinki–Joensuu (Endhaltestelle Bahnhof in Tolosenmäki). Tipp: Ein Mietwagen eignet sich gut, um die Gegend zu erkunden. 

Wo übernachten?
Kulinarische Highlights (perfekt für Foodies!)
Highlights und Aktivitäten

Mehr Informationen über die Stadt und Region findet ihr auch bei Visit Kitee.

* Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Stadt Kitee in Nordkarelien. Wir bedanken uns bei  Rauno Jussila von der Stadt Kitee und Päivi Karhunen für die hervorragende Organisation der Reise und die Betreuung vor Ort. Der Besuch in Puun Sielu und Itärajan Helmi erfolgte auf private Einladung. 

Logo der Stadt Kitee

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